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Büssing, Johann Heinrich Friedrich Wilhelm
Ingenieur und Fabrikant,
* 29.6.1843 Nordsteimke bei Fallersieben,
† 27.10.1929 Braunschweig. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Heinr. Frdr. Christian, Schmiedemeister in Nordsteimke,
S des
Joh. Heinr., Schmiedemeister in Nordsteimke,
u. der Anne Marie Stahl;
M Joh. Marg. Dor.,
T des
Joh. Andreas Manneke, Ackermann,
u. der Marg. Dor. Sophie Steimker.
Leben ↑
Büssing erlernte das Handwerk seines Vaters. 1863 begann er, ohne die Unterstützung seiner Eltern am Collegium Carolinum in Braunschweig Maschinenbau zu studieren. Nach verschiedenen Tätigkeiten (Herstellung von Heißluftmotoren und Fahrrädern) gründete er 1870 eine Werkstatt für Signalanlagen, die 1873, mit dem Kaufmann Max
|Jüdel zur „Eisenbahn-Signalbau-Anstalt Max Jüdel & Compagnie“ erweitert wurde. Zahlreiche Neuerungen sicherten dem Werk große Lieferungen im In- und Ausland; 1892 wurde das 1000. Stellwerk herausgebracht. Auf diesem Gebiet erhielt Büssing 92 deutsche Patente. - 1901 gab Büssing seine unmittelbare Mitarbeit in dieser Firma auf und wandte sich dem Motorfahrzeug zu. Um die Jahrhundertwende war der Kraftwagen als Personenfahrzeug zu einer gewissen konstruktiven Linie entwickelt worden, die Schaffung des Lastwagens wurde die wahre Lebensaufgabe Büssings. Die ersten in der „H. Büssing, Spezialfabrik für Motorlastwagen und Motoromnibusse“ (gegründet 1903) gebauten Fahrzeuge wurden sorgfältig erprobt, zum Teil in selbstgegründeten Verkehrsunternehmen. Die Subventionierung heerestüchtiger Fahrzeuge brachte einen wesentlichen Aufschwung, Spezialfahrzeuge schlossen sich an. Einen besonderen Ruf erwarb sich das Werk mit Omnibussen für den Großstadtvorkehr (zum Beispiel London und Berlin). Frühzeitig machte Büssing wertvolle Versuche mit Luftreifen für Lastwagen. Nach dem ersten Weltkriege waren die dreiachsigen Fahrzeuge des Werkes wegweisende Konstruktionen. - Im Alter von 60 Jahren hatte Büssing als erfolgreicher und unabhängiger Ingenieur mit dem Lastwagenbau, wo er 150 Patente herausbrachte, eine völlig neue Aufgabe begonnen. Hier war der zielbewußte Weitblick eines Ingenieurs am Werk, der eine bereits in den Grundzügen vorhandene Entwicklung zum technischen Erfolg bringen wollte. Sein Werk hat wesentlich zur Vorrangstellung des deutschen Lastkraftwagenbaus in der Welt beigetragen. Büssing wurde neben anderen Ehrungen 1909 der Dr.-Ingenieur Ehren halber verliehen.
Das Werk, das 1920 unter Wahrung des Charakters als Familienunternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war, wurde durch alle folgenden Schwierigkeiten fortgesetzt. 1930 wurde die „Nationale Automobilgesellschaft“, Tochtergesellschaft der AEG mit Werken in Berlin und Leipzig angeschlossen, nachdem seit 1912 bereits eine Interessengemeinschaft bestanden hatte. Diese Verbindung wurde 1949 gelöst. Die Firma lautete jetzt „Büssing-Nutzkraftwagen Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ und beschäftigte 1952 nach dem Wiederaufbau 4500 Menschen.
Literatur ↑
E. Valentin, H.
B. u. sein Werk,
hrsg. v. d. Büssing-
AG, 1927
(P);
VDI-Btrr. 20, 1930, S. 185;
H. Klaus, in:
VDI-
Nachrr. 5, 1951,
Nr. 18, S. 1
(P);
DBJ XI (
Tl. 1929,
L).
Portraits ↑
in:
LIZ, 1929,
Nr. 4417;
Phot. (P-
Slg. d.
dt. Mus. München).
Autor ↑
Gustav GoldbeckEmpfohlene Zitierweise ↑
Goldbeck, Gustav, „Büssing, Johann Heinrich Friedrich Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
4 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118814427.html
Büssing, Heinrich
Name: Büssing, Heinrich
Namensvariante: Büssing, Johann Heinrich Friedrich Wilhelm
Lebensdaten: 1843 bis 1929
Geburtsort: Nordsteimke bei Fallersieben
Sterbeort: Braunschweig
Beruf/Lebensstellung: Automobilindustrieller; Ingenieur; Fabrikant
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Goldbeck, GustavPND: 118814427