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NDB-Artikel

<< Creutz, Claudius von     Creuz, Friedrich Karl Kasimir Freiherr von >>

Creutz, Ehrenreich Boguslaw von (seit 1708)

preußischer Staatsminister, * um 1670 Stargard (Pommern), 13.2.1733 Berlin. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V brandenburgischer Amtmann; vor 1710 Gertrud, T des Valentin Haeseler, Handelsherr in Magdeburg (Stamm-V der Herren u. Grafen v. Haeseler), u. der Maria Koepcke; T Sophie Albertine (1710–1757, 1732 Hans Christoph Frdr. Gf. v. Hake [1699–1754], preußischer Gen. u. Genadjutant, s. Priesdorff I, S. 275 ff., P); E Sus. Joh. Albertine (1743–1804, 1760 Frdr. Wilh. Frhr. v. Seydlitz-Kurtzbach [ 1773], preußischer Gen. der Kav.).

Leben  
Creutz studierte die Rechte in Frankfurt/Oder und wurde, gefördert von dem Grafen von Wartenberg, Oberauditeur im Regiment des Kronprinzen. Schon 1705 ließ ihn der Kronprinz Friedrich Wilhelm zu seinem persönlichen Hof- und Kammerrat ernennen, und von nun an diente der ehrgeizige, fleißige und kenntnisreiche Mann Friedrich Wilhelm in engster Zusammenarbeit. Nach der Thronbesteigung seines Herrn hatte er die wichtigsten Ämter im preußischen Staate inne. Er kann als der erste preußische Geheime Kabinettssekretär gelten. 1713 wurde er Generalkontrolleur aller Kassen und erhielt 1719 die Stelle des Oberdirektors des Generalfinanzdirektoriums. 1723 ernannte ihn der König zum dirigierenden Minister in dem neu begründeten Generaldirektorium. Schließlich erhielt er 1725 den Posten des Oberdirektors des Medizinalwesens für ganz Preußen.

Literatur  
ADB IV; Acta Borussica, Behördenorganisation, I, 1894, S. 178; C. Hinrichs, Frdr. Wilh. I., 1941, S. 214 f.

Autor  
Hans Branig
Empfohlene Zitierweise  

Branig, Hans, „Creutz, Ehrenreich Boguslaw von“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 413 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116726318.html

ADB-Artikel

<< Creußner, Friedrich     Creutz, Friedrich Casimir Karl >>

Creutz, Ehrenreich Boguslaus von

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Creutz: Ehrenreich Boguslaus v. C., preußischer Minister (Geburtsjahr nicht zu ermitteln), Sohn eines Amtmanns in der Mark Brandenburg, war dem König Friedrich Wilhelm I. von Preußen bereits vor dessen Regierungsantritt dadurch näher bekannt geworden, daß er die Auditeurstelle in dessen kronprinzlichem Regiment bekleidete. Wie sehr er sich die Gunst seines Chefs zu erwerben wußte, beweist seine 1708 erfolgte Erhebung in den Adelstand. Unmittelbar nach der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms (1713) wurde C. zum wirklichen geheimen Rath, 1719 zum Oberdirector des Generalfinanzdirectoriums und Controlleur général, 1723 zum Vicepräsidenten und dirigirenden Minister der zweiten Abtheilung des Generaldirectoriums ernannt, auch bekam er die Landschafts- und Medicinalangelegenheiten unter seine Aufsicht, und wurde Protector der Akademie der Wissenschaften (Cosmar, Der Preußische Staatsrath). Während der ersten Regierungsjahre beschäftigte Friedrich Wilhelm seinen früheren Auditeur im Cabinet, so daß C. eigentlich der erste preußische geheime Cabinetsrath war. Er ging mit Eifer auf die Sparsamkeitsideen seines Herrn ein und erwarb sich dadurch dessen volles Vertrauen. Friedrich Wilhelm I. hatte erkannt, daß die Unordnung in den Finanzsachen während der Regierung seines Vaters hauptsächlich in der Zweitheilung der Kriegs- und Domainenbehörden ihren Grund hatte, die einander fortwährend bekämpften und auf Kosten des Staats Processe führten. Nach vielfachen Versuchen, diesen Uebelständen im Einzelnen abzuhelfen, kam der König zu dem Entschlusse, die beiden obersten Behörden ganz aufzuheben und an deren Stellen ein einziges General-Ober-Finanz-Kriegs- und Domänendirectorium zu errichten, für welche Behörde er eigenhändig eine höchst merkwürdige Instruction ausarbeitete (Förster, Friedrich Wilhelm I. Bd. II. S. 173 ff.), welche auch während der ganzen Regierung Friedrichs des Großen die Grundlage der preußischen Finanzverwaltung geblieben ist. Das Generaldirectorium mußte vier Mal wöchentlich in einem Saale des königlichen Schlosses Sitzung halten, und jeder Minister hatte an einem bestimmten Wochentage Vortrag über die Angelegenheiten der ihm zugegewiesenen Provinzen. C. hatte den Mittwoch. Zu seinem Departement gehörte Magdeburg und die Herrschaften Minden, Ravensberg, Tecklenburg, Lingen etc. — Die Vorschriften über die Geschäftsleitung mußten bei harter Strafe streng eingehalten werden. C. widmete sich diesen Arbeiten mit großem Fleiß, wie man schon daraus schließen darf, daß er sich bis ans Ende der Gunst des Königs erfreute. Wir finden seine Unterschrift unter allen wichtigen Actenstücken des Generaldirectoriums zwischen den Namen Grumbkow's und Kraut's (Droysen, Preuß. Politik IV passim). Von besonderen ihm eigenthümlichen Ideen und Schöpfungen ist nichts bekannt, dergleichen hatte der König wie man weiß sich allein vorbehalten, und litt kein unabhängiges Handeln seiner Diener. Ueber die Persönlichkeit und den Charakter unseres C. besitzen wir nur kurze Notizen von Pöllnitz (Memoiren II. 15. 84) und der Markgräfin von Baireuth (I. 16), beides allerdings keine zuverlässigen Geschichtsquellen. Danach soll er sehr hochmüthig und besonders auf den alten Adel erbittert gewesen sein, der ihn nicht für vollbürtig ansehen wollte. Er wird als höflich gegen Hochgestellte und grob gegen Niedergestellte geschildert: "Er bereicherte sich für seine Person" sagt Pöllnitz, "und bekümmerte sich wenig um Glück und Unglück Anderer." Da der Hof des Königs durch beständige Intriguen zwischen der hannöverschen Partei der Königin und der österreichischen, an deren Spitze Seckendorf stand, beunruhigt wurde, und beide Gegner den König, der sich für den absolutesten|Selbstherrscher hielt, an feinen und oft sehr groben Fäden hin- und herleiteten, so konnten die obersten Staatsbehörden diesem Gewebe von Ränken, Bestechungen und Verleumdungen nicht fern bleiben, und auch C. war tief darin verflochten und spielte z. B. eine Hauptrolle bei den Unruhen, welche ein Fräulein v. Wagnitz innerhalb der königlichen Familie erregte, worüber ausführliches Geschwätz bei Pöllnitz a. a. O. zu finden ist. Am 13. Febr. 1733 starb Boguslaus v. C. im Besitz aller seiner hohen Würden und Aemter. Ueber seine Familienverhältnisse Näheres aufzufinden ist nicht gelungen.

Autor  
Eberty (Breslau).
Empfohlene Zitierweise  

Eberty, Felix, „Creutz, Ehrenreich Boguslaus von“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 592-593 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116726318.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 413
ADB 4 (1876), S. 592-593

PND: 116726318
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Index

Creutz, Ehrenreich Boguslaw von

Name: Creutz, Ehrenreich Boguslaw von
Namensvariante: Kreutz, Ehrenreich Boguslaw von
Namensvariante: Kreutz, Ehrenreich Boguslaus von
Namensvariante: Creutz, Ehrenreich Boguslaus von
Lebensdaten: um 1670 bis 1733
Geburtsort: Stargard (Pommern)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: preußischer Minister
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Branig, Hans
Autor ADB: Eberty, Felix
PND: 116726318

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Creutz, Ehrenreich Boguslaw von

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116726318

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