<< Adler, Gottlieb
Adler, Jakob Georg Christian >>
Adler, Guido
Musikhistoriker,
* 1.11.1855 Eibenschitz (Mähren),
† 15.2.1941 Wien. (israelitisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joachim Adler, praktischer Arzt (
† 1856);
M Franziska Eisenschitz;
⚭ 22.3.1887 Betti Berger;
S Hubert Joachim Adler, Laryngologe, jetzt in USA;
T Melanie Adler (
† 1942 Theresienstadt), Homöopathin.
Leben ↑
Adler besuchte während der Gymnasialzeit das Konservatorium in Wien, wo
u. a. A. Bruckner sein Lehrer war. Nach dem Abitur wandte er sich vorerst dem Studium der Rechte zu, das er 1878 mit der Promotion beendete. Daneben widmete er sich, gefördert von E. Hanslick, musikgeschichtlichen Studien und wurde 1880 zum
Dr. phil. promoviert. Neben Ph. Spitta und F. Chrysander wurde Adler einer der Begründer der modernen Musikwissenschaft. In Wien 1882 für dieses Fach habilitiert, wurde Adler 1885 außerordentlicher Professor in Prag und 1898 ordentlicher Professor in Wien als Nachfolger Hanslicks. Er begründete hier das „Musikhistorische Institut“ der Universität, aus dem unter seiner Führung zahlreiche Musikforscher hervorgingen. Er organisierte die Herausgabe der „Denkmäler der Tonkunst in Österreich“, die unter seiner Leitung bis 1938 in 83 Bänden erschienen. 1927 trat Adler in den Ruhestand. Im Wiener Musikleben nahm Adler eine führende Stellung ein und organisierte die internationalen Kongresse und Veranstaltungen der Wiener Haydn- und Beethoven-Zentenarfeier 1909
bzw. 1927. - Das zentrale Forschungsgebiet Adlers bildete die reiche musikalische Vergangenheit Österreichs vom 15. bis zum 19. Jahrhundert. Daneben beschäftigten ihn die methodisch-systematischen Probleme der Entwicklung der musikalischen Stilformen, die in seiner „Wiener Schule“ eine frühe und eingehende Behandlung erfuhren. Seiner Initiative war nach dem ersten Weltkrieg der Zusammenschluß der Musikforscher in der „Internationalen Gesellschaft für Musikwissenschaft“ zu verdanken, deren Ehrenpräsident er bis zum Lebensende blieb.
Werke ↑
u. a. Richard Wagner, 1904,
21923 (französ. 1910); Der Stil in der Musik, 1911; Methode d.
Musikgesch., 1919;
Hdb. d.
Musikgesch., 1924,
21930; Wollen u. Wirken, Aus d. Leben eines Musikhistorikers, 1935;
Zahlreiche Edd. österr. Musikdenkmäler u. sonstige Arbb. A.s s. Schr.-Verz. in: Festschr. f. G.
A., 1930, S. 221-24 u.
MGG.
Literatur ↑
R.
v. Ficker, in:
Österr. Musik-
Ztschr. I, 1946, S. 185 f. u.
MGG.
Portraits ↑
Phot., in:
Festschr. f. G.
A., 1930;
Phot. nach
Ölgem. v. T. Dreger, in: G.
A., Wollen u. Wirken, 1935.
Autor ↑
Rudolf von FickerEmpfohlene Zitierweise ↑
Ficker, Rudolf von, „Adler, Guido“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
70
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118500694.html