Keilson, Hans

Lebensdaten
1909 – 2011
Geburtsort
(heute Bad Freienwalde an der Oder)
Sterbeort
Hilversum (Nordholland, Niederlande)
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Dichter ; Psychiater ; Psychoanalytiker ; Lyriker ; Arzt
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 12003784X | OGND | VIAF: 39447763
Namensvarianten

  • Keilson, Hans Alex
  • Kailand, Alexander / Pseudonym (1936-1940)
  • Cooper, Benjamin / Pseudonym (1938-1940)
  • van der Linden, Johannes Gerrit / Tarnname (1943–1945)
  • Keilson, Hans
  • Keilson, Hans Alex
  • Kailand, Alexander / Pseudonym (1936-1940)
  • kailand, alexander / pseudonym
  • Cooper, Benjamin / Pseudonym (1938-1940)
  • cooper, benjamin / pseudonym
  • van der Linden, Johannes Gerrit / Tarnname (1943–1945)
  • van der linden, johannes gerrit / tarnname
  • Keilson, H.
  • Ḳeilson, Hans
  • Kaïlzon, Chans
  • Keiland, Alexander
  • Cooper, Benjamin
  • Cooper, B.
  • קיילסון, האנס
  • b11
  • b12
  • Ceilson, Hans
  • Ceilson, Hans Alex
  • Cailand, Alexander / Pseudonym (1936-1940)
  • Kooper, Benjamin / Pseudonym (1938-1940)
  • Ceilson, H.
  • Caïlzon, Chans
  • Ceiland, Alexander
  • Kooper, Benjamin
  • Kooper, B.

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Zitierweise

Keilson, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12003784X.html [07.04.2026].

CC0

  • Keilson, Hans Alex

    Pseudonyme: Alexander Kailand (1936–1940); Benjamin Cooper (1938–1940); Johannes Gerrit van der Linden (Tarnname 1943–1945)

    1909 – 2011

    Als Jude verfolgt, emigrierte Hans Keilson 1936 in die Niederlande, wo er im Untergrund die deutsche Besatzung überlebte. Sein im Exil entstandenes literarisches Werk ringt in Prosa und Lyrik mit der inneren Bezwingung der Faszination des Hasses. Nach 1945 wurde Keilson Psychiater und Psychoanalytiker. Seine Langzeituntersuchung „Sequentielle Traumatisierung bei Kindern“ (1979) zum Schicksal jüdischer Kriegswaisen ist ein Standardwerk der Traumaforschung.

    Lebensdaten

    Geboren am 12. Dezember 1909 in (heute Bad Freienwalde an der Oder)
    Gestorben am 31. Mai 2011 in Hilversum (Nordholland, Niederlande)
    Grabstätte Friedhof der liberaljüdischen Gemeinde Amsterdam in Hoofddorp (Nordholland, Niederlande)
    Konfession jüdisch
    Hans Keilson (InC)
    Hans Keilson (InC)
  • 12. Dezember 1909 - (heute Bad Freienwalde an der Oder)

    1915 - 1928 - Freienwalde (seit 1925 Bad Freienwalde)

    Schulbesuch (Abschluss: Abitur)

    Volksschule; seit 1919 Königliches Gymnasium (seit 1922 Reformrealgymnasium)

    1928 - 1934 - Berlin

    Studium der Humanmedizin (Abschluss: Medizinisches Staatsexamen)

    Universität

    1928 - 1930 - Berlin-Spandau

    Ausbildung zum Sportlehrer (Abschluss: Sportlehrerexamen)

    Sporthochschule

    1934 - 1936 - Berlin; Caputh bei Potsdam

    Sport- und Musiklehrer an jüdischen Schulen

    u. a. Theodor-Herzl-Schule; Landschulheim

    September 1936 - Amsterdam

    Emigration

    1936 - 1940 - Naarden (Nordholland, Niederlande)

    Therapeut

    private pädagogisch-therapeutische Praxis

    1938 - 1940 - Amsterdam

    Mitarbeiter an niederländischen Anthologien

    Co-op2 (Atelier für grafische Gestaltung)

    1940 - Naarden

    Mitarbeiter; kurzzeitig Lehrer

    Schülerberatungsstelle; jüdische Schule

    April 1943 - 5.5.1945 - Rekken bei Eibergen (Gelderland, Niederlande); Delft (Südholland, Niederlande); Naarden

    Leben im Untergrund; Kurier und Berater für den niederländischen Widerstand; Leben im Untergrund; heimliche Rückkehr zur Familie

    Sommer 1945 - 1970 - u. a. Amsterdam; Laren (Nordholland, Niederlande)

    psychologische Beratung und Betreuung jüdischer Waisenkinder

    Le Esrat Ha Jeled (Zur Hilfe des Kindes) (jüdische Hilfsorganisation)

    1946 - Oktober 1947 - Amsterdam

    Studium der Humanmedizin (Abschluss: niederländische Staatsprüfung für Medizin)

    Universität

    Oktober 1947 - 1951 - Amsterdam

    psychiatrische Facharztausbildung

    psychiatrische Klinik

    1949 - Amsterdam

    psychoanalytische Ausbildung

    Nederlandse Vereniging voor Psychoanalyse (NVPA)

    1951 - 2011 - Naarden; seit 1958 Bussum (Nordholland, Niederlande)

    Nervenarzt

    eigene Praxis

    1951

    niederländischer Staatsbürger

    1952 - Naarden; seit 1958 Bussum

    Zulassung zur psychoanalytischen Praxis

    NVPA

    22.2.1979 - Amsterdam

    Promotion (Doctor)

    Universität

    1980 - 2008 - Europa

    zahlreiche Vortrags- und Lesungsreisen

    1985 - 1988 - London

    Präsident

    PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland

    1996 - 1996 - Kassel

    Franz-Rosenzweig-Gastprofessor

    Universität

    1997 - Bundesrepublik Deutschland; Niederlande

    Vortragstour zum Thema „Kindersoldaten“ mit Ralf Syring und Boia Efraime

    31. Mai 2011 - Hilversum (Nordholland, Niederlande)

    alternativer text
    Hans Keilson, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Ohlbaum (InC)

    Werdegang bis zur Emigration

    Keilson besuchte seit 1915 die Volksschule, seit 1919 das Gymnasium in Freienwalde (seit 1925 Bad Freienwalde), wo er seine Sympathie für den Dichter Heinrich Heine (1797–1856) bekannte und als Jude von seinen Mitschülern Zurücksetzung erfuhr. Nach dem Abitur 1928 studierte er Medizin an der Universität Berlin und ließ sich an der Sporthochschule Berlin-Spandau zum Sportlehrer ausbilden. Zur Finanzierung seines Studiums spielte er Geige und Trompete in einer Tanzmusikkapelle. In dieser Zeit entstand sein erster Roman „Das Leben geht weiter“, der mit autobiografischen Zügen das Leben eines Textilkaufmanns und seiner Familie in der Zeit der Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre schildert und im April 1933 als letztes Debüt eines jüdischen Autors im Verlag S. Fischer veröffentlicht wurde.

    1934 legte Keilson sein medizinisches Staatsexamen ab und arbeitete wegen des Berufsverbots für jüdische Ärzte als Sportlehrer an jüdischen Schulen in und um Berlin. Nachdem seine Beziehung zu der „arischen“ Gertrud Pfeiffer-Manz (1901–1969) infolge der Nürnberger Rassegesetze 1935 illegal geworden war, emigrierte das Paar 1936 in die Niederlande, wo Keilson in Naarden (Nordholland) eine pädagogisch-therapeutische Praxis eröffnete und nebenher unter einem Pseudonym deutschsprachige Gedichte in der Zeitschrift „De Gemeenschap“ veröffentlichte.

    Emigration und Leben im Untergrund

    Von Deportation bedroht, tauchte Keilson 1943 unter und war mit gefälschten Papieren für den niederländischen Widerstand tätig, der ihn von Delft (Südholland, Niederlande) aus zur Betreuung untergetauchter jüdischer Kinder in den Niederlanden einsetzte. Den Abschied von seinen Eltern, die im April 1943 in das Zwischenlager Westerbork gebracht und im November in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet wurden, gestaltete Keilson literarisch in seinem Roman „Der Tod des Widersachers“ (1959), dessen Urfassung 1944 entstand und dessen englischsprachige Ausgabe im Oktober 1962 in der Zeitschrift „Time“ zu den zehn besten Neuerscheinungen gezählt wurde. Die ebenfalls im Delfter Versteck entstandene Novelle „Komödie in Moll“ (1947) behandelt die tragische Verwicklungsgeschichte eines Untergetauchten und seiner Herbergsfamilie aus den letzten Okkupationsmonaten.

    Erfolge als Psychiater und Schriftsteller

    Keilson, der die letzten Kriegsmonate versteckt bei seiner Frau und seiner Tochter in Naarden verbracht hatte, wurde bald nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Amsterdam einer der ersten Mitarbeiter des Kinderhilfswerks Le Esrath Ha Jeled zur Betreuung der durch den Holocaust verwaisten jüdischen Kinder. 1946/47 schloss er sein niederländisches Medizinstudium ab und spezialisierte sich danach für Psychiatrie und Psychoanalyse. 1951 eröffnete er eine eigene Praxis als Nervenarzt, die er bis in das hohe Alter weiterführte.

    Von 1967 bis 1979 arbeitete Keilson an einer großen Langzeitanalyse über Holocaust-traumatisierte jüdische Kinder, mit der er 1979 an der Universität Amsterdam bei David J. de Levita (1926–2019) zum medizinischen Doctor promoviert wurde. Sein Buch „Sequentielle Traumatisierung bei Kindern“ (1979) wurde durch den dokumentierten Nachweis, dass Traumatisierungen und Reintegration einen mehrstufigen Prozess durchlaufen, der je nach Umgang mit den Traumatisierten verstärkt oder gemildert werden kann, zu einem international gewürdigten Standardwerk der Traumaforschung, das seither als Grundlage aller folgenden Reintegrationsmaßnahmen und Entschädigungsverfahren herangezogen wird.

    Als Schriftsteller wurde Keilson im deutschen Sprachraum seit den 1980er Jahren zunehmend bekannter. Auf seinen Gedichtband „Sprachwurzellos“ (1986) folgte der literarische Durchbruch seiner Prosawerke „Das Leben geht weiter“, Komödie in Moll“ und „Der Tod des Widersachers“, die kurz hintereinander in Taschenbuchausgaben erschienen. Von 1985 bis 1988 amtierte Keilson als Präsident des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Keilsons Schicksal und Werk nicht zuletzt durch Beiträge in den Medien bekannt, wie dem von Wilhelm Rösing (geb. 1947) und Marita Barthel-Rösing (geb. 1952) produzierten Dokumentarfilm „Bis zur Umkehrbank“ (1995).

    Aus Keilsons Vorlesungen, die er im Sommersemester 1996 im Rahmen seiner Franz-Rosenzweig-Gastprofessur an der Gesamthochschule Kassel hielt, ging die Essaysammlung „Wohin die Sprache nicht reicht“ (1998) hervor. Deren titelgebender Beitrag bezieht sich auf Keilsons erste Begegnung mit einem Waisenjungen 1945, der im Konzentrationslager Bergen-Belsen das hilflose Sterben seiner Mutter hatte miterleben müssen. In der sprachlichen Verdichtung von sensibler Einfühlung und kritischer Reflexion gelang es Keilson, seine Betroffenheit und die Problematik seiner Sprachlosigkeit angesichts des durch das erfahrene Grauen völlig verstummten Jungen nachvollziehbar und Wege ihrer Bewältigung sichtbar zu machen.

    2011 erschienen Keilsons Erinnerungsbändchen „Da steht mein Haus“, in dem er den Niederlanden seinen Dank abstattete, „in der Fremde zuhause“ angekommen zu sein. Eine Besprechung seines Werks in der „New York Times“ im Herbst 2010 bescherte dem Hundertjährigen weltweite Aufmerksamkeit, seine Romane wurden in der Folge in viele Sprachen übersetzt.= Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    1963 Mitglied der Nederlandse Vereniging voor Psychoanalyse, Amsterdam
    1981 Ramaer-Medaille der Nederlandse Vereniging voor Psychiatrie
    1985 La médaille d’honneur de la Fédération Internationale des Résistants
    1985 korrespondierendes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie
    1985–1988 Präsident des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland (2006 Ehrenmitglied)
    1990 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
    1990 Ehrenbürger der Stadt Bad Freienwalde (seit 1994 Bad Freienwalde an der Oder)
    1992 Dr. h. c., Universität Bremen
    1999 Elise M. Hayman-Prize for Published Work Pertaining to Traumatized Children and Adults of the International Psychoanalytical Association
    1999 korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
    2000 Ehrensymposion „Gedenk und vergiß – im Abschaum der Geschichte“, Gesamthochschule Kassel
    2004 Stadt- und Kreisbibliothek „Hans Keilson“, Bad Freienwalde an der Oder
    2005 Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
    2006 Ehrenmitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung
    2007 Moses-Mendelssohn-Medaille des Moses-Mendelssohn-Zentrums, Potsdam
    2008 Humboldt-Universitäts-Medaille, Berlin
    2008 WELT-Literaturpreis
    2009 Officier in de Orde van Oranje-Nassau

    Nachlass:

    Privatbesitz Marita Keilson-Lauritz, Bussum (Nordholland, Niederlande). (literarischer und persönlicher Nachlass)

    Institute for War, Holocaust, and Genocide Studies, Amsterdam. (wissenschaftlicher Nachlass zum Werk „Sequentielle Traumatisierung“) (weiterführende Informationen)

    Gedruckte Quellen:

    Jos Versteegen, Hans Keilson. Immer wieder ein neues Leben. Biographie, 2024.

    Marita Keilson-Lauritz, Hundert Jahre Unsterblichkeit. Zur vorläufigen Sichtung des Nachlasses von Hans Keilson, in: Simone Schröder/Ulrike Weymann/Andreas Martin Widmann (Hg.), „die vergangene Zeit bleibt die erlittene Zeit.“ Untersuchungen zum Werk von Hans Keilson, 2013, S. 279–288.

    Marita Keilson-Lauritz, Immer wieder ein neues Exil? Zu einer Hans-Keilson-Biografie für deutsche Leser, in: Exil (2026), H. 1/2. (in Vorbereitung)

    Prosa und Gedichtbände:

    Das Leben geht weiter. Roman, 1933, Taschenbuchausg. 1984, 32011, niederl. 2011, 42012, engl. 2012.

    Komödie in Moll. Novelle, 1947, Taschenbuchausg. 1988 u. 1995, niederl. 1947 u. 2010, engl. 2010, zahlr. Übersetzungen in weitere Sprachen.

    Der Tod des Widersachers. Roman, 1959, Taschenbuchausg. 1989, 32010, niederl. 1960, 1982 u. 2009, 142014, engl. 1961, 1962 u. 2010, zahlr. Übersetzungen in weitere Sprachen.

    Sprachwurzellos. Gedichte, 1986, erw. Ausg. 31989 (Festgabe für Hans Keilson zum 80. Geburtstag im Dezember 1989), 51998.

    Einer Träumenden. Poem (entstanden 1943), 1992.

    Da steht mein Haus. Erinnerungen. Mit einem Gespräch zwischen Hans Keilson und Heinrich Detering, hg. v. dems., 2011 (P), niederl. 2011, weitere Übers. in das Englische, Französische, Hebräische u. Spanische.

    Tagebuch 1944 und 46 Sonette, hg. v. Marita Keilson-Lauritz. Mit einem Nachw. v. Heinrich Detering, 2014, niederl. 2014, engl. 2017.

    Ballade van de aardse Jood en andere gedichten 1933–1944. Zweisprachige Ausg., 2015.

    Sonette für Hanna / Sonnetten voor Hanna. Deutsch-Niederländisch, hg. v. Jos Versteegen/Marita Keilson-Lauritz, 2016.

    Wissenschaftliche Arbeiten:

    Problemen in de sexuele opvoeding, 1963, dt. Probleme in der sexuellen Erziehung, 1966.

    Sequentielle Traumatisierung bei Kindern. Deskriptiv-klinische und quantifizierend-statistische Follow-up Untersuchung zum Schicksal der jüdischen Kriegswaisen in den Niederlanden, unter Mitarbeit von H. R. Sarphatie, 1979, 22005, engl. 1992, franz. 1998. (Diss. med.)

    Essays:

    Wohin die Sprache nicht reicht. Vorträge und Essays aus den Jahren 1936–1996. Mit e. Nachw. v. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, 1998. (W, P)

    Zerstörung und Erinnerung, 1999.

    Sieben Sterne. Reden, Gedichte und eine Geschichte. Mit e. Nachw. v. Gerhard Kurz, 2003.

    Kein Plädoyer für eine Luftschaukel. Essays, Reden, Gespräche, hg. v. Heinrich Detering, 2011.

    Liever Holland dan heimwee. Gedachten en herinneringen. Übers. u. eingel. v. Piet de Moor, 2012.

    Autobiografisches und Interviews:

    „In der Fremde zuhause“ und „Die Faszination des Hasses“. Das Verhältnis von Juden und Christen in Deutschland. Ein Versuch, in: Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hg.), Vergegenwärtigungen des zerstörten jüdischen Erbes. Franz-Rosenzweig-Gastvorlesungen Kassel (1987–1998), 1997, S. 257–284. (Qu, W, P)

    Meine Gegenwelt(en), in: Neue Züricher Zeitung v. 7.4.2007.

    Matthias Weichelt, Gespräch mit Hans Keilson, in: Sinn und Form 61 (2009), H. 2, S. 273–276.

    Werkausgabe:

    Werke in zwei Bänden, hg. v. Heinrich Detering/Gerhard Kurz, Bd. 1: Romane und Erzählungen, Bd. 2: Gedichte und Essays, 2005. (W, L)

    Bibliografie:

    Jos Versteegen, Hans Keilson. Immer wieder ein neues Leben. Biographie, 2024, S. 578–582 u. 679–683.

    Monografien und Anthologien:

    Bettina Schausten, Der Blick auf die Seele. Eine Studie zum Werk Hans Keilsons, 1991. (ungedr. Magisterarbeit, Universität München)

    Sandra Abderhalden, Hans Keilson. Der Tod des Widersachers, 2006. (ungedr. Tesi di Laurea, Universität Urbino)

    David Becker, Die Erfindung des Traumas. Verflochtene Geschichten, 2006, 22014.

    Simone Schröder/Ulrike Weymann/Andreas Martin Widmann (Hg.), „die vergangene Zeit bleibt die erlittene Zeit.“ Untersuchungen zum Werk von Hans Keilson, 2013.

    Barbara Stambolis/Ulrich Lamparter (Hg.), Folgen sequenzieller Traumatisierung. Zeitgeschichtliche und psychotherapeutische Reflexionen zum Werk von Hans Keilson, 2021.

    Simonetta Sanna, Gegen die Feindschaft. Ein Übungsbuch. Hans Keilsons „Der Tod des Widersachers“, erw., revidierte 2. Aufl. 2023.

    Jos Versteegen, Hans Keilson. Immer wieder ein neues Leben. Biographie, 2024. (Qu, W, L, P)

    Aufsätze und Beiträge:

    Ulla Hahn, Nirgends und überall zu Haus. „Sprachwurzellos“. Das lyrische Werk von Hans Keilson, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 7.4.1987.

    Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, Nachwort, in: Hans Keilson, Wohin die Sprache nicht reicht, 1998, S. 249–256.

    Tilman Krause, In der Fremde zu Hause. Zum 90. Geburtstag des Schriftstellers und Psychotherapeuten Haus Keilson. Eine Begegnung, in: Die Welt. Beilage Die literarische Welt v. 11.12.1999.

    Heinrich Detering/Gerhard Kurz, Nachwort, in: Hans Keilson, Werke in zwei Bänden, 2005, Bd. 2, S. 475–501.

    Tilman Spreckelsen, Der Virtuose im Dissonanzen Quartett. Holländische Kinderlieder übertönen die Wacht am Rhein. Ein Besuch bei dem Schriftsteller Hans Keilson in Bussum, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.3.2005.

    Tilman Krause, Die Trauer, nicht der Haß, in: Die Welt. Beilage Die literarische Welt v. 5.11.2005.

    Roland Kaufhold, Das Leben geht weiter. Hans Keilson, ein jüdischer Psychoanalytiker, Schriftsteller, Pädagoge und Musiker, in: Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis 23 (2008), H. 1/2, S. 142–167.

    Roland Kaufhold, Weiterleben. Biografische Kontinuität im Exil. Hans Keilson wird 100, in: Psychosozial 118 (2009), H. 4, S. 119–131.

    Heinrich Detering, Ein verborgener Erzähler. Der Schriftsteller und Psychoanalytiker Hans Keilson feiert heute seinen Hundertsten, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.12.2009, S. 36.

    Francine Prose, As Darkness Falls, in: The New York Times. Sunday Book Review v. 5.8.2010. (P)

    Damion Searls, Man of the Century, in: The Believer 8 (Sept. 2010), H. 7, S. 48–53.

    Roland Kaufhold, Keine Spuren mehr im Rauchfang der Lüfte – sprachloser Himmel. Hans Keilson wird 100, in: Kinderanalyse 17 (2010), H. 1, S. 94–109.

    Elisabeth Wehrmann, Deutsch war die Sprache der Täter. Aber die wollte ich mir nicht nehmen lassen, in: Die Zeit. Literatur Nr. 2 v. März 2011.

    Christian Schröder, Herausgefallen aus der Welt. Der letzte Überlebende der deutschen Exilliteratur. Der Schriftsteller Hans Keilson wird 100 Jahre alt, in: Die Zeit v. 7.2.2012. (Onlineressource)

    Anna Maria Parkinson, The Death of the Adversary. Enduring Ambivalence in Hans Keilson’s Postwar Psychoanalytic Literature, in: Simone Schröder/Ulrike Weymann/Andreas Martin Widmann (Hg.), „Die vergangene Zeit bleibt die erlittene Zeit.“ Untersuchungen zum Werk von Hans Keilson, 2013, S. 91–103.

    Marita Keilson-Lauritz, Die Außensicht der Innensicht. Vier Jahrzehnte mit Hans Keilson, in: Luzifer-Amor. Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse 32 (2019), H. 64, S. 141–154.

    Marita Keilson-Lauritz, Hans Keilson und „Der Tod des Widersachers“. Zu Fragmenten einer Urfassung, in: Neue Rundschau 135 (2024), H. 3, S. 151–168.

    Festschriften:

    Dierk Juelich (Hg.), Geschichte als Trauma. Festschrift für Hans Keilson zu seinem 80. Geburtstag, 1991.

    Marianne Leuzinger-Bohleber/Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hg.), „Gedenk und vergiss – im Abschaum der Geschichte …“. Trauma und Erinnern. Hans Keilson zu Ehren, 2001. (W, P)

    Hans-Jürgen Balmes (Hg.), Hans Keilson (100) (Neue Rundschau 120, H. 4), 2009.

    Dokumentarfilme und Audiobeiträge:

    Wilhelm Rösing/Marita Barthel-Rösing, Bis zur Umkehrbank. Hans Keilson erinnert sich, 1995. (Dokumentarfilm) (weiterführende Informationen)

    Michael Schornstheimer, Literatur ist das Gedächtnis der Menschheit. Der Psychoanalytiker, Schriftsteller und Pädagoge Hans Keilson, in: Ö1. Menschenbilder v. 26.11.1995. (Audiobeitrag)

    Die Erfahrung des Hasses. Gespräch mit Ludger Bült, in: MDR Kultur v. 27.1.2000. (Audiobeitrag)

    Peter Göbel/Heike Zappe, Meine Trauer ist tiefer als mein Hass. Ein Gespräch mit dem Arzt und Schriftseller Hans Keilson, in: Prominente Ehemalige der Humboldt-Universität zu Berlin, November 2008. (Video)

    Hans Jörg Modlmayr, Der zündet die Welt an! Hans Keilson, Arzt und Schriftsteller, in: WDR 5. Erlebte Geschichte v. 13.12.2009. (Audiobeitrag) (Onlineressource)

    60 Fotografien, Abbildungen in: Jos Versteegen, Hans Keilson. Immer wieder ein neues Leben. Biographie, 2024, S. 696.

    Gemälde (Öl/Leinwand) v. Armin Müller-Stahl (geb. 1930), Stadt- und Kreisbibliothek Hans Keilson, Bad Freienwalde an der Oder.

    Zeichnung v. Peter Frank van der Kooi, u. zahlreiche Fotografien, Privatbesitz Marita Keilson-Lauritz, Bussum (Nordholland, Niederlande).

  • Autor/in

    Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Wien)

  • Zitierweise

    Schmied-Kowarzik, Wolfdietrich, „Keilson, Hans“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.04.2026, URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd12003784X.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA