<< Aman, Johann
Amann >>
Amandus (Amandi), Johannes (Johan)
evangelischer Theologe,
* in Westfalen,
† 1530 Goslar.
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| Literatur
| Autor
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Leben ↑
Aus Holstein als Priester vertrieben, dann als „verlaufener Ablaßprediger“ tätig, wurde Amandus mit Luther und seiner Sache bekannt. Auf Anregung des späteren Herzogs Albrecht sandte Luther ihn und J. Briesmann als evangelische Prediger nach Königsberg. Hier geriet er nicht nur mit dem hinzugekommenen P. Speratus in Streit, sondern setzte sich durch sein demagogisches Auftreten auch zum Rat in scharfen Gegensatz, so daß der Regent ihm befahl, die Stadt vor Sonnenuntergang zu verlassen. Aus Danzig wurde er samt seiner Frau mit Gewalt entfernt. Aus Stolpe mußte er fliehen. In Stettin erkannte man seine Gefährlichkeit und zu Garz setzte man ihn gefangen. Auf Fürsprache befreit, wandte er sich 1526 nach Wittenberg, wo Luther ihn prüfte. Luthers neugewonnenes Urteil bewog N. Amsdorf, ihn 1528 dem Rat in Goslar als Stadtsuperintendent zu empfehlen. Als erster dieses Amtes in Goslar, zugleich als erster Pastor an der Marktkirche nahm Amandus eine Neuordnung des Gottesdienstes und des Schulwesens vor. Auch hier richtete er seinen Angriff gegen den Rat, mußte sich aber gegen den Verdacht falscher Lehre verteidigen. In gespannter Lage, unter Verwirrung und Unordnung starb der mutige und aufrechte, aber unruhestiftende Volksredner.
Werke ↑
Einige Specialia v. J. A. in: Acta borussica 2, 1731, S. 425 ff.;
Briefe bei P. Tschackert
(s. L.) u. bei U. Hölscher, S. 66
(s. L).
Literatur ↑
ADB I;
P. Tschackert,
UB z. Ref. -
Gesch. d.
Hzgt. Preußen, =
Publ. aus d.
Kgl. Preuß. Staatsarchiven,
Bd. 43-45, 1890;
ders., J.
A., d. erste Superintendent
v. Goslar, in:
Ztschr. d.
Ges. f. Niedersächs.
Kirchengesch. 8, 1903, S. 1-45;
U. Hölscher, Die
Gesch. d.
Ref. in Goslar, 1902;
PRE.
Autor ↑
Hugo DuensingEmpfohlene Zitierweise ↑
Duensing, Hugo, „Amandus, Johannes“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
240
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133860833.html
<< Amandus Zierixensis
Ambach, Melchior >>
Amandus, Johann
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Amandus: Johann
A.
, (nicht Peter, wie er z. B. in Vanselow's "Gel.
Pommern", noch Georg, wie er im "Catal.
Biblioth." III. p. 1162 genannt wird), Dr. theol. und Superintendent in Goslar, †
1530, stammte aus Westfalen, war eine Zeit
lang Ablaßprediger und Stationarius im Hofe der Antoniter zu
Frauenburg, nahm dann die evangelische Lehre an, predigte in
Holstein und wurde als erster lutherischer Prediger nach
Königsberg i. Pr. berufen, wo er in der altstädt. Kirche am 29.
Nov. 1523 seine erste Predigt hielt. Bei seinem unruhigen und
aufgeregten Geiste und seinem Mangel an genügender
wissenschaftlicher Bildung war er wenig geeignet, die junge
Gemeinde sicher zu führen. Er gerieth bald in Zwiespalt mit seinem
von Luther gesandten Collegen Brißmann, den er durch Anmaßung
verletzte, zerfiel mit dem Rath und der Bürgerschaft der Altstadt,
so daß ihm Kirche und Stadt verboten wurde. Als er in Folge dessen
für seinen Anhang einen Gottesdienst bei einem Bauer auf dem
Kneiphofe einrichtete, wurde er endlich aus allen 3 Städten
vertrieben und floh mit seiner Frau nach Danzig und, auch dort
nicht gelitten, nach Stolpe in Pommern 1524. Seine und seiner
Genossen aufrührerische Predigten, die das Volk aufreizten, die
Pfaffen, Mönche und Fürsten zu vertreiben, erzeugten Unruhen in
Stolpe und Stettin. Der Herzog von Pommern ließ ihn daher
festnehmen und in Garz einsperren. Einige Jahre darauf erscheint
er in Goslar, wird dort an der von Amsdorf neugeordneten Gemeinde
Superintendent, sorgt für die Gründung einer neuen Schule, erregt
aber auch hier Zwiespalt zwischen Bürgerschaft und Magistrat, so
daß es fast zu einem Aufstande kommt, verändert willkürlich die
Liturgie und geräth in den Verdacht, heimlich der Zwinglischen
Abendmahlslehre anzuhangen. Er ist der Verfasser der Schrift "Vom
geistlichen Streit der Christen" 1524.
Literatur ↑
Vgl. Corvinus, Wahrh. bericht, das das wort Gotts ohn Tumult
ohn schwermerey zu Goslar und Braunschweigk gepredigt wird.
Wittenb. 1529. — Erläutertes Preußen I—III. Dan. H. Arnoldt, Historie d. Königsb.
Univers. II. 475.
Autor ↑
Brecher.
Empfohlene Zitierweise ↑
Brecher, Adolf, „Amandus, Johann“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
389
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133860833.html?anchor=adb
Amandus, Johannes
Name: Amandus, Johannes
Namensvariante: Amandus, Johan
Namensvariante: Amandi, Johannes
Namensvariante: Amandi, Johan
Lebensdaten: erwähnt 1526, gestorben 1530
Sterbeort: Goslar
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe; Superintendent
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Duensing, HugoAutor ADB:
Brecher, AdolfPND: 133860833
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Amandus, Johannes
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