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<< Clemen, Otto Konstantin,     Clemens II. >>

Clemen, Paul

Kunsthistoriker, * 31.10.1866 Leipzig, 8.7.1947 Endorf (Oberbayern). (lutherisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
B Carl s. (1), Otto s. (2); Altenroda b. Goslar 1905 Lilli, T des Geh. Reg.rats Dr.-Ing. e. h. Herm. v. Wätjen (1851–1911) aus der bekannten Bremer Reederfamilie, u. der Clara (T des Malers Benjamin Vautier, 1829-98 [s. ADB LIV, ThB]); 1 S, 2 T, u. a. Wolfg. (* 1909), Anglist, Pedra, Graphikerin.

Leben  
Clemen habilitierte sich 1893 in Bonn und wurde im gleichen Jahr Provinzialkonservator der Rheinprovinz. 1898 zum außerordentlichen Professor der Kunstgeschichte in Bonn ernannt, erhielt er 1899 den Ruf als Professor der Kunst- und Literaturgeschichte an die Kunstakademie in Düsseldorf. 1902-36 wirkte er als Nachfolger C. Justis in Bonn und wurde der Schöpfer des dortigen kunsthistorischen Institutes (mit einer Bibliothek von rund 60 000 Bänden). 1907 lehrte er als Austausch-Professor an der Harvard-Universität. Während des 1. Weltkrieges war er der Organisator des Kunstschutzes. - Clemen ist der Begründer der rheinischen Denkmalspflege und ihr bahnbrechender Organisator. Der erst 24jährige übernahm 1890 die Inventarisation der Rheinischen Kunstdenkmäler und verwaltete zwei Jahrzehnte lang das Amt eines rheinischen Provinzialkonservators. Viele Bände des Inventars stammen aus seiner Feder, besonders die weit über eine Bestandsaufnahme hinausgehende, geistesgeschichtlich umfassende Darstellung „Der Dom zu Köln“ (1937). - Aus intimer Kenntnis der Denkmäler hat Clemen der rheinischen Kunstgeschichte erstmalig eine feste wissenschaftliche Basis gegeben und sie durch zahlreiche, zum Teil enzyklopädische Veröffentlichungen gefördert. Ein Fliegerangriff vernichtete 1944 das ganze Material für eine Gesamtgeschichte der rheinischen Kunst, die er auch durch große Ausstellungen (1902 Düsseldorf, 1904 Düsseldorf, 1925 Köln) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. - Clemen war ein musisch begabter, für alle Künste empfänglicher Gelehrter, ein bedeutender Redner und über die akademische Tätigkeit hinaus ein begeisternder Volksbildner. Trotz seiner überwiegenden Bindung an die mittelalterliche Geschichte widmete er auch der zeitgenössischen Kunst eine Reihe bemerkenswerter Studien (Rodin, Maillol, Stadthaus in Stockholm und so weiter).

Werke  
Weitere W Die roman. Wandmalereien d. Rheinlande, 1905; Die roman. Monumentalmalerei in d. Rheinlanden, 1916; Die got. Monumentalmalereien d. Rheinlande, 1930; Ausw. aus s. Schrr., hrsg. v. H. Lützeler, 1948 (P).

Literatur  
Festschr. z. 60. Geburtstag, 1926 (P); F. Gf. Wolff-Metternich, in: Österr. Zs. f. Denkmalpflege 1, 1947; H. Lützeler, P. C., 1948.

Autor  
Heinrich Lützeler
Empfohlene Zitierweise  

Lützeler, Heinrich, „Clemen, Paul“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 281 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118521187.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 281
Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 386 in Artikel Salmony, Alfred
NDB 23 (2007), S. 337 in Artikel Schnitzler, Hermann
NDB 23 (2007), S.  343 in Artikel Schnütgen, Alexander

PND: 118521187
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Index

Clemen, Paul

Name: Clemen, Paul
Lebensdaten: 1866 bis 1947
Geburtsort: Leipzig
Sterbeort: Endorf (Oberbayern)
Beruf/Lebensstellung: Kunsthistoriker
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Lützeler, Heinrich
PND: 118521187

Weitere Informationen

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Clemen, Paul

PND
118521187

Normdaten
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