<< Amira, Karl Konrad Ferdinand Maria von
Amman, Erasmus >>
Amling, (Ambling), Wolfgang (gräzisiert Evodius)
reformierter Theologe,
* 8.3.1542 Münnerstadt (Unterfranken),
† 18.5.1606 Zerbst.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Michael Amling, Wollenweber, Ratsverwandter und Bürgermeister in Münnerstadt;
M Maria Gesner;
⚭ 1) Münnerstadt 1566 Dorothea Krebs (
† 1571), 2) Münnerstadt 1572 Barbara (
† 1601),
T des Amtmanns Caspar Neuendorfer;
S Wolfgang Amling (1569–1613), Lehrer der Rechte am Gymnasium in Zerbst und städtischer Syndikus.
Leben ↑
Amling studierte in Jena, Tübingen und Wittenberg; 1566 wurde er Magister und Rektor in Zerbst, 1569 arbeitete er gegen die Rekatholisierung Würzburgs, im gleichen Jahre wurde er Pfarrer in Coswig (Anhalt), dann in Zerbst, später dort Superintendent und 1578 Superintendent der anhaltischen Landeskirche. Amling ist der Theologe, der in erster Linie die von Fürst Joachim Ernst von Anhalt erstrebte Verselbständigung der anhaltischen Kirche - äußerlich (Ordinationen in Zerbst) und innerlich (Abrücken von der Konkordienformel) - und ihre Umwandlung aus einer Kirche lutherischen in eine solche reformierten Bekenntnisses durchgeführt hat.
Werke ↑
Confessio Anhaldina, 1578;
s. a. Jöcher-Adelung I, 1784,
Sp. 737 f.
Literatur ↑
ADB I;
J. G. W. Dunkel,
Hist.-krit.
Nachr. v. verstorbenen Gelehrten II, 1, 1755, S. 11-18;
PRE;
RGG;
LThK;
s. a. Schottenloher I;
G. Wolff,
Bücherkde. d.
fränk. Gesch., H. 1, 1937.
Portraits ↑
Kupf. v. unbek. Künstler (
Hauptbibl. d. Franckeschen Stiftungen, Halle).
Autor ↑
Franz LauEmpfohlene Zitierweise ↑
Lau, Franz, „Amling,, Wolfgang“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
249
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11629891X.html
<< Amling, Karl Gustav von
Amman, Caspar >>
Amling, Wolfgang
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Amling: Wolfgang
A.
, geb. 1542 zu Munnerstadt, † 18.
Mai 1606, studirte zu Tübingen und Wittenberg, 1566 auch
zu Jena, und wurde dann Rector der Bartholomäusschule zu Zerbst,
1573 Pfarrer, anfangs zu Koswig und hernach zu Zerbst, als welcher
er 1578 auch die Superintendentur der Landeskirche übertragen
erhielt. Gleichzeitig war er auch an dem unter seiner Mitwirkung
gestifteten Gymnasium in Zerbst als Lehrer thätig. Bis dahin hatte
er sich den Ruf eines ansprechenden Predigers, eifrigen
Seelsorgers, tüchtigen Schulmannes und biederen Charakters
erworben, als er durch die von
Wittenberg ausgehenden Versuche, in Anhalt die Concordienformel
zur Einführung zu bringen, sich auf den Schauplatz der großen
kirchlichen Bewegungen der Zeit, an denen er als eifriger Gegner
der Concordienformel Theil nahm, gestellt sah. Vorzugsweise durch
ihn ist es geschehen, daß das Fürstenthum Anhalt vor dem
exclusiven Lutherthum bewahrt, und daß hier im Gegensatz zu
demselben der Melanchthonismus der Landeskirche zum reformirten
Bekenntniß verschärft wurde Das hauptsächlich von ihm (um 1578)
verfaßte anhaltische Bekenntniß (Repetitio
confessionis Augustanae Anhaltina) trägt indessen noch nicht
das specifisch reformirte Gepräge. Erst 1596 begann er unter den
Fürsten Johann Georg I. und Christian I. die Cultuseinrichtungen des Landes im
reformirten Sinne umzugestalten, was freilich in allen Schichten
der Bevölkerung den heftigsten Widerspruch hervorrief. Zu seinen
bisherigen Streithändeln mit den Verfassern der Concordienformel
kam späterhin infolge eines zufälligen Zusammentreffens mit
mansfeldischen Theologen und Räthen noch eine weitere
confessionelle Controverse, die ihn bis zu seinem Tod
beschäftigte. — Neben zahlreichen Schriften polemischen und
apologetischen Inhalts (vgl. Jöcher — Adelung) schrieb er auch
Anderes, z. B. "Poëmata quaedam graece et
latine edita", Wittenberg 1569.
Literatur ↑
Beckmann's Historie des Fürstenthums Anhalt, Bd. II. Thl. VIII., Kap.
3. S. 318—321. Stumpf's Archiv von würzburgischen Gelehrten S.
125. Heppe, Gesch. des deutschen Protest. Bd. III. S. 177 ff., 293 ff. und Bd. IV. S. 77 ff.
Autor ↑
Heppe.
Empfohlene Zitierweise ↑
Heppe, Heinrich, „Amling, Wolfgang“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
399-400
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11629891X.html?anchor=adb
Amling, Wolfgang
Name: Amling, Wolfgang
Namensvariante: Ambling, Wolfgang
Namensvariante: Amling, Evodius
Lebensdaten: 1542 bis 1606
Geburtsort: Münnerstadt (Unterfranken)
Sterbeort: Zerbst
Beruf/Lebensstellung: reformierter Theologe
Konfession: reformiert
Autor NDB:
Lau, FranzAutor ADB:
Heppe, HeinrichPND: 11629891X