<< Salmann Cleman
Salmuth, Curt Arthur Alfred Freiherr von >>
Salmony, Alfred
Kunsthistoriker,
* 10.11.1890 Köln,
† 29.4.1958 an Bord der „Ile de France“ auf der Überfahrt von New York nach Europa. (jüdisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Quellen
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Adolf Aron (
* 1855), aus Hadamar/Lahn,
Kaufm. in
K.,
S d. Salomon Aron (1823–93) u. d. Pauline Schilo Salmony (1828–1904), in
K.;
M Helene Frank (
* 1869);
Ov Julius Aron (1859–1916,
⚭ Paula Rüdenberg,
* 1864,
E d. Moses Rüdenberg, 1786–1875,
Kaufm. in
K., s.
NDB 22
*); ledig.
Leben ↑
Nach dem Abitur am Schiller-Gymnasium in Köln studierte
S. seit 1912 Kunstgeschichte und Archäologie in Bonn und Wien,
u. a. bei Josef Strzygowski (1862–1941). 1914-17 leistete er Kriegsdienst und geriet als Kavallerieunteroffizier in
franz. Gefangenschaft. 1920 erfolgte seine Promotion bei Paul Clemen (1866–1947) in Bonn aufgrund der Dissertation „Europa – Ostasien, Religiöse Skulpturen“ (
gedr. 1922). Anschließend kam
S. als Assistent an das von Adolf Fischer (1856–1914) gegründete Museum für Ostasiatische Kunst in Köln, das erste Museum seiner Art in Mitteleuropa; 1924 wurde
S. zu dessen
stellv. Direktor ernannt. An der Universität hatte er 1926/27 und 1932/33 Lehraufträge, doch Habilitationsabsichten scheiterten am Widerstand des Kunsthistorikers Albert Erich Brinckmann (
* 1881). Unmittelbar nach der „Machtergreifung“ verließ
S. Deutschland, arbeitete ein Jahr an den Museen Cernuschi und Citroën in Paris und ging 1934 in die USA, wo er 1934-37 am Mills College (Calif.), im Herbstsemester 1937 an der
Univ. of Washington (Seattle) und 1938-41 am Vassar College, Poughkeepsie sowie gleichzeitig 1938-47 an der New York University als Lektor für Kunstgeschichte tätig war. Seit 1947 Associate, 1952 Full Professor an der New York
Univ., blieb er deren Institute of Fine Arts bis zu seinem Tod verbunden.
S. leistete wichtige Beiträge zur Etablierung des Fachs
Ostasiat. Kunstgeschichte. Für das Kölner Museum für
Ostasiat. Kunst erstellte er einen Bestandskatalog und veranstaltete 1926 eine Ausstellung
asiat. Kunst, die ebenso wie der eindrucksvolle Katalog enorme Beachtung fand. 1925 gründete
S. zusammen mit dem Genter Sinologen und Mythologieforscher Carl Hentze (1883–1975) die Zeitschrift „Artibus Asiae“ (seit 1946 alleiniger
Hg.), neben der „
Ostasiat. Zeitschrift“ von Otto Kümmel (1874–1952) und William Cohn (1880–1961) die bis heute renommierteste Fachzeitschrift. Auf zahlreichen Forschungsreisen knüpfte er wissenschaftliche Kontakte, so in den USA (1926/27 u. 1932), 1928-34 in der Sowjetunion (6 Reisen,
u. a. nach Sibirien, in den Kaukasus, das Wolgatal u. d. Ukraine), nach China (1929), Japan (1930) und Korea (Exchange
Prof. 1950). Er war einer der wenigen Kunsthistoriker, die auch während des „Kalten Kriegs“ engen
|Kontakt zu Kollegen in der Sowjetunion aufrechterhielten. Seine Veröffentlichungen galten
v. a. der Kunst der Völkerwanderungszeit sowie der
chines. Jade.
Dem Institute of Fine Arts in New York, das sich unter seiner Leitung zu einem Zentrum der ostasiat. Kunstforschung entwickelte, hinterließ er seine reichhaltige Bibliothek (A.
S. Memorial Library of Asian Studies).
Werke ↑
Weitere W
Die
chines. Steinplastik, 1922 (
Kat. d.
Mus. f.
Ostasiat. Kunst, 1);
Sculpture in Siam, 1925,
dt. 1926;
Chines. Plastik, 1925;
Asiat. Kunst, 1926;
Asiat. Kunst,
Ausst.kat. Köln 1926, München 1929;
Sino-Siberian art in the collection of C. T. Loo, 1933;
Carved jade of ancient China, 1938;
Chinese sculpture, 1944;
Chines. Grabfunde u. Bronzen,
Slg. J. F. H. Menten, 1948;
Archaic Chinese jades from the Edward and Louise B. Sonnenschein collection, 1952;
Antler and tongue, 1954;
Chinese jade through the Wei dynasty, 1963;
–
W-Verz. (366 Titel): H. Walravens.
Bibliogrr. z. ostasiat.
Kunstgesch. in
Dtld. 2, 1984
(P).
Literatur ↑
J. F. Haskins, in: Artibus Asiae 21, 1958, S. 285 f.;
New York Times, 3.5.1958, S. 19;
College Art Journal 18, 1958, S. 77;
Revue archéologique de l'Est ?, 1960, S. 104-06;
Ars Orientalis 4, 1961, S. 453;
H. Trubner, in: Zur
Kunstgesch. Asiens, 1977, S. 17-20;
K. Michels, Transplantierte
Kunstwiss., Dt.sprachige
Kunstgesch. im
amerik. Exil, 1999
(P);
Kürschner, Gel.-Kal. 1954;
BHdE II; U. Wendland.
Biogr. Hdb. dt.sprachiger Kunsthistoriker im Exil, 1999, S. 577-80
(W, L);|Quellen ↑
Qu New York Public Library, Manuscripts and Archives Division, Emergency Committee in Aid of Displaced Foreign Scholars Records.
Autor ↑
Hartmut WalravensEmpfohlene Zitierweise ↑
Walravens, Hartmut, „Salmony, Alfred“,
in: Neue Deutsche Biographie
22
(2005), S.
386-387
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116766751.html