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NDB-Artikel

<< Denhardt, Gustav Clemens Andreas     Denifle, Heinrich Suso >>

Denicke, David

Kirchenliederdichter, * 31.1.1603 Zittau (Oberlausitz), 6.7.1680 Hannover. (lutherisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Bartholomäus (1573–1653), Ratsherr u. Stadtrichter in Zittau, S des Georg Dänik ( 1618), Ratsherr in Spandau; M Anna (1564–1631), T des David Rodoys, Bgm. in Zittau, u. der Anna Hentzsche; Hannover 1643 Magd. Elis. ( 1694), T des Patriziers Moritz v. Windheim u. der Marg. Volger; 1 S, 1 T, Gg. Moritz (1645–1716), Justizkanzleidirektor in Hannover, Magd. Dor. ( Frdr. Andreas Eggelingk [ 1693], Syndikus u. Bgm. in Magdeburg).

Leben  
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Zittau studierte Denicke von 1619 an in Wittenberg und Jena Philosophie und Rechtswissenschaften. Eine Zeitlang hielt er in Jena und Königsberg juristische Vorlesungen, dann begab er sich auf Reisen nach Holland, England und Frankreich, bis ihn 1629 Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg zum Erzieher seiner beiden ältesten Söhne berief. Auf eine kurze Amtszeit als Abt des Stifts Bursfelde folgte 1642 seine Ernennung zum Konsistorialrat in Hannover. In diesem Wirkungskreis hat er gemeinsam mit Justus Gesenius Jahrzehnte hindurch für die Erneuerung der Landeskirche gearbeitet. Ihr sollte unter anderem das hannoverische Gesangbuch dienen, das, 1646 zunächst für die häusliche Andacht zusammengestellt, bald in den Schulen Verwendung fand und 1657 zum gottesdienstlichen Gebrauch eingeführt wurde. In der Geschichte des Gesangbuchs bezeichnet es eine Wende. Zum erstenmal wurde hier eine Gliederung nach den Hauptthemen durchgeführt, sodann leitete es alle späteren Textveränderungen ein, indem die Herausgeber die alten Lieder nach den Regeln der Opitzschen Verskunst und den sprachreinigenden Grundsätzen der Fruchtbringenden Gesellschaft umarbeiteten. Ihre inhaltlichen Eingriffe sowie die eigenen Lieder zeigen eine auf die praktisch-christliche Lebensführung gerichtete Sinnesart, die, als ein Vorbote der Aufklärung, in den Mittelpunkt nicht mehr den rechtfertigenden Glauben sondern die Heiligung stellt. Denickes selbständiger Anteil läßt sich nicht in allen Fällen mit Sicherheit bestimmen.

Werke  
W New Ordentlich Gesang-Buch, Sampt Einer nothwendigen Vorrede u. Erinnerung Von dessen nützlichem Gebrauch, Hannover 1646 (mit J. Gesenius). 6 Das Hannov. ord., vollst. Gesangbuch, Darinn 300 auserlesene Psalmen, Lob-Gesänge u. geistl. Lieder, z. Beförderung d. Privat- u. öff. Andacht, Lüneburg 1657.

Literatur  
Koch, Kirchenlied III, S. 235, 237 ff.; W. Bode, Qu.nachweis üb. d. Lieder d. hannov. u. d. lüneburg. Gesangbuches, 1881; E. Bratke, Justus Gesenius, 1883, S. 114 ff.; A. Fischer u. W. Tümpel, Das dt. ev. Kirchenlied d. 17. Jh. II, 1905, S. 373-472 (Texte); G. Gieseke, Die hannov. Dichter unseres Gesangbuches, ihr Leben, ihr Dichten u. ihre Zeit, 6. Justus Gesenius u. 7. David Denicke, in: Hannov. Sonntagsbl., 65. Jg., 1932, Nr. 27, S. 410 ff.; I. Roebbelen, Theol. u. Frömmigkeit im dt. ev. luth. Gesangbuch d. 17. u. frühen 18. Jh., Diss. Göttingen 1953 (ungedr.), S. 31, 312 ff., 328, 343 f., 504 ff., 548 f.; G. Fr. Otto, Lex. d. seit d. 15. Jh. verstorb. u. jetzt lebenden Oberlausitz. Schriftsteller u. Künstler I, Görlitz 1800; Goedeke III, S. 185; A. F. W. Fischer, Kirchenlieder-Lex., 1878; RGG.

Autor  
Adalbert Elschenbroich
Empfohlene Zitierweise  

Elschenbroich, Adalbert, „Denicke, David“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 595 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd130136247.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 595

PND: 130136247
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Index

Denicke, David

Name: Denicke, David
Lebensdaten: 1603 bis 1680
Geburtsort: Zittau (Oberlausitz)
Sterbeort: Hannover
Beruf/Lebensstellung: Kirchenliederdichter
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Elschenbroich, Adalbert
PND: 130136247

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Denicke, David

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130136247

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