<< Alexander Ludwig Georg Friedrich Emil
Alexander von Köln >>
Alexander I.
Bischof von Lüttich,
† 6.7.1135 Publémont bei Lüttich, begraben
St. Gilles, Lüttich.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Gerhard III., Graf von Jülich (
† nach 1126).
Leben ↑
Alexander wird 1101 als Propst von
St. Bartholomäus, weiterhin auch als Propst von
St. Martin und
St. Paul in Lüttich und von Notre-Dame in Huy, 1111 als Schatzmeister von
St. Lambert in Lüttich genannt. Nach dem Tode Bischof Otberts 1119 versuchte er, angeblich durch Bestechung Heinrichs V., die bischöfliche Würde zu erlangen, während vom Lütticher Klerus unter Schutz des Kölner Metropoliten Graf Friedrich von Namur erwählt und auf demselben Konzil zu Reims, das über Alexander den Bann aussprach, von Calixt II. geweiht wurde. Die Zwiespältigkeit der Wahl löste heftige Adelsfehden in Niederlothringen aus, in deren Verlauf Alexander, in Huy eingeschlossen, sich dem rechtmäßigen Bischof unterwarf, der ihn absolvierte, aber selbst gleich darauf (1121) starb - vergiftet, wie behauptet wird, auf Anstiften Alexanders. Ein erneuter Versuch, sich als Bischof ausrufen zu lassen, scheiterte. Erst nach Ermordung des erwählten Bischofs Alberon, des Bruders Herzog Godfrieds, erlangte Alexander die Bischofswürde, nun in einstimmiger Wahl unter Billigung des Kölner Erzbischofs. Von seinen Widersachern weiter der Simonie beschuldigt, wurde er von Honorius II. nach Rom vorgeladen, aber wieder in Gnaden entlassen. In neuen niederlothringischen Adelskämpfen gelang ihm ein entscheidender Sieg bei Duras am 7.8.1129 über seinen früheren Gönner Herzog Godfried. Tatkräftig widmete er sich dann der Verwaltung seiner Diözese. Für die Weitergabe der Scholasterei von
St. Martin in Lüttich 1135 widerum der Simonie verklagt, wurde er durch das Konzil von Pisa seines Amtes entsetzt und starb unter dem Eindruck dieser Nachricht am 6.7.1135 zu Publémont bei Lüttich. - Alexander steht als umstrittene Persönlichkeit inmitten des ausgehenden Investiturstreites. Im Gegensatz zur sehr abfällig urteilenden Geschichte der Äbte von
St. Trond stellen ihn andere Quellen als einen „durch Weisheit und klugen Rat hervorragenden, aber von Ehrgeiz erfüllten Mann" oder „von scharfsinniger Beredsamkeit, ausgezeichnet durch Demut und Frömmigkeit“ hin, es sei „zu seiner Zeit kein zweiter von gleicher Freigebigkeit gegen die Armen“ gewesen. Heute beurteilt man ihn milder als es die Zeitgenossen taten.
Literatur ↑
ADB I;
G. Meyer
v. Knonau,
Jbb. d.
Dt. Reiches unter
Heinr. IV. u.
Heinr. V., 7
Bde., 1890–1909;
W. Bernhardi, Lothar
v. Supplinburg, 1879;
J. Closon, Alexandre I. de Juliers évêque de Liége 1128-1135, in: Bull, de la Société d'Art et d'Histoire du Diocèse de Liége 13, 1902, S. 403-73
(mit Urkk.- Anhang);
E. de Moreau, Les derniers temps de la Quérelle des Investitures à Liége, in: Bull, d'histoire 100, Brüssel 1936, S. 320 ff.;
ders., Histoire de l'église en Belgique II, Brüssel
21947 bis 1949, S. 106-08.
Autor ↑
Walter KaemmererEmpfohlene Zitierweise ↑
Kaemmerer, Walter, „Alexander I.“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
193
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13580275X.html
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Alexander >>
Alexander I.
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Alexander I.,
Bischof von
Lüttich, Graf von
Jülich. Bischof Otbert von Lüttich starb 1119 in einem
Augenblick, als zwischen K. Heinrich V. und Papst Calixt II. der Investiturstreit kurz vor seinem Ende
noch einmal in ganzer Heftigkeit entbrannte. Das Rheimser Concil
und die Verhandlungen zwischen Kaiser und Papst zu Mousson im Oct.
d. J. blieben, obwol sich das Princip der endlichen Lösung dabei
andeutete, fruchtlos und endeten mit dem Bannstrahl über den
Kaiser. In Lüttich hatte der Kaiser dem vom Volke gewählten
Archidiacon
A.
die Investitur ertheilt, wie man sagte, gegen Erlegung
von 7000 Pf. Silbers; erst nachher fand unter großen
Unregelmäßigkeiten Alexanders eigentliche Wahl statt. Erzbischof
Friedrich von Köln verweigerte aber ihre Anerkennung und die Weihe
und veranlaßte unter seinen Augen zu Köln eine Neuwahl, aus der
der Lütticher Dompropst Friedrich hervorging, ein Bruder des
mächtigen Grafen Gottfried von Namur. Friedrich begab sich sofort
nach Rheims und erlangte dort von Calixt die Bestätigung. Aber der
Anhang beider Gegner war mächtig und bald spaltete ganz
Niederlothringen sich in Alexandriner und Fridericianer. Friedrich
behauptete sich in der Stadt Lüttich und belagerte den Gegner in
Huy. Da aber starb er plötzlich am 27. Mai 1121; es hieß, er sei
von den Alexandrinern vergiftet. Jetzt gewannen diese in Stadt und
Stift die Oberhand und
A.
ward durch einen neuen Wahlact anerkannt. Dennoch aber
mußte er infolge der allgemeinen politischen Lage nochmals wieder
zurücktreten; nach Abschluß des Wormser Concordats ward auch in
Lüttich durch die Wahl Albero's von Metz (s. d.), dem der Kaiser
die Regalien ertheilte, der Friede hergestellt. Als aber Albero 1.
Jan. 1129 starb, ward
|
A.
aufs neue erwählt und vom König Lothar belehnt. Er
ergriff darauf sofort die Waffen für Walram von Limburg, dem der
König das dem Herzog Gottfried dem Bärtigen abgenommene
Niederlothringen übertragen hatte, und nahm an Walrams Sieg über
Gottfried am 7. Aug. 1129 bei Duras Theil. — Im März 1131 sah
Lüttich den König Lothar und den flüchtigen Papst Innoncenz II. unter wichtigen Verhandlungen, beide mit
glänzendem Gefolge weltlicher und geistlicher Fürsten, in seinen
Mauern. Am 25. März setzte der Papst selbst dem König und der
Königin hier die Kronen auf, mit denen sie an festlichen Tagen
erschienen. Die Zusammenkunft dauerte bis Anfang Aprils. —
A.
ward bald nachher von seinem Clerus wegen Simonie
angeklagt. Lothar schützte ihn so lange er es vermochte. Da aber
A.
auf wiederholte Ladungen vor dem Papste nicht
erschienen war, ward er auf der Synode zu Pisa 1135 entsetzt und
starb noch am 6. Juli desselben Jahres.
Fisen, Hist. eccl. Leod.; Chapeauville, Gesta
pontif. Leod.
Autor ↑
Alberdingk Thijm.
Empfohlene Zitierweise ↑
Alberdingk, Thijm, „Alexander I.“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
336-337
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13580275X.html?anchor=adb
Alexander I.
Name: Alexander I.
Lebensdaten: erwähnt 1101, gestorben 1135
Sterbeort: Publémont bei Lüttich
Beruf/Lebensstellung: Bischof von Lüttich; Graf von Jülich
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Kaemmerer, WalterAutor ADB:
Alberdingk, ThijmPND: 13580275X