Lebensdaten
1872 bis 1958
Geburtsort
Nürnberg
Sterbeort
Bad Reichenhall
Beruf/Funktion
Alpinist
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117684910 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pfann, Hans

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Zitierweise

Pfann, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117684910.html [17.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hans, Schlosser;
    M N. N.;
    1911 N. N.;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Schon als Realschüler in Nürnberg war P. Turner in der Musterriege. Während seiner Studienjahre 1891-95 an der TH München erlernte er in den bayer. Alpen das Klettern und führte bereits 1898, im Münchner Schuldienst, schwierigste Kletterfahrten im Wilden Kaiser und den Dolomiten, darunter Neutouren sowie Winterbegehungen, aus. Seit 1899 erwarb er als stets selbständig Führender eine damals unter Deutschen seltene Meisterschaft im Eis der Westalpen. Durch seine führerlosen Begehungen und großzügigen Überschreitungen wurde er in Alpinistenkreisen berühmt (u. a. Zinalrothorn, Weißhorn, Zmuttgrat Alleinbegehung, Grandes Jorasses Überschreitung, Brouillardgrat am Mont Blanc). 1902 bestieg er als Teilnehmer der Tian-Shan-Expedition Gottfried Merzbachers (1843–1926) selbständig zwölf Gipfel; im Kaukasus gelang ihm 1903 u. a. die Überschreitung der beiden Uschba-Gipfel.

    Nach 1920 setzte P. als Lehrmeister junger Bergsteiger Eisfahrten und Skibesteigungen im Wallis fort (1923 Gesamtüberschreitung Matterhorn – Dent d'Hérens, 1924 Breithorn-Nordwand). 1928 leitete er die erste Andenexpedition des Deutschen und Österr. Alpenvereins in die Cordillera Real; dabei erreichte er den noch nicht erstiegenen Illampu (6368 m) sowie zwei weitere Sechstausender. Zum 82. Geburtstag erstieg P. noch den Piz Palü. Sein Tourenbuch verzeichnete über 1000 Gipfel, darunter 132 Viertausender sowie 48 Neufahrten. Nach dem Urteil von G. I. Finch war P. „der beste deutsche Allround-Mountaineer“. Seine mit größter Umsicht und Präzision durchgeführten Touren bewiesen um 1900 auch im Eis die Gleichwertigkeit „Führerloser“ mit besten Berufsführern. P. wurde zum Vorbild einer Generation deutscher Westalpengeher der „Münchner Schule“. An ihn erinnern die Pointe Pfann im Montblancgebiet und der Pfannkamin am Totenkirchl.

  • Werke

    Aus meinem Bergerleben, o. J. (P);
    Führerlose Gipfelfahrten, 1941 (P): Zwei führerlose Fahrten in d. Montblancgruppe, in: Zs. d. Dt. u. Österr. Alpenver. 1906, S. 231-43;
    Einsame Fahrten im Wallis, ebd. 1907, S. 149-58;
    Der Mont Blanc. ebd. 1912, S. 124-45;
    Gratwanderungen im Wallis, ebd. 1927, S. 126-41;
    Ber. üb. d. Anden-Expedition d. Dt. u. Österr. Alpenver. 1928, ebd. 1929, S. 5-34;
    Eine Hochtour im Alexandergebirge, in: Dt. Alpen-Ztg. 1909/10, Bd. 1, S. 2-8;
    Ein neuer Weg auf d. Grandes Jorasses, ebd. 1910/11, Bd. 1, S. 1-6;
    Dolomitenerinnerungen, in: Bergsteiger 1931, S. 211-15;
    Schwierigste Kaiserfahrten um die Jh.wende, ebd. 1936/37, S. 616-18.

  • Literatur

    Hans Baumeister (Hg.), Menschen im Hochgebirge, 1933 (S. 30-37;
    Neutourenverz. u. 4000er-Besteigungen, P);
    E. Oertel, in: Österr. Alpen-Ztg. 1933, S. 283-88;
    F. Nieberl, ebd. 1958, S. 97 f.;
    F. Schmitt, in: Mitt. d. Dt. Alpenver. 1953, S. 136 f. (P): ders., ebd. 1958, S. 6 (P);
    ders., in: Bergsteiger 1985, H. 6, S. 47 f. (P);
    T. Hiebeler, in: Bergkamerad 1957/58, S. 226-28 (P).

  • Autor/in

    Peter Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Peter, "Pfann, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 297 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117684910.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA