<< Bonnus, Hermann
Bonstetten,Freiherren von >>
Bonsels, Waldemar
Schriftsteller,
* 21.2.1880 Ahrensburg (Schleswig-Holstein),
† 31.7.1952 Ambach/Starnberger See. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Karl
Rud. (1848–1923), Arzt,
S des
Jak. Heinrich und der Maria Gertrud Goeters;
M Marg. Maria Nicoline (1855–1921),
T des Peter Iwersen und der Nicoline geborene Iwersen (nicht verwandt);
⚭ 1) Cläre (1880–1952),
T des Kunstmalers Adolf Brandenburg, 2) Elise,
T des Missionars Johann Ostermeyer, 3) Rose Marie,
T des Architekten Wilhelm Bachofen aus Basel; 4
S,
u. a. Bernd Holger, Schriftsteller, Nils, Kunsthistoriker, Hans, Schauspieler (unter Pseudonym).
Leben ↑
Mit 17 Jahren entfloh Bonsels dem Elternhaus und dem Gymnasium in Kiel: es trieb ihn aus der bürgerlichen Bindung in die Freiheit eines Natur- und Abenteuerlebens. Er durchzog Deutschland, viele europäische Länder, später vornehmlich Indien, Ägypten und Amerika. Zeitweilig war er als Verleger in München tätig, im 1. Weltkrieg Berichterstatter an der Ostfront. 1925 unternahm er mit Adolph von Dungern eine Filmexpedition in das Amazonasgebiet. Seine schriftstellerischen Bemühungen führten ihn zu schnellem Erfolg. Weltruhm erlangte er durch seine beiden Kinderbücher „Die Biene Maja" (1912) und „Himmelsvolk" (1915). Sie nehmen Motive der romantischen Blumen-, Tier- und Elfenmärchen wieder auf, führen sie phantasievoll weiter und verbinden damit unauffällig belehrende Absichten. Die allgemeine Anerkennung, die diese Bücher gefunden haben, erstreckt sich nicht auch auf sein übriges Werk, dessen Beurteilung vielmehr zwischen enthusiastischer Verehrung und harter Ablehnung schwankt. Der Romanzyklus „Mario" (1938) betont neben der Einzelschilderung stärker das weltanschauliche Anliegen. Es geht in ihm, ebenso wie in zahlreichen anderen Erzählungen und Reiseschilderungen, besonders in den „Notizen eines Vagabunden" (Zyklus, 1930) und in der „Indienfahrt" (1917), um das Verhältnis des Individuums zu der großen, umfassenden Einheit der Natur, wobei dieser ein unbedingtes Herrschaftsrecht zuerkannt wird. Das Seelische und Geistige im Menschen fügt sich der Natur als ein Teil von ihr ein. Abgelöst von allen ethischen Forderungen erscheint das Böse als eine gleich notwendige Wirkungsmacht wie das Gute. Aus Elementen des Christentums und verschiedener orientalischer Religionen entwickelte Bonsels einen Lichtglauben, in dem seine Naturmystik ihren höchsten Ausdruck finden sollte. Zuletzt übertrug er in dem Roman „Das vergessene Licht“ (1951, Neuausgabe von „Dositos“, 1948) seine weltanschaulichen Grundgedanken auch auf die biblische und historische Stoffwelt, eine Vereinigung griechischen Geistes mit dem Christentum und einem nicht entdämonisierten Naturglauben herbeisehnend.
Werke ↑
Weitere W Ave vita, morituri te salutant, 1906 (
Neuausg. unter d. Titel Leben, ich grüße dich, 1921); Die Toten d. ewigen Krieges, Roman, 1911 (
Neuausg. Wartalan, 1919); Das Anjekind, 1913; Norby, Dramat. Dichtung, 1920; Jugendnovellen, 1923; Die Flamme
v. Arzla, Schauspiel, 1925; Mortimer, Erzählung, 1946; Runen u. Wahrzeichen, 1948;
vollst. Verz. in: Gedenkschr. d.
Dt. Verlags-Anstalt Stuttgart, 1952
(P);
ungedr. Fragment zu Echnaton, Vorträge
üb. Christus,
Schrr. üb. Ägypten.
Literatur ↑
F. Adler, W.
B., Sein Weltbild u. seine Gestalten, 1925;
K. Rheinfurth, Der neue Mythos, W.
B. u. sein Werk, 1930;
C. M. Schoenacker, W.
B. u. sein Werk, in:
Mhh. f.
Dt.-Unterricht,
Jg. 28, 1936;
R. Bulgrin, W.
B., 1940;
F. Lennartz, Die Dichter unserer Zeit,
51952, S. 52 ff.;
Kosch,
Lit.-
|Lex. I
(W, L);
K. A. Kutzbach, Autorenlex. d. Gegenwart I, 1950;
s. a. Körner, S. 522.
Portraits ↑
Gem. v. K. Krause, 1925, Th. Geyr, 1930, Bronzebüste
v. F. O. Hoppe, 1923 (Ambach am Starnberger See).
Autor ↑
Adalbert ElschenbroichEmpfohlene Zitierweise ↑
Elschenbroich, Adalbert, „Bonsels, Waldemar“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
449 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118661620.html