<< Ackermann, Johann Christian Gottlieb
Acontius, Melchior >>
Acoluthus, Andreas
Orientalist,
* 16. (6.) 3.1654 Bernstadt (Niederschlesien),
† 4.11.1704 Breslau. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johannes Acoluthus (
* 1628 Glausche,
† 1689), Pfarrer an der Elisabethkirche Breslau und Inspektor der evangelisch-lutherischen Kirchen und Schulen in Stadt und Fürstentum Breslau; jüngster
S Johann Karl Acoluthus von Folgersberg, Ratsherr und Schulpräses in Breslau.
Leben ↑
Schon früh erwarb sich Acoluthus gründliche Kenntnisse in den semitischen Sprachen bei August Pfeiffer in Stroppen (Niederschlesien); später dehnte er seine Studien auf fast alle damals bekannten Sprachen des Orients, vom Armenischen und Türkischen bis zum Chinesischen, aus. Mit Hilfe des armenischen Priesters Hagop Krikorenz gründete er in Leipzig eine armenische Druckerei, aus der 1680 als erster armenischer Druck in Deutschland sein „Abdias hajerên“ hervorging. 1683 trat Acoluthus in den Breslauer Kirchendienst und wurde 1689 auch mit der hebräischen Professur am dortigen Elisabethan betraut. Er besaß eine große Anzahl arabischer Koranhandschriften; als es ihm gelang, auch eine persische und türkische Koranversion zu erwerben, faßte er den Entschluß, einen Viersprachen-Koran (arabisch-persisch-türkisch-lateinisch) herauszugeben, konnte aber nur ein „Specimen alcorani quadrilinguis“ erscheinen
|lassen (1701). Auf Grund dieser Arbeit wurde er als Mitglied in die Berliner Akademie aufgenommen. Acoluthus stand in gelehrtem Briefwechsel mit Leibniz und hat sich auch als schlesischer Kirchenlieddichter verdient gemacht.
Werke ↑
Verz. in: Jödler-Adelung I;
Brit. Mus.,
Gen. Cat. of Printed Books I, 1931.
Literatur ↑
ADB I;
F. Babinger, Die
türk. Stud. in Europa bis
z. Auftreten
v. Hammer-Purgstall's, in: Welt d. Islams 7, 1919, S. 118/119;
O. Schultze, Predigergesch. d. Stadt Breslau, 1938, S. 37
u. ö.;
D. Froundjian,
Dt.-
armen. Kulturbeziehungen, in:
Dt. Kultur im Leben d. Völker 17, 1942, S. 103/104;
E. Amburger. Die
Mitgl. d.
Dt. Ak. d. Wiss. zu Berlin, 1950, S. 57.
Portraits ↑
Kupf. v. J. D. Sysang (Philipp), in: Bildnis-
Slg. d. Breslauer
Stadtbibl.Autor ↑
Hans Stried!Empfohlene Zitierweise ↑
Striedl, Hans, „Acoluthus, Andreas“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
38-39
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11600617X.html
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Acontius, Jacob >>
Acoluthus, Andreas
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Acoluthus: M.
Andreas
A.
, einer der bedeutendsten Orientalisten seiner
Zeit, geb. 16. März 1654 in
Bernstadt, † 1704 am 4. Nov. in Breslau, war ein Sohn des
gelehrten, als Pastor von St. Elisabeth und Inspector der
Breslauischen Kirchen und Schulen 1689 verstorbenen Dr. theol. Johannes
A.
Nach tüchtiger Vorbildung auf dem Elisabethan fand er
in M. August Pfeiffer, gestorben als
Superintendent in Lübeck, einen ebenso tüchtigen Lehrer für das
Rabbinische, Syrische, Chaldäische, Arabische, Persische,
Aethiopische, womit er später das Mauretanische, Türkische,
Koptische, Armenische, sogar das Chinesische verband. 1674 ging er
nach Wittenberg, von da nach Leipzig, wo er Magister wurde und
über orientalische Sprachen Privatvorlesungen hielt. Durch einen
glücklichen Zufall in den Besitz einer Armenischen Bibel gelangt,
gab er 1680 den Propheten Obadja armenisch mit Observationen
heraus, der erste in Deutschland erschienene armenische Druck. Der
1682 verfaßte Tractat "De aquis zelotypiae
amaris" zu Num. 5, 11 ff. sollte ihm
den Weg zu einer Professur bahnen; aber 1683 nach Breslau
zurückgekehrt, ließ er sich dort bewegen, in den praktischen
Kirchendienst einzutreten. 1689 übertrug ihm der Rath die
Professur der hebräischen Sprache am Elisabethan und berief ihn
das Jahr darauf zum Senior an die Bernhardinkirche. Seine unter
einer Last von Amtsarbeiten mit eisernem Fleiße fortgesetzten
orientalischen Studien wurden durch eine im Türkenkriege erbeutete
arabische Handschrift des Koran mit persischer und türkischer
Uebersetzung zu neuem Eifer entflammt. Der Koran war, da die 1530
in Venedig erschienene arabische Ausgabe auf Befehl des Papstes
verbrannt worden war, in Deutschland damals so gut als unbekannt,
weßhalb
A.
den Entschluß saßte, diese dreisprachige Handschrift
mit lateinischer Uebersetzung zu veröffentlichen. Sein Plan fand
in Berlin bei Friedrich III., dem freigebigen Förderer der
Wissenschaften, die günstigste Aufnahme. Der Kurfürst setzte ihm
alsbald eine jährliche Pension aus. Von dem zu edirenden Koran
erschien jedoch nur 1701 ein "Specimen alcorani
quadrilinguis", in Folge dessen
A.
zum Mitgliede der königl. Akademie der Wissenschaften
in Berlin erwählt wurde. — Der jüngste seiner Söhne
Johann Karl, Rathsherr und Schulpräses in
Breslau, ist von Karl VI. unter dem Namen
von Folgersberg geadelt worden.
Literatur ↑
Christ. Schmid, Leichenpredigt auf M.
Andr. Acoluthus nebst angefügtem Lebenslauf. Breslau. — Mart. Hankii monumenta pie defunctis olim erecta,
ed. a G. Hankio, 1718.
Autor ↑
Schimmelpfennig.
Empfohlene Zitierweise ↑
Schimmelpfennig, Adolf, „Acoluthus, Andreas“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
40
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11600617X.html?anchor=adb
Acoluthus, Andreas
Name: Acoluthus, Andreas
Lebensdaten: 1654 bis 1704
Geburtsort: Bernstadt (Niederschlesien)
Sterbeort: Breslau
Beruf/Lebensstellung: Orientalist
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Striedl, HansAutor ADB:
Schimmelpfennig, AdolfPND: 11600617X