<< Ackermann, Rudolph
Acoluthus, Andreas >>
Ackner, Johann Michael
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Ackner: Johann Michael
A.
, Archäolog und Naturforscher, geb. zu Schäßburg 25. Jan.
1782, † als evangel. Pfarrer von Hammersdorf (nächst
Hermannstadt) 12. Aug. 1862. Die erste Ausbildung erhielt er am
Gymnasium seiner Vaterstadt, studirte hierauf Philosophie am
evangel. Gymnasium zu Hermannstadt und begab sich 1805 nach
Wittenberg. Aber nach kaum vollendetem ersten Jahre wurden die
Studien hier in Folge der Besetzung Wittenbergs durch die
Franzosen unterbrochen. Er hörte darauf in Göttingen u. a. Heyne,
Blumenbach, Beckmann und Heeren. Nach Beendigung seiner
Universitätsstudien bereiste er zu Fuß einen großen Theil von
Deutschland und Frankreich, die Schweiz und Italien. Nach der
Heimkehr in sein Vaterland wirkte er 13 Jahre an der
Hermannstädter Schule als Professor der Philologie und
Archäologie. Hier gab er 1809 seine "Antiqua
musei Parisiorum monumenta" heraus. 1821 wählte ihn die
evang. Gemeinde in Hammersdorf zu ihrem Pfarrer. Bei aller Treue
für den Beruf des Seelsorgers fand er in seiner neuen Stellung
Muße genug, sich seinen Lieblingsstudien in rastloser Thätigkeit
zu widmen. Zahlreiche Reisen, die er in den Jahren 1832 bis 1847
unternahm, um die römischen Inschriftengebiete Siebenbürgens und
der Nachbarländer, sowie interessante Fundorte von Mineralien und
Petrefactenlager zu besuchen, führten zu einer stattlichen Reihe
von werthvollen Abhandlungen archäologischen und naturhistorischen
Inhalts, deren Verzeichniß man in der "Transsilvania", Beibl. des
Siebenb. Boten, Nr. 14 des J. 1862 findet. Aber auch eine schöne
und reiche Sammlung von Antiquitäten, Münzen, Petrefacten und
Mineralien dankt besonders jenen Reisen ihre Entstehung. Bei dem
hohen Interesse, das diese Sammlung gewährte, bei den umfassenden
Kenntnissen, dem Reichthum der Erfahrungen und bei der bis ins
höchste Alter ungetrübt bewahrten Leutseligkeit des "Nestors
deutscher Forschung in Siebenbürgen" konnte es nicht anders sein,
als daß der stille Pfarrhof des freundlichen Dorfes häufig
zahlreiche Freunde und Jünger der Wissenschaft in sich aufnahm.
Mit Recht konnte sein Biograph in dem warm geschriebenen Nachrufe
sagen: "So sehen wir
A.
durch mehr als ein halbes Jahrhundert im Mittelpunkte
aller wissenschaftlichen Bestrebungen seiner Nationsgenossen in
hervorragender Weise thätig, theils selbst arbeitend, theils durch
sein Beispiel und seine Aufmunterung und Unterstützung jüngere
Kräfte anregend, belehrend und fördernd." — Die Anerkennung der
Verdienste wurde dem edlen Manne im In- und Auslande von allen
Seiten zu Theil und allgemeinste Verehrung wurde ihm an seinem
50jährigen Dienstjubiläum am 8. Oct. 1858 entgegengetragen. —
Seine hervorragendsten Werke sind die "Mineralogie Siebenbürgens
mit geognostischen Andeutungen", Hermannstadt 1847—55. "Die
römischen Alterthümer und deutschen Burgen in Siebenbürgen mit
einer Uebersichtskarte" und "Die Colonien und militärischen
Stand-Lager der Römer in Dacien", vor Allem aber "Die römischen
Inschriften in Dacien, gesammelt und bearbeitet von J. M. Ackner
und Friedr. Müller",
|Wien 1865. — Es war ihm nicht
beschieden, das Erscheinen des letztgenannten, in seinem 81.
Lebensjahre beendigten Werkes zu erleben. Seine Sammlungen erwarb
der naturwissenschaftliche Verein in Hermannstadt.
Literatur ↑
Transsilvania, 2. Jahrg., 1862, Nr. 14. — Oesterreich.
Wochenschrift für Wissensch., Kunst u. öffentl. Leben, 1863, Nr.
4.
Autor ↑
Zieglauer.
Empfohlene Zitierweise ↑
Zieglauer von Blumenthal, Ferdinand, „Ackner, Johann Michael“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
39-40
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118665723.html?anchor=adb
Ackner, Johann Michael
Name: Ackner, Johann Michael
Lebensdaten: 1782 bis 1862
Beruf/Lebensstellung: siebenbürgischer Archäologe; Pfarrer; Naturforscher
Konfession: evangelisch
Autor ADB:
Zieglauer von Blumenthal, FerdinandPND: 118665723