<< Agricola, Johann Friedrich
Agricola, Martin >>
Agricola, Karl Josef Aloys
Maler und Graphiker,
* 18.10.1779 Säckingen (Baden),
† 15.5.1852 Wien. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Notar, Rat und Rentmeister im Damenstift Waldstadt bei Säckingen.
Leben ↑
Nach kurzem künstlerischen Anfang in Karlsruhe übersiedelte Agricola 1793 nach Wien, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Von 1793 bis 1798 besuchte er die dortige Akademie. Zunächst arbeitete er als Graphiker (Wiedergabe von Gemälden Raffaels, H. Holbeins, N. Poussins
u. a. in Radierungen und Kupferstichen). Seine Lithographien, die vor und nach 1830 entstanden, stellten Adel- und Bürgerporträts dar,
z. B. den Dichter J. P. Hebel. Agricolas Gemälde standen weit zurück hinter seinen Porträtminiaturen in Aquarell und Öl auf Papier und Elfenbein, in denen sein künstlerischer Schwerpunkt liegt. In der Geschichte der Wiener Bildnisminiatur der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts zählt Agricola zu den beim Kaiserhof, bei Adel und Bürgertum sehr beliebten und vielbeschäftigten Künstlern, wenn er auch nicht den führenden Meistern dieser Gattung in Wien, wie J. Daffinger und M. M. Kriehuber zuzurechnen ist. Aus dem umfangreichen Miniaturwerk Agricolas sind besonders ein Bildnis Zar Alexanders I. und des Herzogs von Reichstadt als Kind (Kopie nach E. Isabey) und als Jüngling hervorzuheben.
Werke ↑
Weitere W A. Canovas Grabmal d.
Erzhzgn. Marie Christine in d. Wiener Augustinerkirche
(Mappenwerk mit 6 Stichen), 1813; Türme d. Münchner Frauenkirche
(Lithogr.), 1813;
Kopf einer Mohrin
(einziger Versuch in Schabkunst); Miniaturkopie d. 1808
v. Kronprinz Ludwig
v. Bayern in Italien erworbenen
sog. „Selbstporträt Raffaels“, 1813 (jetzt Washington,
Nat. Gal. of Art).
Literatur ↑
ADB I;
A. Andresen, Die
dt. Malerradierer d. 19. Jh.s, IV, 1878, S. 5-29;
A. Apell,
Hdb. f. Kupferstichsammler, 1880, S. 3 f.;
G. Williamson, The history of Portraitminiatures, London,
21904, S. 104;
Kunst u. Kunsthandwerk,
Bd. 8, 1905, S. 256;
E. Leisching, Bildnisminiatur in
Österr., Wien 1907, S. 150-53
(L);
E. Lemberger, Bildnisminiatur in
Dtld.,
o. J.;
ders., Meisterminiaturen aus 5 Jahrhunderten, 1911;
Bildnisminiatur u. ihre Meister,
Bd. 1 (
Slg. Ullmann), S. 21,
Bd. 2 (J. de Bourgoing, Die Wiener Bildnisminiatur), S. 16/17, Wien 1925/26;
Mitt. d.
Ges. f. vervielfältigende Kunst, 1924, S. 42 ff.
(üb. neuentdeckte Lithogr. d. Künstlers);
Wurzbach I, 1856;
ThB;
Bénézit I, 1948.
Autor ↑
Thomas Muchall-ViebroockEmpfohlene Zitierweise ↑
Muchall-Viebroock, Thomas, „Agricola, Karl Josef Aloys“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
102
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117750492.html
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Agricola, Karl Joseph Aloys
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Agricola: Karl Joseph
Aloys
A.
, Maler und Kupferstecher, geb. zu Säckingen im Großh. Baden 18. Oct. 1779, † zu Wien 1852. Seine
ersten Studien machte er in Karlsruhe und kam darauf gegen 1799
nach Wien, wo er an der Akademie, besonders durch Füger, seine
Ausbildung erhielt. In Wien blieb er ansässig. Er malte
hauptsächlich Miniaturbildnisse, die trotz ihrer Verschwommenheit
und Buntheit in der Wiener vornehmen Welt beliebt waren; selten
größere Oelgemälde, doch finden sich deren im Belvedere und in der
Akademie in Wien. Hauptsächlich aber bekannt ist er in größeren
Kreisen durch seine Radirungen, deren Weichheit und Zierlichkeit
noch immer den Zögling des 18. Jahrhunderts erkennen lassen. Die
größeren Blätter befriedigen am wenigsten, dagegen sind die
kleineren sehr anziehend durch die zarte Behandlung, so das
Studienblatt mit den vier Köpfen, dann verschiedene Blätter nach
A.
Elzheimer, Parmeggiano, An. Carracci und Andern. Der
kleine Stich mit dem Herzog von Reichstadt war seiner Zeit sehr
beliebt und man trug ihn als Ringzierde. Ein Blatt, orientalisches
Mädchen mit Turban, hat er in Schwarzkunst ausgeführt, andere
lithographirt.
Literatur ↑
J. Meyer's Künstlerlex.
A.
Andresen's Deutsche Maler-Radirer des 19. Jahrh. IV.
Autor ↑
W. Schmidt.
Empfohlene Zitierweise ↑
Schmidt, Wilhelm, „Agricola, Karl Joseph Aloys“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
150
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117750492.html?anchor=adb
Agricola, Karl
Name: Agricola, Karl
Namensvariante: Agricola, Karl Joseph Aloys
Lebensdaten: 1779 bis 1852
Geburtsort: Säckingen (Baden)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Maler; Grafiker; Kupferstecher
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Muchall-Viebroock, ThomasAutor ADB:
Schmidt, WilhelmPND: 117750492