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Amalie Elisabeth >>
Amalarius von Metz
(Name latinisiert aus
Amalheri; weiter bezeugte Nebenformen:
Amelarius, Amalerius, Amalharius, Hamelarius, Hamularius, vielfach mit dem wohl selbstgewählten Beinamen
Symphosius, der seit dem 11. Jahrhundert in der lateinischen Übersetzung
Fortunatus begegnet), vorübergehend Bischof von Trier und Lyon, einflußreichster Liturgiker der Karolingerzeit,
* um 775 in der alten Gallia Belgica, wohl im Umkreis von Metz,
† 850 wahrscheinlich Metz.
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Die personale Gleichheit des Bischofs Amalarius von Metz mit dem gleichnamigen Bischof von Trier wurde mit guten Gründen kürzlich von J. M. Hanssen dargelegt. Schon als Metzer Kleriker (nicht Mönch) muß er irgendwann Alkuin nähergetreten sein. 812 übernahm er den Bischofsstuhl von Trier. Seine dortige Amtstätigkeit scheint aber nur bis zu der bald nach Ostern 813 angetretenen Legationsreise gedauert zu haben, die er im Auftrag
|Karls des Großen mit Abt Petrus von Nonantula an den Hof Kaiser Michaels I. in Konstantinopel unternahm. Nach der Rückkehr hat er vermutlich unter Ludwig dem Frommen eine Lehrtätigkeit an der Palastschule in Aachen aufgenommen; 831 studierte er auf Veranlassung Ludwigs des Frommen die liturgischen Gewohnheiten der römischen Gemeinde. Auf der Synode in Diedenhofen (Thionville) 835 wurde er zum Nachfolger des abgesetzten Bischofs Agobard von Lyon ernannt, 838 aber auf dessen und des Diakons Florus Betreiben auf der Synode von Quierzy abgesetzt mit der Beschuldigung, seine liturgischen Werke seien voller schwerer Verstöße gegen die Tradition. Über sein weiteres Leben wissen wir nur noch, daß er höchstwahrscheinlich seinen Wohnsitz in Metz genommen und vielleicht zeitweilig als Hilfsbischof des dortigen Oberhirten Drogo gewirkt hat. Vieles spricht für die Überlieferung, daß er (um 850) in Metz gestorben und in
St. Arnulf daselbst begraben worden ist. - Amalarius hat mit seiner allegorischen Liturgie-Interpretation, die er als erster im Abendland in großem Maßstabe durchführte, trotz all seiner Künsteleien und trotz des Widerstandes einiger Zeitgenossen und weniger Späterer (Walahfried Strabo, Albert der Große) Bedeutung erlangt.
Werke ↑
J. M. Hanssen, Amalarii episcopi liturgica omnia, 3
Bde., Rom 1948–50; Versus marini,
hrsg. v. E. Dümmler, in: MG, Poetae latini aevi carolini I, S. 426-28.
Literatur ↑
ADB I
(unter Amalharius); J. M. Hanssen (s. W) I, 1948, S. 39-91
(ausführl. Verz. d. älteren L).
Autor ↑
Balthasar FischerEmpfohlene Zitierweise ↑
Fischer, Balthasar, „Amalarius von Metz“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
236 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118502379.html
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Amalie Elisabeth >>
Amalharius, Amalherius, Hamularius, Amularius Fortunatus und Symphosius
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Amalharius, Amalherius,
Hamularius, Amularius Fortunatus und Symphosius nach der
älteren Meinung ein und dieselbe Person, nach der jüngeren,
besonders von Marx (Geschichte des Erzstifts Trier I. Abth. II. Bd. S.
387 f.) verfochtenen Ansicht zwei gleichzeitig lebende und in
gleichen Kreisen sich bewegende geistliche Gelehrte der
Karolingischen Zeit (809—832). Der erste Amalharius, gewöhnlich
mit dem Beinamen Fortunatus, vorher Abt zu Mettlach an der Saar,
wurde von Karl dem Großen 809 oder 810 zum Bischof von Trier
berufen und unterstützte den Kaiser aus Dankbarkeit durch
Uebersendung von Marmorsäulen und musivischem Schmucke aus den
Ruinen von Trier zum Bau des Palastes und Doms zu Aachen. Kaiser
Karl betraute ihn 811 mit der Consecration der neu erbauten
bischöflichen Kirche zu Hamburg und 813 mit einer Gesandtschaft
nach Byzanz zu Kaiser Michael. Von Constantinopel kehrte
A.
nach Kaiser Michaels und Karls des Großen Tode in
Begleitung einer griechischen Gesandtschaft zurück, welche 814
Kaiser Ludwig dem Frommen Namens des Kaisers Leo zu seiner
Thronbesteigung Glück wünschte. Da Hatto als Erzbischof von Trier
bereits 817 fungirt, so nimmt man an, daß der trierische
A.
damals gestorben, der fernerhin erscheinende also eine
zweite von ihm verschiedene Person gewesen sei. Von dem
trierischen
A.
sind folgende Schriften bekannt: Ein "Tractatus de baptismo" oder "de caeremoniis baptismi", als Denkschrift auf
eine Anfrage Kaiser Karls des Großen an die Erzbischöfe und
Bischöfe seines Reiches über die Vorbereitung und den Modus der
Taufe. Ein Codex der Bibliothek der Abtei Petau bezeichnet
ausdrücklich den Bischof
A.
als Verfasser und ist daher die Angabe des Jesuiten
Jakob Sirmond, sowie des ersten Herausgebers der Werke von Alkuin,
Quercetanus, welche jenen Tractat als von Alkuin verfaßt
bezeichnen, zu berichtigen. (Vgl. die Ausgabe der "Alcuini opera" vom Abte Froben von Regensburg
II. 520—524). Dann ein von demselben
gelegentlich seiner Reise nach Byzanz verfaßtes liturgisches Werk:
"De divinis officiis" insbesondere de
missa, auch "Liber officiorum" genannt.
Auch dieser von M. Hittorp 1568 edirte und von Quercetanus den
Werken Alkuins angeschlossene Tractat, welcher auch von Froben (l.
c. 461—516) unter die Spuria Alcuini
aufgenommen worden ist, wird durch einen Codex der Stadtbibliothek
zu Trier ausdrücklich als ein Werk des
Hamularius Fortunatus Cardinalis Romanus Trebirorum
Metropolitanus bezeichnet. Endlich verfaßte derselbe auch
noch auf seiner Seereise nach Byzanz ein kleines Gedicht: "Versus marini", welches ebenfalls bei Froben
gedruckt ist. —
Der zweite
A.
mit dem Beinamen Symphosius, angeblich aus Burgund
stammend und von Alkuin zu Tours gebildet, Diakon-Priester,
zuletzt Chorbischof zu Metz, 819 bis gegen 832 wirkend, schrieb:
"Libri quattuor de officiis ecclesiasticis seu
divinis sacramentis" welche er (gegen 820) Ludwig dem Frommen
und dessen Gemahlin Judith widmete — ein Werk, welches im engsten
Zusammenhange mit dem "Liber officiorum"
des Trierer
A.
steht und sehr für die Identität beider Personen
spricht Angeblich 831 ging dieser
A.
als Gesandter Ludwigs des Frommen nach Rom zu Papst
Gregor IV. und schrieb in Folge dieser
Mission zur Erzielung einer liturgischen Uebereinstimmung des
gallischen mit dem römischen Ritual einen "Liber de ordine antiphonarii." Beide
Schriften sind gedruckt Biblioth. Max. P.
T. Leyden. XIV. 934—1061.
Trier rühmte sich, das Grab des trierischen
A.
im Stifte St. Pauli zu besitzen, während Metz die
Grabstätte seines
A.
in der vor seinen Mauern gelegenen Abtei St. Arnulph
verehrte, von wo aus bei der Belagerung Karls V. 1555 die Gebeine nach der Domincanerkirche
in der Stadt gebracht wurden.
Literatur ↑
Broweri et Masenii Annales Trevirenses I.
394—404. Marx, Geschichte des Erzstiftes Trier I. 2. 387 ff.
Autor ↑
L. Eltester.
Empfohlene Zitierweise ↑
Eltester, L., „Amalharius, Amalherius, Hamularius, Amularius Fortunatus und Symphosius“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
382-383 unter Amalharius
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118502379.html?anchor=adb
Amalarius von Metz
Name: Amalarius von Metz
Namensvariante: Amalheri
Namensvariante: Amelarius
Namensvariante: Amalerius
Namensvariante: Amalharius
Namensvariante: Hamelarius
Namensvariante: Hamularius
Namensvariante: Amalherius
Namensvariante: Amularius
Namensvariante: Amalarius Symphosius
Namensvariante: Amalarius Fortunatus
Namensvariante: Amalarius von Trier
Namensvariante: Fortunatus
Namensvariante: Amalharius Fortunatus
Lebensdaten: um 775 bis 850
Geburtsort: in der alten Gallia Belgica, wohl im Umkreis von Metz
Sterbeort: wahrscheinlich Metz
Beruf/Lebensstellung: Liturgiker; Bischof von Trier und Lyon; Chorbischof von Metz
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Fischer, BalthasarAutor ADB:
Eltester, L.PND: 118502379