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Alexander, Andreas >>
Alexander, der Wilde
oberdeutscher Spruchdichter, um 1290.
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Leben ↑
Alexander wird in der Jenenser Handschrift Meister genannt: dies würde auf bürgerliche Herkunft deuten, wenngleich die Meistersinger ihn nicht zu den ihren zählten. Er ist ein Fahrender, aber er verachtet die
gehrenden Spielleute und fühlt sich den ritterlichen Sängern verwandt. Als Anhänger adliger Kultur und höfischen Stiles in bürgerlicher Zeit - er spielt auf historische Ereignisse zwischen 1287 und 1291 an - steht er isoliert. Vielleicht nennt er sich deshalb
der wilde,
d. h. „der seltsame“ (so wie Wolfram
der maere wildenaere genannt wird), oder aber weil er bei seinen Sprüchen Rätseleingänge (109, 25
wilde rede) liebt. Alexander gehört zu den bedeutendsten Spruchdichtern nach Walther von der Vogelweide, er umfaßt dabei die ganze Skala, vom Minnespruch bis zur allegorischen Mahnung an die Vergänglichkeit (die von sentimentalen Kindheitserinnerungen ausgeht) und zur Warnung vor dem Antichrist. In seinen Minneliedern huldigt er der hohen ritterlichen Minne, aber er individualisiert sie und steigert sie zur Leidenschaft. Das gleiche Bild bieten seine Kompositionen, die in der Jenenser Handschrift überliefert sind: auch sie zeigen den Stil des frühen Minnesanges, aber mit der fortgeschritteneren Melodik des modernen Liedstiles, und nähern sich schließlich stark den Melodien der großen Liedkünstler um 1300.
Werke ↑
F. W.
v. d. Hagen, Minnesänger IV, 1838, S. 783 ff.; G. Holz, F. Saran, E. Bernoulli, Die Jenaer Liederhs., 1901,
Nr. VI; F. Pfaff, Die große Heidelberger Liederhs. in getreuem Textabdruck, 1908,
Sp. 1377; R. Rietsch, Gesänge
v. Frauenlob, Reimar
v. Zweter u.
A. nach d.
Hs. 2701 d. Wiener
Hofbibl., in: Denkmäler d. Tonkunst in
Österr. 41, 1913; R. Haller, Der wilde
A., 1935, S. 103-27.
Literatur ↑
ADB I;
Goedeke I, 1884, S. 253;
R. Haller, Der wilde
A.,
Btrr. z. Dichtungsgesch. d. 13. Jh.s, 1935;
F. Loewenthal,
Stud. z. german. Rätsel, 1914, S. 90 ff.;
ders., Das Rätsel d. wilden
A., in:
ZDA 57, 1920, S. 277-82;
G. Hase, Der Minneleich Meister
A. u. seine Stellung in d. mittelalterl. Musik, 1921;
H. Oppenheim, Naturschilderung u. Naturgefühl h. d. frühen Meistersingern, 1931, S. 17 ff.;
Ehrismann II, 2, 2, 1935, S. 295 f.;
J. Schwietering, Die
dt. Dichtung d.
MA, 1941, S. 274 f.;
H. Schneider, Heldendichtung, Geistlichendichtung, Ritterdichtung, 1943, S. 483 f.;
A. Wallner, in:
Vf.-Lex. d. MA I, 1933,
Sp. 59-61;
H. Husmann, in:
MGG.
Portraits ↑
Manessesche
Hs.,
Faks. Ausg., 1925,
Bl. 412.
Autor ↑
Hellmut RosenfeldEmpfohlene Zitierweise ↑
Rosenfeld, Hellmut, „Alexander, der Wilde“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
195
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118644629.html
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Alexandrinus, Julius >>
Alexander
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Alexander, der wilde
A.
oder Meister
A.
, ein fahrender Sänger aus Süddeutschland. In einem
Spruche beschwert er sich, daß ihm Burgau, dessen Markgraf den
Sängern sonst hold war, verschlossen geblieben sei, wie ehedem
Galois dem Herrn Gawan. Seine Zeit bestimmt sich durch einen
Spruch, in welchem er mit Bezug auf die Ehe zwischen König Wilhelm
von Holland und Elisabeth, der Tochter des Herzogs Otto von
Braunschweig (25. Jan. 1252) rühmt, daß eine Taube aus
Braunschweig Elbe und Rhein in Liebe verbunden habe. — Seine
Dichtung gestattet der Allegorie schon ein weiteres Feld und
mangelt öfters poetischen Gehaltes und Ausdruckes. Neben
eigentlichen Liedern — unter ihnen sein Weihnachtslied — stehen
auch ein- und mehrstrophige Gedichte reflectirenden Inhalts und
ein Lied über der Minne Macht. Sprache und Reim behandelt der
Dichter nicht ohne Gewandtheit, aber nur in einer Strophe hat er
es auf ein Reimkunststück abgesehen. Besonderes Interesse hat er
dadurch, daß sich mehrere seiner Sangweisen erhalten haben. — v.
d. Hagen, Minnesänger 4, 665 ff.
Autor ↑
Wilmanns.
Empfohlene Zitierweise ↑
Wilmanns, Wilhelm, „Alexander“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
337
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118644629.html?anchor=adb
Alexander der Wilde
Name: Alexander der Wilde
Namensvariante: Meister Alexander
Lebensdaten: erwähnt 1252, gestorben um 1290
Beruf/Lebensstellung: Spruchdichter; fahrender Sänger
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Rosenfeld, HellmutAutor ADB:
Wilmanns, WilhelmPND: 118644629