<< Boden, Friedrich Wilhelm Karl
Bodenschatz, Erhard >>
Bodenhausen, genannt Degener, Hans Eberhard Freiherr von
Industrieller,
* 12.6.1868 Wiesbaden,
† 6.5.1918 Meineweh (Kreis Weißenfels). (evangelisch)
Genealogie
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| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus niedersächsischen Adel;
V Hans (1839–1912), Großgrundbesitzer,
S des Hans, auf Burgkemnitz, und der Amalie Degener;
O 2. Grades Karl Heinrich von Boetticher (
† 1907), Staatsmann;
M Fanny Butler (1840–1903) aus Syracuse (USA), Nachkommin von Thomas Morus;
⚭ Eybach 1897 Dorothea Gräfin von Degenfeld-Schonburg; 1
S, 3
T.
Leben ↑
Bodenhausen besuchte die Klosterschule Roßleben und studierte Jura in Bonn, Leipzig und Berlin. Nach anfänglicher Tätigkeit im höheren Verwaltungsdienst übernahm er die Verkaufsleitung der neugegründeten Troponwerke und realisierte in dieser Stellung als einer der ersten in Deutschland den Gedanken einer künstlerischen Werbung unter Heranziehung bekannter Maler und Zeichner. In die Jahre 1894/95 fällt seine maßgebende Beteiligung an der Gründung der belletristischästhetischen Zeitschrift „Pan“ und später des Deutschen Künstlerbundes sowie sein tatkräftiges Eintreten für Henri van de Veldes Reformbestrebungen in Kunstgewerbe und Architektur. Einige Jahre widmete er sich in Heidelberg kunsthistorischen Studien. Nach Ablehnung eines Angebotes von Wilhelm von Bode, sein Nachfolger als Leiter der staatlichen Museen in Berlin zu werden, trat Bodenhausen 1906 als Stellvertreter des kaufmännischen Direktors in die Firma Krupp ein. 1910 in deren Direktorium berufen, erzielte er für den Absatz des Werkes große Erfolge und war führend bei der Bildung des Roheisenverbandes, des Stahlwerksverbandes, der Schiffbaustahlvereinigung, der internationalen Rohstahlverständigung, ferner nach seinem Übertritt in den Aufsichtsrat der Firma Krupp 1918 in der Leitung der Discontogesellschaft, des Norddeutschen Lloyd und zahlreicher industrieller Unternehmungen tätig. Seine im Dezember 1917 und März 1918 erwogene Berufung zum Reichskanzler lehnte er ab. Obgleich nach außen nur selten hervortretend, war Bodenhausen eine der bedeutendsten Gestalten der deutschen und europäischen Kulturbewegung am Jahrhundertbeginn. Als Freund von Hugo von Hofmannsthal, Julius Meier-Graefe, Harry Graf Keßler und Rudolf Alexander Schröder, als Mäzen, Anreger, Berater oder verständnisvoller Förderer von Rudolf Borchardt, Alfred Lichtwark, Rudolf Pannwitz
u. a. übte er eine große Wirkung aus. Die Veröffentlichung seines Briefwechsels mit Hofmannsthal und von Auszügen aus seinen kultur- und geistesgeschichtlich wichtigen Briefen und Tagebüchern ist in Vorbereitung.
Werke ↑
E. Fromentin, Die alten Meister, 1903
(Übers.); R. A.
M. Stevenson, Velasquez. 1904
(Übers.); Gerard David u. seine Schule, 1905.
Literatur ↑
Stahl u. Eisen, 1918,
Nr. 23
v. 6.6.
(P);
Frankfurter
Ztg., 11.5.1918 (2. Morgenbl.), 15.5.1918 (1. Morgenbl.);
Jb. d. Schiffsbautechn.
Ges. 20, 1919, S. 150-52;
Kunstchronik,
NF 29, 1917/18,
Sp. 336;
K. H. Salzmann, Pan,
Gesch. einer
Zs., in: Imprimatur 10, 1951, S. 163-85
(P);
DBJ II (Totenliste 1918,
L).
Portraits ↑
v. Edvard Munch, 1895
(unvollendet);
v. Sir William Rothenstein, 1896 (beide im Besitz
v. Baronin Dorothea
B., Ascona);
v. Max Liebermann, 1916 (im Besitz
v. Baronin Anga
B., Oppendorf
b. Kiel).
Autor ↑
Karl H. SalzmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Salzmann, Karl H., „Bodenhausen, genannt Degener, Hans Eberhard Freiherr von“,
in: Neue Deutsche Biographie
2
(1955), S.
354
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118512285.html
Bodenhausen, Eberhard von
Name: Bodenhausen, Eberhard von
Namensvariante: Bodenhausen, Hans Eberhard Freiherr von
Namensvariante: Degener, Eberhard Freiherr von
Lebensdaten: 1868 bis 1918
Geburtsort: Wiesbaden
Sterbeort: Meineweh (Kreis Weißenfels)
Beruf/Lebensstellung: Industrieller
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Salzmann, Karl H.PND: 118512285