<< Alemann, Friedrich Adolph von
Alesius, Alexander >>
Aler, Paul
Jesuit, Schulmann, Dramatiker,
* 9.11.1656
St. Vith (Eifel),
† 2.5.1727 Düren.
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Am 6.11.1676 trat Aler zu Trier in den Jesuitenorden ein. Hauptschauplatz seiner Wirksamkeit war das Tricoronatum (Dreikronengymnasium) in Köln, an dem er auch seine wissenschaftliche Ausbildung erhalten hatte (Magister Artium). Nach seiner Lehrtätigkeit in den Gymnasialklassen und der Vollendung seiner theologischen Studien lehrte er Philosophie und Moraltheologie und leitete 13 Jahre die lateinische Kongregation. Als Subregent (1690–1703) und Regent (= Studienpräfekt, 1703–1713) übte er einen tiefgehenden Einfluß auf die Geschicke des Tricoronatum aus (Zeitalter Alers). Er errichtete ein modernes Schultheater (begonnen März 1700) mit szenischen Verwandlungen, Maschinen und Flugapparaten, wo er seine Dramen und Opern aufführen ließ. Starr von Charakter wachte er streng über die Aufrechterhaltung der durch die vielen Kriege bedrohten studentischen Sitten, war auch ebenso unbeugsam in der Wahrung der Rechte der Anstalt gegenüber den anderen Gymnasien und der Universität. Im Jahre 1713 ging er als Dogmatikprofessor nach Trier (1713–17) und setzte seine Tätigkeit in Münstereifel und Aachen fort, bis er, durch einen Schlaganfall völlig gelähmt, 1727 seine Laufbahn in Düren beschloß.
Werke ↑
13
lat. u.
dt. Dramen u. Opern; Ars poetica, Köln 1683
u. ö.; Gradus ad Parnassum, ebenda
21706,
71724
(in Anlehnung an den Pariser Novus synonymorum thesaurus); Philosophia tripartita, 3 T., ebenda 1710-24; Ein
dt.-
lat. Wörterbuch, Köln 1724
u. ö.;
s. a. Kosch, Kath. Dtld. I, 1933, S. 28.
Literatur ↑
ADB I;
J. Hartzheim,
Bibl. Coloniensis, Köln 1747, S. 263-65
(W);
Sommervogel I, S. 160-67, VIII, S. 1603 f.
(W),
Suppl., S. 331,
Nr. 990;
A. Fritz, P.
A., in: Das Marzellen-Gymnasium in Köln 1450 bis 1911, 1911, S. 123-40;
B. Duhr, Gesch. d. Jesuiten in d. Ländern dt. Zunge IV, 1928, S. 31-33;
N. Scheid, Das
lat. Jesuitendrama im
dt. Sprachgebiet, in:
Lit.wiss. Jb. d.
Görresges. 5, 1930, S. 73-75;
J. Kuckhoff, Die
Gesch. d. Gymnasium Tricoronatum, 1931, S. 458-519;
Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques II, 1914,
Sp. 129 f.;
LThK;
L. Koch 1934;
Kosch, Lit.-Lex. I.
Autor ↑
Wilhelm Kratz SJSocietas Jesu (Jesuiten)Empfohlene Zitierweise ↑
Kratz SJ, Wilhelm, „Aler, Paul“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
191
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd128976292.html
<< Alendorf, Johann
Aleß, Alexander >>
Aler, Paul
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Aler: Paul
A.
, Philosoph, Philologe und Poet, geb. zu
St. Veit im Luxemburgischen
9. Nov. 1656, † zu Düren
2. Mai 1727. Gebildet auf dem
Gymnasium zu Köln, ward er 1676 Magister und in den Jesuitenorden
aufgenommen. 1676—91 lehrte er in Köln Philosophie, Theologie und
Humaniora; 1701 ward er zu Trier Professor der Theologie, 1703
Regens am Kölner Gymnasium und 1713 Regens der Gymnasien zu
Aachen, Münster, Trier und Jülich. — Unter seinen philosophischen
Werken ist das umfangreichste die "Philosophia
tripartita (logica, physica, metaphysica)". Unter den
philologischen ist es der vielgebrauchte und vielgedruckte "Gradus ad Parnassum", welcher hauptsächlich
seinen Namen erhalten hat. Es ist unter diesem Titel ein "Synonymorum, epithetorum thesaurus"
mindestens seit 1687 in Köln gedruckt worden; die erste Ausgabe,
welche, vermehrt mit einem "Artis poeticae
compendio" Aler's Namen trägt, scheint von 1699. — Besonderes
Interesse aber wandte
A.
den dramatischen Aufführungen des Gymnasiums zu. Er
richtete ein Theater ein mit scenischen Verwandlungen, Maschinen,
Flugapparaten für ganze Chöre etc. und schrieb dafür eine Reihe
von lateinischen und deutschen Tragödien: "Trag. tres de Josepho" 1703—5; "De Tobia trag.
duae", 1706; "De Bertulfo et Ansberta", 1708; "De
Genovefa",1709; "Von der Mutter und ihren beiden Söhnen bei
den Maccabäern", 1710. Dazu noch "Dramata
musica", d. h. Schauspiele mit Arien und Chören: "Regina gratiae Maria", 1696; "Regina pacis
Maria",
|1697; "Julius Maximinus", 1697 (erschien
deutsch in einer Umarbeitung unter dem Titel "Ursula Coloniensis, tragoedia", 1710) und
"Urania", 1700.
Literatur ↑
Harzheim, Bibl. Colon. p. 263.
Autor ↑
Kern.
Empfohlene Zitierweise ↑
Kern, „Aler, Paul“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
335-336
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd128976292.html?anchor=adb
Aler, Paul
Name: Aler, Paul
Lebensdaten: 1656 bis 1727
Geburtsort: St.Sankt Vith (Eifel)
Sterbeort: Düren
Beruf/Lebensstellung: Dramatiker; Jesuit; Schulmann; Philosoph; Philologe
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Kratz SJ, WilhelmAutor ADB:
KernPND: 128976292