Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Ainmiller, Max Emanuel     Aitzema, Foppe van >>

Aitinger, Sebastian

Sekretär des Schmalkaldischen Bundes, * September 1508 Ulm, 12.11.1547 Burlafingen bei Ulm. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Konrad Aitinger, Stadtschreiber und Notar in Ulm; M Anna Schöfferlin, Eßlingen; Ulm 26.11.1525 Anna, T des Zunftmeisters und Ratsherrn Hans Lebzelter; S Johann Konrad Aitinger (1543–1600), wie seine Nachkommen bis zum Aussterben der Familie (1729) hessischer Beamter.

Leben  
Aitinger war seit 1526 Bürger und Kanzleischreiber, später Sekretär der Stadt Ulm. Sein Zerwürfnis mit der Stadt wegen der Verwaltung seines städtischen Lehens (1539) veranlaßte ihn, in die Dienste des Landgrafen Philipp von Hessen überzutreten, der ihn am 8.3.1540 zum Sekretär des Schmalkaldischen Bundes bestellte. In dieser Stellung führte er die Kassengeschäfte und politischen Verhandlungen des Bundes und nahm an fast allen Reichs- und Bundestagen bis zum Zusammenbruch des Bundes im Schmalkaldischen Krieg teil. 1547 mußte er unter Verlust seines Vermögens aus Ulm flüchten. Er lebte in dem benachbarten Dorfe Burlafingen und starb an einer Erkältung, die er sich beim Durchschwimmen der Donau auf der Flucht vor der Gefangennahme zugezogen hatte.

Literatur  
ADB I; A. Weyermann, Nachrr v. Gelehrten, Künstlern u. anderen merkwürdigen Personen aus Ulm, Ulm 1798; C. Th. Keim, Die Ref. in d. Reichsstadt Ulm, 1851, S. 20; K. Bernhardi, Zur hess. Familiengesch., Die Familie A., in: Ztschr. d. Ver. f. hess. Gesch. u. Landeskde., NF 4, 1873, S. 326-48; Polit. Archiv d. Landgf. Philipp d. Großmütigen v. Hessen, hrsg. v. F. Küch, Bd 1, = Publ. aus d. k. Preuß. Staatsarchiven, Bd. 78, 1904, S. XX, 325, 386, 396 f., 399, 425, 463, 465, 529, 583 u. ö.; F. Gundlach, Die hess. Zentralbehörden von 1247 bis 1604 I, 1921, S. 238 u. ö., = Veröffentlichungen d. Hist. Komm. f. Hessen u. Waldeck XVI; H. Walther, Bernhard Besserer u. d. Politik d. Reichsstadt Ulm während d. Ref.zeit, in: Ulm-Oberschwaben, H. 27, 1930, S. 55.

Autor  
Otto Graf Looz-Corswaremgeändert: Corswaren[d. Red.]
Empfohlene Zitierweise  

Looz-Corswarem, Otto Graf von, „Aitinger, Sebastian“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 119 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135607000.html

ADB-Artikel

<< Aist, Dietmar     Aitzema, Foppe van >>

Aitinger, Sebastian

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Aitinger: Sebastian A. , Sohn des Stadtsecretärs Konrad A. zu Ulm, geb. daselbst 1508, † 1547. Eine sehr begabte Natur, entwickelte er sich so rasch, daß er bereits in seinem 17. Lebensjahre Notar und in dem darauf folgenden auch Stadtsecretär in Ulm wurde. In Folge eines Zerwürfnisses mit dem Stadtrath daselbst trat er 1540 in die Dienste des Landgrafen Philipp von Hessen, welcher, als "Hauptmann" des schmalkaldischen Bundes, ihn zum "Secretarius" desselben bestellte. Geheimschreiber im eigentlichsten Sinne des Worts, hatte er in dieser neuen Stellung nicht nur die Kassengeschäfte des Bundes zu besorgen, sondern er ward auch sieben Jahre lang "Tag und Nacht mit den Bundessachen auf allen Reichs-Deputations- und Bundestagen, mit hochwichtigen Geschäften beladen". Nach der Niederlage des schmalkaldischen Bundesheeres und der Gefangennehmung des Landgrafen trat er aus den Diensten desselben, um der in der halle'schen Kapitulation vorbehaltenen Amnestie theilhaftig zu werden und hoffte, als Bürger von Ulm, welche Stadt sich mit dem Kaiser ausgesöhnt hatte, daselbst gegen Verfolgung sicher zu sein. Indessen erfuhr er nach einiger Zeit, daß man ihm nachstellen ließ, um durch ihn Beweismittel gegen die gefangenen Fürsten zu erlangen. Er war deshalb auf seiner Hut und als er im Nov. 1547 zu Burlafingen, einem benachbarten Dorfe, wohin er wegen einer in Ulm ausgebrochenen pestartigen Krankheit mit seinen Kindern geflüchtet war, überfallen werden sollte, gelang es ihm, wiewol er krank im Bett lag, halb angekleidet zu entkommen und sich schwimmend über die Donau zu retten. Auch|fand er in einem benachbarten Schlosse liebevolle Aufnahme und Pflege; doch starb er bereits nach wenigen Tagen.
Landgraf Philipp suchte später den Sohn, Joh. Konrad A. , für die Opfer zu entschädigen, welche ihm der Vater gebracht hatte, und als ihm derselbe im J. 1563 im Schlosse zu Marburg vorgestellt wurde, sagte er mit Thränen in den Augen: "Dieses Vater hat Leib und Leben für mich gelassen, wollte Gott wir hätten solcher Diener viel." Johann Konrad A. und dessen Nachkommen blieben bis zu dem 1729 erfolgten Aussterben der Familie in hessischen Diensten.

Autor  
K. Bernhardi.
Empfohlene Zitierweise  

Bernhardi, Karl, „Aitinger, Sebastian“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 167-168 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135607000.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 119
ADB 1 (1875), S. 167-168
Erwähnungen: 
ADB 12 (1880), S. 794 Korrektur

PND: 135607000
Artikel drucken

Index

Aitinger, Sebastian

Name: Aitinger, Sebastian
Lebensdaten: 1508 bis 1547
Geburtsort: Ulm
Sterbeort: Burlafingen bei Ulm
Beruf/Lebensstellung: Sekretär des Schmalkaldischen Bundes
Konfession: katholisch; evangelisch
Autor NDB: Looz-Corswarem, Otto Graf von
Autor ADB: Bernhardi, Karl
PND: 135607000

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Aitinger, Sebastian

PND
135607000

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Hessische Biografie

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope