<< Aler, Paul
Alexander, Prinz von Battenberg, Graf von Hartenau >>
Alesius (Aless, ab Ales), Alexander
evangelischer Theologe,
* 23.4.1500 Edinburgh,
† 17.3.1565 Leipzig.
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Der Kanoniker Alesius von
St. Andrew wurde durch die Schriften Luthers, Gespräche mit dem eingekerkerten Patrick Hamilton und dessen Tod für die Reformation gewonnen; nur mit Mühe entfloh er selbst 1532 dem Kerker, um 1533 nach Wittenberg zu gehen und 1535 und in den folgenden Jahren als Professor in Cambridge zu wirken. 1539 wich er vor Heinrich VIII., wurde 1540 Professor in Frankfurt/Oder und seit 1542 in Leipzig. Alesius wurde mit der Teilnahme an mehreren Religionsgesprächen beauftragt; in den theologischen Kontroversen nach 1547 stand der oft widerspruchsvolle Mann im Lager der Philippisten.
Werke ↑
u. a. Epistola contra decretum quoddam Episcoporum in Scotia, Wittenberg 1533; Apologia (1542), in:
Jb. f. Brandenburg.
Kirchengesch. 14, 1916, S. 87 ff.; Briefe, in: Archiv f.
Ref.-
Gesch. 8, 1911, S. 403 ff.,
Erg.-
Bd. 5, 1929, S. 28 ff.;
s. a. PRE.
Literatur ↑
ADB I
(unter Aless);
Nicolaus Müller, Zur
Gesch. d. Reichstags
z. Regensburg 1541, in:
Jb. f. Brandenburg.
Kirchengesch. 4, 1907, S. 234 ff.;
O. Clemen, Melanchthon u. A.
A., in: Archiv f.
Ref.gesch.,
Erg.-
Bd. 5, 1929, S. 17 ff.;
ders., Epigramme auf Teilnehmer am Wormser Religionsgespräch 1540–41, in:
Ztschr. f.
Kirchengesch. 50, 1931, S. 450;
PRE;
RGG;
LThK;
s. a. Schottenloher I, 1933.
Autor ↑
Gustav HammannEmpfohlene Zitierweise ↑
Hammann, Gustav, „Alesius, Alexander“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
191
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116010061.html
<< Aler, Paul
Alexander I. >>
Aleß, Alexander
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Aleß: Alexander
A.
(Alesius, ab Ales),
reformatorischer Theologe, geb. zu Edinburg 23. April
1500, † als Professor zu Leipzig
17. März 1565. Schon
früh als Canonicus zu St. Andrews ward er durch Luther's Schriften
wie durch den Verkehr mit Hamilton, der 1528 seine Ueberzeugung
mit dem Leben besiegelte, für die Reformation gewonnen. 1532 mußte
er deswegen Schottland verlassen und ging nach Deutschland, wo er
mit Luther und Melanchthon verkehrte und offen zur evangelischen
Kirche übertrat. Sein 1533 erlassener offener Brief gegen ein
Decret der schottischen Bischöfe, welches den Laien das Bibellesen
verbot, verwickelte ihn in einen heftigen Federkrieg mit Cochläus.
Nachdem sich in England der Bruch mit Rom vollzogen hatte, ward
auch
A.
zurückgerufen und 1535 zum Professor in Cambridge
ernannt. Doch mußte er seine Vorlesungen bald wieder einstellen,
ernährte sich einige Zeit als Arzt zu London und verließ endlich
angesichts des sich steigernden Glaubensdespotismus Heinrichs VIII. England 1540 aufs neue um bleibend in
Deutschland zu wirken, zuerst kurze Zeit als Professor zu
Frankfurt a. O., dann bis an seinen Tod in Leipzig. Er war eng mit
Melanchthon verbunden und nahm, gleich diesem, eine vermittelnde
Stellung zwischen Lutheranern und Calvinisten ein. Wie er
Melanchthon's kryptocalvinistische und adiaphoristische Ansichten
theilte, so stand er später im synergistischen Streit auf Georg
Major's Seite, weshalb er denn auch von den Flacianern aufs
heftigste angegriffen ward. Angesehen durch theologische
Gelehrsamkeit, wie durch dialektische Gewandtheit, hat er an den
Religionsgesprächen zu Worms (1540), Naumburg (1554), Nürnberg und
Dresden (1555) u. a. theilgenommen. Seine Schriften (vgl. Jöcher
u. Adelung) sind exegetischen, dogmatischen und polemischen
Inhaltes.
Literatur ↑
Thomas, Oratio de Alesio. Lips. 1683. G. Weber in Herzog's Realencycl.
Autor ↑
v. L.
Empfohlene Zitierweise ↑
L., von, „Aleß, Alexander“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
336 unter Aless
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116010061.html?anchor=adb
Alesius, Alexander
Name: Alesius, Alexander
Namensvariante: Aless, Alexander
Namensvariante: Aleß, Alexander
Namensvariante: Ales, Alexander ab
Lebensdaten: 1500 bis 1565
Geburtsort: Edinburgh
Sterbeort: Leipzig
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe
Konfession: katholisch; evangelisch
Autor NDB:
Hammann, GustavAutor ADB:
L., vonPND: 116010061