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NDB-Artikel

<< Bruns, Nikolaus     Bruns, Viktor >>

Bruns, Paul Eduard (von)

Chirurg, * 2.7.1846 Tübingen, 2.6.1916 Tübingen. (lutherisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Viktor s. (4); Marie, T des Tübinger Theologen Karl von Weizsäcker (1822–99), Schw; des württembergischen Minsters Karl Freiherr von Weizsäcker (seit 1916, 1853-1926); S Viktor s. (5), Oskar (* 1878), Professor der Inneren Medizin in Königsberg.

Leben  
Bruns begann das medizinische Studium 1863 in Tübingen, das er wenige Monate vor dem Ausbruch des deutsch-französischen Kriegs 1870/71 beendete. Infolge des Kriegs mußte er eine wissenschaftliche Reise, die sich auf Deutschland und Österreich erstrecken sollte, abbrechen und trat als Freiwilliger ins Heer ein. Seine Verwendung als Arzt eines Feldlazaretts führte ihn zur Kriegschirurgie, der er zeitlebens besonderes Interesse entgegenbrachte. Im April 1871 wurde er Assistenzarzt in der chirurgischen Klinik seines Vaters in Tübingen, holte aber 1872 während eines viermonatigen Aufenthalts bei Theodor Billroth in Wien die unterbrochene wissenschaftliche Reise nach. Bruns habilitierte sich 1875 in Tübingen für Chirurgie und wurde 1877 außerordentlicher Professor. 1882 wurde er zum Nachfolger seines Vaters, den er schon während dessen Erkrankung vertreten hatte, ernannt. Zahlreiche später führende Chirurgen gingen aus seiner Schule hervor. Bruns wurde konsultierender Leibarzt des württembergischen Königs und Obergeneralarzt à la suite des württembergischen Sanitätskorps. Wie sein Vater und in Zusammenarbeit mit diesem beschäftigte sich Bruns viel mit den Neubildungen des Kehlkopfs und ihrer operativen Entfernung. Auf seine Arbeiten über die Phosphornekrose geht das am 10.5.1903 erlassene Verbotsgesetz der Herstellung von Phosphorstreichhölzern zurück. Bedeutsam wurden seine Untersuchungen über die Wirkung kleinkalibriger Geschosse, die die Veranlassung gaben, daß die Haager Friedenskonferenz (1899) sich mit den Dumdum-Geschossen befaßte und zu deren Verbot kam. Bekannt wurde Bruns ferner als Herausgeber der von ihm 1885 begründeten „Beiträge zur klinischen Chirurgie". Ebenso bedeutsam war das von ihm mit Ernst von Bergmann und Johann von Miculicz-Radecky begründete Handbuch der praktischen Chirurgie, das in fast alle Weltsprachen übersetzt wurde. Außerdem war Bruns Herausgeber des Sammelwerks „Deutsche Chirurgie“ und „Die neue deutsche Chirurgie“.

Werke  
Weitere W Die Laryngotomie z. Entfernung intralaryngealer Neubildungen, 1878; Üb. d. gegenwärt. Stand d. Kropfbehandlung, = Volkmanns Slg. klin. Vorträge, Chirurgie, 6, 1885; Die Lehre v. d. Knochenbrüchen, in: Dt. Chirurgie, 1886; Üb. d. Wirkung d. neuesten engl. Armeegeschosse, 1899; Die freiwillige Sanitätskolonne Tübingen d. württ. Landesver.s vom Roten Kreuz 1886/1911,|1911; Die Dumdumgeschosse, in: Frankfurter Ztg., 27.9.1914; Üb. Schußwaffen u. Schußwunden im gegenwärt. Kriege, in: Schwäb. Merkur, 3.9.1914.

Literatur  
Württ. Nekrolog f. d. J. 1916, 1920; L. Makowsky, 5 Jh. Chirurgie in Tübingen, 1949 (P); H. Killian-G. Krämer, Meister d. Chirurgie…, 1951, S. 112; DBJ I (Totenliste 1916, L).

Autor  
Eberhard Stübler
Empfohlene Zitierweise  

Stübler, Eberhard, „Bruns, Paul Eduard“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 686 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116813512.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 686 f.
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S.  687*

PND: 116813512
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Index

Bruns, Paul von

Name: Bruns, Paul von
Namensvariante: Bruns, Paul Eduard von
Lebensdaten: 1846 bis 1916
Geburtsort: Tübingen
Sterbeort: Tübingen
Beruf/Lebensstellung: Chirurg
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Stübler, Eberhard
PND: 116813512

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Bruns, Paul von

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116813512

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