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NDB-Artikel

<< Daser, Ludwig     Dasypodius, Petrus >>

Dasio, Max

Maler und Graphiker, Medailleur, * 28.2.1865 München, 17.8.1954 Oberammergau. ((römisch)-katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Die Fam. kam 1777 mit der Hofhaltung Karl Theodors aus der Pfalz nach München; V Franz Xaver (* 1829), Palaisinspektor; M Anna Schäf (* 1832), Bäckers- u. Melbers-T aus München; 1900 Minna Kolbe, Gutsbesitzers-T aus Kurhessen; 2 T.

Leben  
Die handwerkliche Tradition der mütterlichen Familie, in der Kunsthandwerker, vornehmlich Kupferschmiede, vorhanden sind, vererbte Dasio manuelle Geschicklichkeit und Gefühl für Echtheit bei der eigenhändigen Ausführung seiner Graphiken, Münzen, Medaillen, Gemmen und Kameen, seiner Kleinplastiken in Holz, Bronze, Keramik und Porzellan.
Nach dem Besuch des Realgymnasiums forderte der Vater von dem musikalisch begabten Dasio eine handwerkliche Ausbildung (Dekorationsmaler und Ziseleur), bevor er an der Münchner Akademie studieren durfte (Lehrer unter anderem Wilhelm von Diez). Er gewann mehrere Konkurrenzen und ein Staats|stipendium. Längere Italienaufenthalte weiteten seinen Blick. Die Bilder dieser ersten Zeit sind großformatig. Von seinem frühen graphischen Werk, Einzelblätter und Zyklen von Radierungen und Lithographien hauptsächlich klassischer Stoffe, sind seine eigenen Blätter und der Bestand der Graphischen Sammlung in München verbrannt. Wien (Albertina) und Stuttgart besitzen Werke. Von Buchillustrationen der früheren Zeit sind bekannt: „Die Freude“, 5. Band, 1906; Gustav Falke, „Aus Muckimacks Reich“, 1903. Besondere Bedeutung erlangte Dasio als Medailleur. Er wandte sich ab von dem Modellieren in Ton und dem Hilfsmittel der Reduktionsmaschine und griff zurück auf die handwerkliche Fertigung der alten Münzen und Medaillen der Antike und der Renaissance, welche direkt in Negativ- und Positiv-Schnitt ausgeführt sind. Er schnitt vor allem negativ in Stahl (Devotionalien bei Firma Carl Poellath, Schrobenhausen verlegt), in Schiefer und später auch in Gips; positiv in Solnhofener Stein, in Buchsbaum-, Ahorn- und Lindenholz für gegossene Porträt- und Erinnerungsmedaillen und deren Rückseiten. Gemmen und Kameen fertigte er mit der Bohrmaschine in Negativ- und Positivschnitt. Auf der Weltausstellung in Brüssel erhielt er die Goldmedaille. Kursmünzen von ihm wurden 1927 herausgegeben: Jubiläums-3 Reichsmark- und 5 Reichsmark-Stücke Bremerhaven und Nordhausen, 1931 Magdeburg; 1927 mit 1933 das 5 Reichsmark-Stück mit dem Eichbaum. Er schuf außerdem eine große Zahl von religiösen und profanen Plastiken im kleineren Format. Nach dem ersten Weltkrieg nahm er die bis dahin etwas zurückgestellte Malerei und Graphik wieder auf. In kleinerem Format und in helleren Farben schuf er eine große Zahl von Bildern, meist erzählenden Charakters. In seiner besonderen Liebe zur Graphik verfertigte er eine Reihe von Holzschnittfolgen, teils religiösen, teils volkstümlich erzählenden Inhalts in klarer Linienführung („Sankt Georg", „Legenden", „Leben Jesu", „Jungbrunnen", „Hexen und Aberglauben“, „1945“ und eine Reihe von Einzelblättern [Graphische Sammlung und Städtische Galerie München]).
Dasio wirkte auch erfolgreich als Lehrer. Nach kurzer Tätigkeit beim Künstlerinnenverein wurde er 1900 als Professor an die Staatliche Kunstgewerbeschule München berufen. Ihm oblag dort hauptsächlich die Ausbildung der Zeichenlehrer und -lehrerinnen für die Höheren Schulen. Er reformierte den Zeichenunterricht in regem Gedankenaustausch mit G. Kerschensteiner, mit dem er eine Reise nach England machte, um die dortigen Artand Craft-Schools zu besichtigen. Im Jahr 1911 wurde er als Referent in das bayerische Kultusministerium berufen, wo ihm der Zeichenunterricht an den Höheren Lehranstalten und die bayerischen Fachschulen unterstanden.

Werke  
Weitere W u. a. Damenporträt d. Frühzeit (Staatsgem.slg. München); 1 Gem. (Altötting Tillykapelle); 3 Gem. (Städt. Gal. München); Die Hofmann-Fibel f. Sachsen; Plaketten f. d. Leipziger Mustermesse u. Plaketten u. Preise f. d. ADAC.

Literatur  
Kat. d. Prägeanstalt C. Poellath, Schrobenhausen (mit D.s Kriegs- u. Siegesmedaillen, 9 Med. abgeb.); Beil. z. Festztg. f. d. 15. Dt. Bundesschießen, Nr. 6, München 25.6.1906 (Abb. d. Festmed. v. M. D.); Kunst f. Alle XXIII, 1908 (Abb.); M. Bernhart, Die Münchner Medaillenkunst d. Gegenwart, 1917; Bibl. f. Kunst- u. Antiquitätensammler, Bd. I, 1920; Kat. d. dt. Reichsmünzen seit 1871, bearb. u. hrsg. v. C. Jaeger, 1942 (vier RM-Stücke abgeb.); ThB (L).

Portraits  
v. L. Samberger (Abb. in: Die Kunst 20, 1918/19, S. 377).

Autor  
Margarete Galland
Empfohlene Zitierweise  

Galland, Margarete, „Dasio, Max“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 519 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11602819X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 519 f.
Erwähnungen: 
NDB 20 (2001), S. 683 in Artikel Praetorius, Emil

PND: 11602819X
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Index

Dasio, Max

Name: Dasio, Max
Lebensdaten: 1865 bis 1954
Geburtsort: München
Sterbeort: Oberammergau
Beruf/Lebensstellung: Maler; Graphiker; Medailleur
Konfession: katholisch
Autor NDB: Galland, Margarete
PND: 11602819X

Weitere Informationen

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Dasio, Max

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11602819X

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