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NDB-Artikel

<< Althusius, Johannes     Altmann, heilig >>

Alting, Menso

reformierter Theologe, * 9.11.1541 Eelde a. d. Drenthe bei Groningen, 7.10.1612 Emden.


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Roeleff Alting (1513–89), Ratsassessor und Gerichtsschultheiß zu Eelde; M Immetje (1522–80), T des Hendrik Schierbeck, Richter zu Sleen und der Roeleffge Roegaet; Gvv Menso Alting (1476–1526), Freisaß zu Gasteren; Gmv Margarethe Lueffoghe (1493–1569); Dirmstein (Rheinhessen) 13.6.1571 Marie (1550–1613), T des Henrich Bischop, Kaufmann und Schöffe zu Gangelt, und der Waeltje van der Burgh; 12 K, u. a. Heinrich Alting (1583–1644), Theologe und Historiker; E Jakob Alting (1618–79), Theologe und Orientalist; Ur-E Menso Alting (1637–1713), Bürgermeister in Groningen, Historiker.

Leben  
Auf den Schulen in Groningen, Münster und Hamm vorgebildet, studierte Alting in Köln und, nach seinem Übergang zur reformierten Kirche 1565, in Heidelberg Theologie (bis 1566). Er hat als Prediger in Helpen und Sleen (Niederlande, bis Juli 1567) und nach seiner Flucht aus Holland in Leiselsheim, Dirmstein und Heidelberg gearbeitet. Im Oktober 1575 begann er in Emden seine Tätigkeit als Prediger, Leiter des Presbyteriums und Praeses des Predigercoetus. Durch ihn kam der Calvinismus in Emden zum Durchbruch. Das Thema seines Lebens war die Abwehr der Gegenreformation durch eine protestantische Union im Geiste des kämpferischen Calvinismus. Das verwickelte ihn in die Auseinandersetzung der Niederlande mit Spanien wie auch der ostfriesischen Stände mit den absolutistischen Neigungen der lutherischen Grafen Edzard II. und Enno III. Er hat die Sonderstellung der Stadt Emden im Staatsgefüge der Grafschaft mit begründet (Emder Revolution 1595). Gedanken seiner Freunde Johannes Althusius und Ubbo Emmius lassen sich in seinem politischen und kirchlichen Verhalten erkennen. Seine Werke behandeln Zeitfragen: die Reformationsgeschichte Ostfrieslands, die Abendmahlslehre und die Täuferfrage; auch Kirchenlieder sind erhalten.

Literatur  
ADB I; H. K. Hesse, M. A., eine Gestalt aus d. Kampfzeit d. calvin. Kirche, 1928 (P, W); H. de Vries de Hekelingen, Genève, pépinière du calvinisme hollandais I, Freiburg (Schweiz) 1918, S. 228; Nederl. Arch. v. Kerkgesch., NF 12, Den Haag 1916, S. 349 ff.; Ztschr. f. Kirchengesch. 48, NF 11, 1929, S. 123-29; H. Boer, Ubbo Emmius en Oostfriesland, 1935; RGG.

Portraits  
Emden (2mal) u. Leer (ref. Kirche).

Autor  
Jan Weerda
Empfohlene Zitierweise  

Weerda, Jan, „Alting, Menso“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 225 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd10001058X.html

ADB-Artikel

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Alting, Menso

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Alting: Menso A. , geb. 11. Nov. 1541 zu Eelde in der Provinz Drenthe, † 7. Oct. 1612, Sohn des dortigen Schultheißen Rudolph A. Für den geistlichen Stand gebildet zu Gröningen, Münster, Hamm und Köln, ward er durch Bibellesen auf die Seite der Reformation geführt und begab sich 1565 nach Heidelberg, um dort zur reformirten Lehre überzutreten. Den klagenden Verwandten schrieb er heim, er müsse dem Moses folgen, der Aegypten verlassen habe, denn auch er achte die Schmach Christi höher als alle Schätze Aegyptens. Im Mai 1566 zum Prädicanten ordinirt, wirkte er zuerst als reform. Geistlicher in Helpen bei Gröningen, zu Sleen in Drenthe, floh aber von dort im Juli 1567 nach Heidelberg, ward im September Pfarrer zu Leidelsheim und 1570 zu Dirnstein in der Pfalz.|Hier heirathete er 1571 die Maria Episcopia. 1573 als Prediger nach Heidelberg berufen, kehrte er 1575 wieder nach Friesland zurück und war 37 Jahre lang Oberpfarrer und Präses des Consistoriums zu Emden.
Als 1594 das bis dahin katholische Gröningen sich den Prinzen Moritz und Wilhelm Ludwig von Nassau unterwerfen mußte, berief man A. dorthin, um bei der neuen Weihe des Domes die erste Predigt zu halten. Dies zog ihm jedoch die Ungnade seines Landesherrn des Grafen Edzard II. von Ostfriesland zu, der darin einen Verstoß wider die von dem Grafen dem Kaiser gelobte Neutralität sah. A. ward jedoch sowol durch die Liebe seiner Gemeinde wie durch Graf Wilhelm von Nassau gegen die von Graf Edzard geforderte Amtsentsetzung geschützt.
Alting's wenige Schriften zeigen im Unterschied vom Lutherthum einen streng confessionellen Standpunkt: daher seine Angriffe gegen Ligarius und Hunnius. Daß seine Wirksamkeit eine sehr erfolgreiche gewesen, das beweist die ihm zu Theil gewordene Biographie durch Ubbo Emmius, herausgeg. v. Ad. Menso Ising, Gröningen 1728.
Menso Alting der Jüngere, geb. 1637, † 2. Aug. 1713, Bürgermeister von Gröningen, war ein Urenkel von ihm. Er hat sich neben anderen Schriften namentlich durch seine "Descriptio. secundum Antiquos, Agri Batavi et Frisii, sive Notitia Germaniae Inferioris", 1697, ausgezeichnet. (Vgl. von A. Biogr. Woordenb.)

Autor  
Alberd. Th. u. Gaß.
Empfohlene Zitierweise  

Alberdingk, Thijm; Gaß, W., „Alting, Menso“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 368-369 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd10001058X.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 225
ADB 1 (1875), S. 368-369

PND: 10001058X
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Index

Alting, Menso

Name: Alting, Menso
Lebensdaten: 1541 bis 1612
Geburtsort: Eelde a. d. Drenthe bei Groningen
Sterbeort: Emden
Beruf/Lebensstellung: reformierter Theologe
Konfession: reformiert
Autor NDB: Weerda, Jan
Autor ADB: Alberdingk, Thijm; Gaß, W.
PND: 10001058X

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Alting, Menso

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10001058X

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