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Bach, Johann Christoph
* 8.12.1642 Arnstadt,
† 31.3.1703 Eisenach. (lutherisch)
Genealogie
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| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich Bach (1615–92), Komponist, Stadtpfeifer und Organist in Erfurt und Arnstadt;
M Eva,
T des Stadtpfeifers und Handelsmannes Johann Christoph Hoffmann in Suhl, Schüler des Stadtpfeifers Johann Bach in Erfurt (
Groß-O von Johann Sebastian Bach);
Gvv Johannes (Hans) Bach (um 1586–1626), Musikant und Teppichmacher in Wechmar;
Gmv Anna,
T des Gastwirts Schmied, in Wechmar;
⚭ Maria Elisabeth,
T des Stadtschreibers Johann Wedemann in Arnstadt; 8
K,
u. a. S Johann Nicolaus Bach (s. 7), Johann Christoph Bach (1676-um 1730), Klavierlehrer, zuletzt in England, Johann Friedrich Bach (1682–1730), Musiker und Komponist in Mühlhausen.
Leben ↑
War schon der Vater ein namhafter Komponist, so darf sein ältester Sohn der überragende Meister des Bachschen Musikergeschlechts seiner Zeit heißen. Die Bachsche Familienchronik nennt ihn den „großen und ausdrückenden Componisten". Er war Schüler seines Vaters und wurde 1663 als Organist an die Schloßkapelle in Arnstadt, 1665 an die Georgenkirche in Eisenach berufen, wo er zugleich als Cembalist in die herzogliche Kapelle eintrat und 1700 zum Kammermusiker aufrückte. Von Bachs Kompositionen sind Motetten, Kantaten, Orgelchoräle und Klaviervariationen erhalten, unter denen die Alt-Solokantate „Ach, daß ich Wassers genug hätte“ und 15 Variationen über die „ Aria Eberliniana“ (1690) durch Kühnheit und Dichte des Ausdrucks hervorragen.
Literatur ↑
ADB I;
F. Wiegand,
Joh. Seb. B. in Arnstadt, 1950, S. 20 ff.;
R. Benecke, in:
MGG I.
Autor ↑
Wilibald GurlittEmpfohlene Zitierweise ↑
Gurlitt, Wilibald, „Bach, Johann Christoph“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
483
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd120327112.html
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Bach, Musikerfamilie >>
Bach, Johann Christoph
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Bach: Johann Christoph
B.
, Musiker, ältester Sohn von Heinrich (s. u. Joh.
Sebast.
B.
, S. 730), geb. zu Arnstadt
8. Dec. 1642, Schüler
seines Vaters, 1665 Organist in Eisenach, nach 1678 auch
Hoforganist; seit 1667 mit Maria Elisabeth Wedemann aus Arnstadt
vermählt, und † 31. März 1703. — Er
ist weitaus der bedeutendste der älteren Generationen seines
Geschlechtes und ward von Sebastian sehr hoch geschätzt. — Seine
Motetten, deren Spitta 8 kennt und bespricht, sind von hoher
Schönheit und zeigen eine weit größere Originalität, als die Werke
seines Bruders Joh. Michael. Man erkennt neben dem Studium
deutscher Meister, wie Schütz und Hammerschmidt, in seinen Werken
auch dasjenige der Italiener, namentlich an der contrapunctischen
Fertigkeit und der Sangbarkeit der Mittelstimmen, worin er seine
deutschen Zeitgenossen sehr überragt. Es tritt uns bei ihm eine
bewußte Mischung der alten Tonarten mit dem neuen harmonischen
System entgegen, oft in überaschendem harmonischem Reichthum. Die
8 Motetten sind folgende: "Der Mensch vom Weibe geboren", 5stimm.,
G-moll; "Sei getreu bis in den Tod", A-dur; "Lieber Herr Gott, wecke uns auf",
8stimm., doppelchörig, von 1672 (gedruckt bei Naue, s. o. S. 728);
"Der Gerechte, ob er gleich zeitig stirbt", 5stimm., F-dur, von 1676 (gedruckt bei Naue und Mus. sacra VII. 14); "Herr, nun lässest du
deinen Diener in Frieden fahren", überwiegend äolisch; "Unsers
Herzens Freude hat ein Ende", transpon. dorisch, wol das
erhabenste der uns erhaltenen Werke (gedruckt Mus. sacra XVI. 18); "Fürchte dich nicht",
5stimm., A-moll; "Ich lasse dich nicht, du
segnest mich denn", F-moll (gedr. bei Naue
u. öfter, von Schicht irrthümlich als ein Werk Joh. Sebastians
herausgegeben). Daran reiht sich noch ein oratorisches Werk über
Offenbar. 12. 7—12, den mystischen Kampf zwischen dem Erzengel
Michael und dem Teufel darstellend: 5stimmige Doppelchöre, 2
Violinen, 4 Bratschen, Fagott, 4 Trompeten, Pauke, Baß und Orgel.
Dies eigenthümliche und geistvolle Werk ist offenbar einer Arbeit
Hammerschmidt's über denselben Text nachgebildet, überragt aber
sein Vorbild weit. Sebastian
B.
brachte es noch in Leipzig zur Aufführung.
Weit unbedeutender erscheint Joh. Christoph in seinen uns
erhaltenen 44 Choralvorspielen. Die einzige Handschrift derselben
führt den Titel: "Chorale, welche bey wörenden Gottes Dienst zum
Präambulieren gebraucht werden können, gesetzet und herausgegeben
von Johann Christoph Bachen Organ. zu Eisenach"; scheint also
einem Drucke entnommen.
Von seinen vier Söhnen war der älteste Johann Nicolaus der
bedeutendste, seit 1695 Stadt- und Universitätsorganist zu Jena, †
daselbst 4. Nov. 1753 als der letzte
seines Zweiges der Familie. Er galt seiner Zeit als tüchtiger
Suitencomponist und ward als Orgel- und Clavierbauer, besonders
wegen seiner Lautenclaviere gerühmt. Wir besitzen von ihm nur eine
"Missa brevis" und ein komisches
Singspiel: "Der jenaische Wein- und Bierrufer", wol für eine
Studentenaufführung geschrieben.
Literatur ↑
Spitta, Joh. Sebastian Bach I. 29. 37
39. 43—51. 71—95. 99 bis 105. 129—139.
Autor ↑
v. L.
Empfohlene Zitierweise ↑
L., von, „Bach, Johann Christoph“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
729
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd120327112.html?anchor=adb
Bach, Johann Christoph
Name: Bach, Johann Christoph
Lebensdaten: 1642 bis 1703
Geburtsort: Arnstadt
Sterbeort: Eisenach
Beruf/Lebensstellung: Musiker; Hoforganist in Eisenach; Komponist
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Gurlitt, WilibaldAutor ADB:
L., vonPND: 120327112