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Bach, Johann Michael
* 9.8.1648 Arnstadt,
† 17.5.1694 Gehren. (lutherisch)
Genealogie
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| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
B Johann Christoph Bach (s. 2);
⚭ 1675 Katharina,
T des Stadtschreibers Johann Wedemann in Arnstadt;
T Maria Barbara (
⚭ Johann Sebastian Bach).
Leben ↑
Der nachmalige Schwiegervater Johann Sebastian Bachs war in der Musik Schüler seines Vaters und des Kantors J. de Fletin in Arnstadt. Von 1673 bis zu seinem Tod versah Bach das Amt des Organisten und des Stadtschreibers in Gehren. Als Organist war er Nachfolger von J. Effler (
† 1713 Jena), des späteren Organisten der Schloßkirche in Weimar, wo Johann Sebastian Bach ihm nachfolgte. Von Bachs Kompositionen sind Kantaten, Motetten, Orgelchoräle und mehrstimmige Sonaten bekannt. Besonders von seinen Instrumentalwerken ist vieles verschollen. Bach betätigte sich auch als Instrumentenmacher.
Literatur ↑
ADB I; R. Benecke, in:
MGG I,
Sp. 920 f.
(L).
Autor ↑
Wilibald GurlittEmpfohlene Zitierweise ↑
Gurlitt, Wilibald, „Bach, Johann Michael“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
484
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104364467.html
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Bach, Johann Michael
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Bach: Johann Michael
B.
, Musiker, geb. 9. Aug.
1648 in Arnstadt, † zu
Gehren im Mai 1694, dritter Sohn Heinrich Bach's (s. Joh. Seb.
B.
, S. 730) und jüngerer Bruder Joh. Christophs (s. u.),
erst Schüler und Gehülfe seines Vaters, darauf seit 1673 Organist
und Gemeindeschreiber zu Gehren. 1675 verheirathete er sich mit
Katharina Weremann aus Arnstadt; sein einziger Sohn starb vor ihm;
von seinen 5 Töchtern ward die jüngste, Maria Barbara, Johann
Sebastians erste Gattin. — Johann Michael, wenn auch weniger
geistvoll als sein Bruder, zählt doch zu den bedeutenderen unter
den älteren Mitgliedern der Familie Bach. Er scheint seine
Hauptstärke im Instrumentalen gehabt zu haben. Walther (im
Lexikon) rühmt seine "starken Sonaten und Claviersachen" und noch
in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts kannte man seine
Choralbearbeitungen und Vorspiele. Für jetzt lassen sich aber
deren nur 5, und außer ihnen nur Vocalsachen als erhalten
nachweisen, nämlich eine Cantate über die Worte: "Ach bleib bei
uns Herr Jesu Christ" (G-moll, 4stimmig
mit 2 Violinen, 3 Violen, Fagott und Orgel) und 12 Motetten,
darunter mehrere 5stimmige (auch in der Instrumentalmusik war
damals die Fünfstimmigkeit, aus 3 Geigen und 2 die Harmonie
füllenden Bratschen zusammengesetzt, beliebt) und mehrere
doppelchörige. Bei Naue, "Neue Motetten für Singchöre von Joh.
Christoph Bach und Joh. Mich.
B.
", 3 Hefte finden sich davon: "Sei nun wieder
zufrieden, meine Seele", A-moll; "Ich
weiß, daß mein Erlöser lebt", G-dur; "Wo
soll ich fliehen hin", F-dur; "Herr, wenn
ich Dich nur habe", B-dur; "Nun hab ich
überwunden", G-dur und "Unser Leben ist
ein Schatten", C-moll. Von besonderer
Schönheit ist namentlich diese letzte, 2chörig (6- und 3stimmig).
Die meisten Texte dieser Motetten sind aus Bibelwort und
Gesangbuchsliedern zusammengesetzt. Das Recitativ und die Arie
nach italienischem Muster drangen überhaupt erst nach 1700 in die
Cantate ein.
Joh. Michael zeigt sich als Contrapunctist nicht eben stark;
seine Stimmenführung leidet oft an Ungeschick und in seinem
Vocalsatz überwiegt durchaus der homophone Stil. Wo z.
B.
der Choral eintritt, pflegt
B.
die Unterstimmen
|nur als accordische
Begleitung zu gestalten. Unverkennbar ist an einzelnen Stellen
seine Anlehnung an Hammerschmidt. — Er baute auch Instrumente. —
Literatur ↑
Vgl. Spitta, J. S. Bach I. 33. 37—40.
51—71. 105.
Autor ↑
v. L.
Empfohlene Zitierweise ↑
L., von, „Bach, Johann Michael“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
728-729
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104364467.html?anchor=adb