<< Dedekind, Friedrich
Dedekind, Julius Wilhelm Richard >>
Dedekind, Henning
Kantor und Pfarrer,
* 30.12.1562 Neustadt/Rübenberge,
† 28.7.1626 Gebesee bei Erfurt. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Friedrich
s. (3);
B Euricius
s. (2);
⚭ 1) Salza 1590 Christine,
T des
Kaufm. Melchior Stiefel in Langensalza
u. der Marie Henning, 2) um 1617 Dorothea,
Wwe des Goldschmieds
u. Juweliers
Heinr. Heilschwing in Erfurt; 13
K aus 1),
u. a. Stephan
s. Genealogie (1),
Frdr. Melchior (
* 1604),
Univ.buchdrucker in Erfurt, Andreas, Rektor zu
St. Andreasberg.
Leben ↑
Dedekind studierte in Erfurt (Winter 1582 immatrikuliert) und kam 1586 als Kantor nach Langensalza. 1592 scheint er dann die Ernennung zum Diakon und später zum Frühprediger erreicht zu haben. Sein Wirken in Langensalza währte bis 1615. Unterdessen büßte er bei einer Feuersbrunst 1603 seine gesamte Habe ein, was er in seiner „Lamentabilis Historia tristissimi incendii“ beschrieben hat. Dedekind übernahm im März 1615 das Pfarramt zu Gebesee. Ähnlich dem äußeren Werdegang, über das Kantoramt zum Geistlichen, entspricht Dedekinds schöpferisches Wirken vor allem praktischen Bedürfnissen, so besonders die geistlichen Nachdichtungen zu den erfolgreichen weltlichen Tricinien des Gregor Langius, weil (entsprechend seiner Vorrede) unter anderem „an unteren männlichen Stimmen" in kleinen Städten ein Mangel herrsche. Literarischen Wert können diese nicht für sich beanspruchen. Weiter will die katechismusartig gefertigte „Kindermusik“ geeignetes Material für den musikalischen Schulunterricht liefern. Daneben zeigt sein „Praecursor metricus musicae artis“ gelehrige musiktheoretische Erörterungen. Aber es ist für Dedekind bezeichnend, daß mit der Übernahme des ordentlichen Pfarramtes seine musikalische Wirksamkeit mehr in den Hintergrund tritt.
Werke ↑
u. a. (alle in Erfurt ersch.) Vorrede zum Compendium Musicae
s. Erfurter Studienfreundes
Val. Göttinger, 1586; Dodekatonon musicum Triciniorum …, Neue erlesene Tricinia …, 1588
(W mit Initialen H. D.); Eine Kindermusik f. d. jetzt allererst anfangenden Knaben in richtigen Fragen
u. gründliche Antwort bracht …, 1589; Praecursor metricus musicae artis …, 1590; Gregorii Langii Havelbergensis … Neugezierte Tricinia lieblich zu singen, 1615.
Literatur ↑
ADB V;
A. Werner, Städt.
u. fürstl. Musikpflege in Weißenfels …, 1911;
ders., Die alte Musikbibl.
u. d. Instrumenten-
Slg. an
St. Wenzel in Naumburg, in: Archiv f. Musikwiss. 8, 1926;
A. Adrio, Anfänge d. geistl. Konzerts, 1935;
ders., in:
MGG (W [darunter einige zweifelhafte], L);
G. Pietzsch, Zur Pflege d. Musik an d.
dt. Universitäten bis
z. Mitte d. 16.
Jh., in: Archiv f. Musik F, 6./7.
Jg. 1941/42.
Autor ↑
Günther SchmidtEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmidt, Günther, „Dedekind, Henning“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
552
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd124916430.html
Dedekind, Henning
Name: Dedekind, Henning
Lebensdaten: 1562 bis 1626
Geburtsort: Neustadt/Rübenberge
Sterbeort: Gebesee bei Erfurt
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Kantor; Pfarrer; Musiker
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Schmidt, GüntherPND: 124916430