Lebensdaten
1885 bis 1964
Geburtsort
Hüllen bei Gelsenkirchen
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Geologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116318562 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Quiring, H.
  • Quiring, H. L.
  • Quiring, Heinrich L.
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Zitierweise

Quiring, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116318562.html [30.03.2017].

CC0

Quiring, Heinrich Ludwig

Geologe, Paläontologe und Kosmologe, * 31.1.1885 Hüllen bei Gelsenkirchen, 19.6.1964 Berlin.

  • Genealogie

    V Heinrich (1860–1927), aus Saarbrücken, Dir. d. Halberger Hütte in Saarbrücken, Erbauer d. Röhrenwerks d. Schalker Gruben u. Hüttenver., d. Märk. Eisengießerei in Eberswalde (Mark Brandenburg) u. d. Röhrenwerks d. Brianski-Ges. in Jekaterinoslaw; M Johanna Dettweiler, aus St. Ingbert/Saarland; Leonie Ulrich (1900–85); 1 S, 1 T; Verwandter (?) Holger (* 1940), aus Hamburg, Journalist.

  • Leben

    Q. erwarb 1905 das Reifezeugnis in Eberswalde und begann ein Bergbaustudium an der Univ. München, u. a. bei Paul v. Groth (1843–1927). 1907 leistete er als einjährig Freiwilliger den Militärdienst bei der preuß. Artillerie. Seit 1908 studierte er an der Universität und der Bergakademie Berlin. 1910 erfolgte die Ernennung zum Bergreferendar. Nebenher wurde er an der Univ. Bonn bei Gustav Steinmann (1856–1929) mit einer Arbeit zur Stratigraphie der Nordosthälfte der Sötenicher Mulde (Eifel) 1912 zum Dr. phil. und an der TH Breslau 1914 bei Fritz Frech (1861–1917) zum Dr.-Ing. promoviert. Nach dem Kriegsdienst beendete er sein Studium 1918 als Bergassessor. Mit seinen Arbeiten zur Entstehung der Schollengebirge und der Theorie der Horizontalverschiebungen setzte Q. neue Akzente für das Verständnis tektonischer Prozesse. 1914 wurde er von der Preuß. Geologischen Landesanstalt übernommen und mit der Kartierung des Blattes Hilden beauftragt. Hier und später bei der Reichsanstalt für Bodenforschung fertigte er große Teile der Erstaufnahmen des Siegerlandes, des Westerwaldes, des Mittelrheins und des Moselgebiets an. 1935 wurde ihm die Leitung der Geologischen Forschungsstelle im Saarland übertragen. Während des 2. Weltkriegs war Q. maßgeblich an militärgeologischon Arbeiten (u. a. der geplanten Untertunnelung d. Rheins) beteiligt. 1945 bestellte man ihn zum Chefgeologen der Zentralverwaltung der Brennstoffindustrie in der „Ostzone“. In dieser Position versuchte er, die dringend notwendige Erschließung von Kohle- und Torfvorkommen sowie die Prospektion auf Erdöl und Erdgas voranzutreiben. 1946 des Amtes enthoben, trat er als Oberlandesgeologe der Dt. geologischen Landesanstalt, der Nachfolgerin der Reichsanstalt für Bodenforschung, zurück und übernahm eine apl. Professur für Geologie und Paläontologie an der TU Berlin. Spätere Arbeiten Q.s, etwa seine Kritik an der Wegenerschen Kontinentalverschiebungstheorie, seine Ansichten zur Mondausschleuderung aus dem Pazifik, zur Entstehung der Weltkörper oder zur Ätherwirbeltheorie fanden kaum noch Beachtung. – E. K. I. u. II.; Rr.kreuz d. Hausordens v. Hohenzollern; Preuß. Bergrat (1923); Tit.-Prof. (1929).

  • Werke

    u. a. Zur Theorie d. Horizontalverschiebungen, in: Zs. f. prakt. Geol. 21, 1913; Der röm. Goldbergbau in Hispanien u. d. „Arrugien“ d. Plinius, in: Zs. f. d. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen im Preuß. Staate 81, 1933; Gesch. d. Goldes, Die goldenen Za. in ihrer kulturellen u. Wirtschaftl. Bedeutung, 1948; Kurzeinf. in d. Geol., 1949; Kurzeinf. in d. Gesteinskde., 1949; Die Wärmebilanz d. Erde als Grundlage e. absoluten Zeitrechnung, in: Gerlands Btrr. z. Geophysik 61, 1950; Schalenbau d. Erde u. Erzentstehung, 1951; Wünschelrute u. Geophysik, 1951; Weltkörperentstehung, Eine Kosmogonie auf geolog. Grundlage, in: Petermanns geogr. Mitt. Erg.h. 250, 1953; Der Traum d. Descartes, Eine Verschlüsselung seiner Ätherwirbeltheorie, in: Universitas 8, 1953; Erdmagnetismus u. geotherm. Tiefenstufe, in: Neues Jb. f. Geol. u. Paläontol. 9, 1955; Vorträge u. Schrr. 1911–55, 1955; Kontinentdrift u. Erdmagnetismus, in: FF 31, 1957.

  • Literatur

    U. Lehmann, in: Naturwiss. Rdsch., 1955, S. 43 (P); H. Strunz, Von d. Bergak. z. TU Berlin 1770-1970, 1970 S. 60 (P); Kürschner, Gel.-Kal. 1961; Pogg. VII a. |

  • Quellen

    Qu Geologenarchiv, Freiburg (Br.); Archiv d. TU Berlin.

  • Autor

    Andreas Küppers
  • Empfohlene Zitierweise

    Küppers, Andreas, "Quiring, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 50-51 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116318562.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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