<< Ackermann, Jacob Fidelis
Acoluthus, Andreas >>
Ackermann, Johann Christian Gottlieb
Mediziner,
* 19.2.1756 Zeulenroda (Thüringen),
† 9.3.1801 Altdorf. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Samuel Ackermann (1705–62), Arzt;
M Eva Rosine (1722–76), verwitwtete Oberreuther,
T des Lohgerbermeisters Paul Steinmüller;
Gvv
Johann Martin Ackermann, Pastor in Stelzendorf bei Zeulenroda;
⚭ Eleonore Friederike von Wolfersdorff; 9
K,
u. a.
Carl Wilhelm Ackermann, Landgerichtsphysikus,
Johann Christian Gottlieb Ackermann, Stadtpfarrer und Privatdozent der Theologie in Erlangen,
Ernst August Ackermann, Dekan in Würzburg.
Leben ↑
Ackermann studierte in Jena und in Göttingen, wo er unter dem Einfluß Ernst Gottfried Baldingers stand. Er praktizierte bis 1786 in Zeulenroda und in Burg. Im gleichen Jahr wurde er in Altdorf Professor für Chemie, 1794 für Pathologie und Therapie. Seine neben dem Medizinstudium bei Christian Gottlob Heyne in Göttingen erworbene Vorbildung in den klassischen Wissenschaften befähigte ihn zu medizingeschichtlichen Arbeiten. Dabei schritt er über die biographische Methode hinaus. Mustergültig nach Textgestaltung und Kommentar waren seine Ausgaben ärztlicher Schriften des Altertums und Mittelalters. Durch Übersetzungen eröffnete Ackermann der deutschen Medizin auch den Zugang zu Werken ausländischer Mediziner: George Cleghorn (1716–89), Bernardino Ramazzini (1633–1714), Simon André Tissot (1728–97). Er befaßte sich auch mit Militärhygiene.
Werke ↑
u. a.
Regimen sanitatis Salerni, Stendal 1790;
Institutiones historiae medicinae, 1792;
Hdb. d.
Kriegsarzneikde., Leipzig 1795;
s. a.
A. J. L. Jourdan,
Dict. des sciences médicales,
Biogr. médicale, T. I, Paris 1820, S. 33;
Meusel, Gel. Teutschland.
Literatur ↑
ADB I;
BLÄ I, 1929,
Erg.-
Bd., 1935
(W. L); s. a. G. Wolff,
Bücherkde. d.
fränk. Gesch., H. 1, 1937
(auch f. J. Ch. G. A. jun. u. Ernst August A.).
Portraits ↑
v. Bock, in:
Slg. v. Bildnissen gelehrter Männer, H. 19, 1797;
Graph. Slg. München.
Autor ↑
Magnus SchmidEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmid, Mangus, „Ackermann, Johann Christian Gottlieb“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
38
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd12978253X.html
<< Ackermann, Johann
Ackermann, Johann Adam >>
Ackermann, Johann Christian Gottlieb
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Ackermann: Joh. Christ.
Gottl.
A.
, Arzt, geb. 17. Febr.
1756 in Zeulenroda, †
9. März 1801, bezog in einem Alter
von kaum 15 Jahren die Universität von Jena, wo er an Baldinger
einen väterlichen Gönner fand, siedelte mit diesem nach Göttingen
über, wo er neben seinen medicinischen Studien sich, unter Heyne's
Leitung, mit dem größten Eifer den classischen Wissenschaften
hingab, und habilitirte sich 1775, nach erfolgter Promotion, als
Privatdocent an der med. Facultät in Halle; nach zweijährigem
Aufenthalte daselbst ging er in seine Heimath, wo er bis 1786 als
prakt. Arzt und Physikus der Bezirke Zeulenroda und Burgk thätig
war; in diesem Jahre folgte er einem Rufe als Professor der Chemie
an Wittwer's Stelle in Altdorf, rückte 1794 in den Lehrstuhl für
praktische Heilkunde ein, übernahm gleichzeitig, als Stadt- und
Amtsphysikus, die ärztliche Leitung des dortigen Krankenhauses für
Arme (die hier gemachten Erfahrungen hat er in seiner Schrift:
"Bemerkungen über die Kenntniß und Kur einiger Krankheiten", in 7
Heften, Altd. 1794—1800 niedergelegt), erlag aber schon in einem
Alter von 45 Jahren der Lungenschwindsucht. — Der Schwerpunkt der
wissenschaftlichen Leistungen Ackermann's (vgl. Biogr. méd. I. p. 33. Meusel, G. T.) fällt in
seine historischen Arbeiten, welche den Veweis einer classischen
Gelehrsamkeit und einer tiefen Kenntniß des Alterthums geben;
neben zahlreichen von ihm besorgten Ausgaben ärztlicher Schriften
des Alterthums und Mittelalters, unter denen die des "Regimen sanitatis Salerni" (Stendal 1790)
wegen der kritischen Sichtung des Textes und der werthvollen
kritisch-historischen Einleitung besonders hoch geschätzt ist,
nehmen seine "Institutiones historiae
medicinae", Nürnb. 1792, eine in kurzem Umrisse, aber
meisterhaft entworfene Geschichte der Heilkunde bis zum Ausgange
des Mittelalters, die erste Stelle ein. Ein weiteres
litterarisches Verdienst hat sich
A.
durch die Herausgabe oder Uebersetzung zahlreicher
ausländischer Schriften erworben; von seinen der praktischen
Heilkunde zugewandten, schriftstellerischen Leistungen verdienen
vorzugsweise die von ihm veröffentlichten Hand- und Lehrbücher
über Kriegsarzneikunde genannt zu werden. — Seine Memoria schrieb Siebenkees, Altdorf 1801.
Autor ↑
A. Hirsch.
Empfohlene Zitierweise ↑
Hirsch, August, „Ackermann, Johann Christian Gottlieb“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
37
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd12978253X.html?anchor=adb
Ackermann, Johann Christian Gottlieb
Name: Ackermann, Johann Christian Gottlieb
Lebensdaten: 1756 bis 1801
Geburtsort: Zeulenroda (Thüringen)
Sterbeort: Altdorf
Beruf/Lebensstellung: Mediziner
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Schmid, MangusAutor ADB:
Hirsch, AugustPND: 12978253X