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Anderledy, Anton Maria >>
Andechs
Hauptname eines bayerischen und fränkischen Fürstengeschlechts.
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Leben ↑
Grafen von Andechs nannte sich, um 1095 zuerst nachweisbar, ein Zweig der Grafen von Dießen, beginnend mit
Berthold III. (
† um 1100). Dessen Gattin
Gisela, eine der Erbtöchter Ottos von Schweinfurt, brachte umfangreichen Besitz am Obermain mit Kulmbach und der Plassenburg an das Haus. Sein Sohn
Berthold IV. (
† 1151) legte durch seine Ehen mit
Sophie von Istrien und
Kunigunde von Vornbach den Grund zu der nachmaligen Größe des Geschlechts. Dazu half auch die Ehe seiner Schwester
Adelheid mit dem kinderlosen Grafen
Arnold von Greifenstein bei Bozen (
† nach 1170), dem Beherrscher der wichtigen Alpengrafschaften. Bertholds IV. ältester Sohn
Poppo gewann durch Heirat das Erbe des Grafen Reginboto von Giech. Sein Bruder
Berthold V. (
† 1188) war die große Persönlichkeit des Hauses. Er beerbte 1148 Poppo, 1157 den Wolfratshausener Zweig der Grafen von Dießen, 1158 den kinderlosen Grafen Ekbert III. von Vornbach, 1166 den Grafen Arnold von Greifenstein; 1173 wurde er Markgraf von Istrien. Bertholds Macht reichte von Thüringen bis an die Adria. Sein Sohn
Berthold VI. (
† 1204) wurde 1180-82 Herzog von Meranien (
d. h. Kroatien und Dalmatien). Seine Söhne
Otto I. (
† 1234) und
Heinrich (
† 1228) teilten. Der letztere wurde Markgraf von Istrien und erhielt die meisten bayerischen Besitzungen. Herzog Otto I. erwarb 1208 durch Heirat mit der Stauferin
Beatrix die Pfalzgrafschaft Burgund (Franche-Comté). Heinrich geriet mit einem dritten Bruder,
Ekbert, seit 1203 Bischof von Bamberg (
† 1237), in die Reichsacht wegen angeblicher Teilnahme an der Ermordung König Philipps. Die Burg Andechs wurde zerstört, die Besitzungen Heinrichs kamen an Bayern. Mit
Otto II., Ottos I. kaum 25jährigem Sohn, erlosch am 19.6.1248 der Mannesstamm des Hauses. Die fränkischen Besitzungen kamen schließlich an die Burggrafen von Nürnberg. - An sonstigen Persönlichkeiten des Geschlechtes sind zu erwähnen:
Otto, 1165 Bischof von Brixen, 1177-96 Bischof von Bamberg;
Poppo, 1239-45 Bischof von Bamberg;
Berthold, 1206 Erzbischof von Kolocza, 1218 Patriarch von Aquileja (
† 1251);
Mathilde (
† 1160), Äbtissin von Edelstetten;
Eufemia (
† 1180), Äbtissin von Altomünster;
Mechthild (
† 1254), Äbtissin von Kitzingen;
Gertrud (
† 1213), Schwester Ottos I., Gattin des Königs Andreas von Ungarn und Mutter der heiligen Elisabeth von Thüringen;
Hedwig (heilig,
† 1243), Gemahlin Herzog Heinrichs von Schlesien.
Literatur ↑
K. Trotter, in: O.
v. Dungern, Genealog.
Hdb. z. bayr.-
österr. Gesch., Graz 1931, S. 6-28;
E.
v. Oefele,
Gesch. d. Grafen
v. A., 1877;
F. Tyroller,
A. in d.
Hdb. d. altbaier. Hochadels
(ungedr.);
ders., Die ältere
Geneal. d. Andechser, =
Wiss. Beil. z. Jb. d. Wittelsbacher Gymnasiums in München, 1952;
s. a. G. Wolff,
Bücherkde. d.
fränk. Gesch. H. 1, 1937.
Autor ↑
Franz TyrollerEmpfohlene Zitierweise ↑
Tyroller, Franz, „Andechs“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
266
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118840622.html
Andechs
Name: Andechs
Namensvariante: Meranien, Herzöge von
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: bayerisch-fränkisches Fürstengeschlecht
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Tyroller, FranzPND: 118840622