Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Dedekind, Henning     Dedelow, Nicolaus >>

Dedekind, Julius Wilhelm Richard

Mathematiker, * 6.10.1831 Braunschweig, 12.2.1916 Braunschweig. (lutherisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Julius (1795–1872), Dr. iur., Prof. der Rechtswissenschaft, Statistik u. Geographie und Syndikus am Collegium Carolinum in Braunschweig (s. ADB V), S des Joh. Jul. Wilh. (1742–99, s. Einl.), Dr. med., Stadt- u. Landphysikus in Holzminden (s. Meusel, Gel. Teutschland), u. der Joh. Chr. Henr. v. Götze; M Carol. (1799-1882), T des Joh. Frdr. Ferd. Emperius (1759–1822), Prof. am Carolinum in Braunschweig (s. ADB VI), u. der Dor. Sophie Henr. Eisenbeil (1771–1820), Pachtamtmanns-T aus Destedt; Om Adolf Emperius (1806–44), Philologe u. Historiker, Prof. am Carolinum (s. ADB VI); Bruder Adolf (1829–1909), Landgerichtspräsident in Braunschweig, Führer der Anhänger des Hzg. Ernst Aug. v. Cumberland (s. BJ XIV [Tl. 1909]); Schw Julie (Ps. Jeimar Jacobus, 1825–1914), Dichterin; ledig.

Leben  
Das 1848 in Braunschweig am Collegium Carolinum begonnene mathematische Studium setzte Dedekind 1850 in Göttingen fort, wo er 1852 bei C. F. Gauss promovierte. Die Habilitation erfolgte daselbst 1854; während der darauffolgenden vierjährigen Tätigkeit als Privatdozent in Göttingen wurde für seine wissenschaftliche Weiterentwicklung richtunggebend der Kontakt mit dem großen|Zahlentheoretiker G. Lejeune Dirichlet, ferner stand er in naher Berührung mit B. Riemann. 1858 wurde Dedekind Ordinarius am Polytechnikum in Zürich und kehrte 1862 nach Braunschweig zurück, wo er bis zu seinem Lebensende blieb und an der dortigen Technischen Hochschule lehrte. Dedekind gehört zu denjenigen Vertretern, die, im Zuge der damaligen kritischen Strömung, es sich zur Aufgabe machten, vieles in der Mathematik aus der vorherigen Zeit Übernommene durch neue Theorien und Begriffsbildungen zu untermauern. Somit ist eine seiner wichtigsten Arbeiten der Frage nach der Begründung der irrationalen Zahl gewidmet, die er 1872 in der Schrift „Stetigkeit und irrationale Zahlen“ (1872, 41912) veröffentlichte. Der „Dedekindsche Schnitt", durch den eine irrationale Zahl definiert wird, wurde damit zu einer Methode, die die gesamte moderne Analysis durchdringt, ferner ist das „Cantor-Dedekindsche Axiom“, das die „Lückenlosigkeit der Geraden“ postuliert, ein in der Mathematik allgemein gebräuchlicher Begriff geworden. In der algebraischen Zahlentheorie, in der E. Kummer bereits einiges vorgearbeitet hatte, gelang es Dedekind, eine umfassende Theorie zu schaffen, deren Methoden für viele andere Fragestellungen, so auch für die Entwicklung der modernen Algebra, bestimmend wurden. Seine diesbezügliche Schrift „Über die Theorie der ganzen algebraischen Zahlen“ veröffentlichte er in Form des 11. Supplements zu der 2. Auflage der von ihm herausgegebenen „Vorlesungen über Zahlentheorie von Dirichlet“ (21871, 41894).
Dedekind war Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Berlin, Paris und Rom, der (Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische) Deutsche Akademie der Naturforscher (Halle/Saale) und Ehrendoktor von Oslo, Zürich und Braunschweig.

Werke  
Weitere W Was sind u. was sollen die Zahlen ?, 1888, 31911; Gesammelte Mathem. Werke, hrsg. v. R. Fricke u. E. Noether, 2 Bde., 1930/31 (W, P).

Literatur  
H. Fehr, in: L'Enseignement mathématique 18, Paris u. Genf 1916, S. 132-34 (dt. Übers. in: Braunschweig. Mgz. 22, 1916, S. 82 f.); H. Zinske, Erinnerungen an R. D., in: Braunschweig. Mgz. 22, 1916, S. 73-81 (P); E. Landau, in: Nachrr. d. K. Ges. d. Wiss. zu Göttingen, 1917, S. 50-70 (W-Verz.); G. B. Matthews, in: Nature 96, London 1915/16, S. 102-104; Richard Müller, Aus d. Ahnentafel dt. Mathematiker, in: Fam. u. Volk 4, 1955, S. 143-45; Pogg. I-VI; DBJ I (Tl. 1916, L). - Zu Schw Julie: K. Mollenhauer, in: Braunschweig. Mgz. 21, 1915, S. 127-30; DBJ I (Tl. 1914, L).

Autor  
Nikolaus Stuloff
Empfohlene Zitierweise  

Stuloff, Nikolai, „Dedekind, Julius Wilhelm Richard“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 552-553 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118524259.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 552-553
Erwähnungen: 
NDB 24 (2010), S. 567 in Artikel Sommer, Hans

PND: 118524259
Artikel drucken

Index

Dedekind, Richard

Name: Dedekind, Richard
Namensvariante: Dedekind, Julius Wilhelm Richard
Lebensdaten: 1831 bis 1916
Geburtsort: Braunschweig
Sterbeort: Braunschweig
Beruf/Lebensstellung: Mathematiker
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Stuloff, Nikolai
PND: 118524259

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Dedekind, Richard

PND
118524259

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München
Rektoratsreden im 19. und 20. Jahrhundert

Nachlässe
Kalliope