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NDB-Artikel

<< Aepinus     Aepinus, Johannes >>

Aepinus, Franz Ulrich Theodosius

Mathematiker und Physiker, * 13.12.(?)1724 Rostock, 10.8.1802 Dorpat. (lutherisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Franz Albert Aepinus (1673–1750), Professor für Logik, dann evangelischer Theologe in Rostock; Vorfahr Johannes Aepinus (s. 2); B Angelus Johann Daniel Aepinus (1718–84), Professor der Dichtkunst in Rostock.

Leben  
Aepinus studierte in Rostock und Jena Mathematik und Medizin zu einer Zeit, in der besonders in Jena unter G. E. Hambergers Einfluß diese Verbindung der beiden Wissenschaften gepflegt wurde. Er promovierte mit einer mathematischen Dissertation über die Bahnkurven fallender Körper und wurde nach einigen Jahren Adjunktentätigkeit 1755 Professor der Astronomie an der Berliner Akademie der Wissenschaften. Hier kam er mit dem berühmten Mathematiker L. Euler in persönliche Beziehung, dem er wohl auch 1757 den Ruf an die Petersburger Akademie verdankte. Am Zarenhof erwarb sich Aepinus schnell großes Ansehen; er erhielt die Aufsicht über das Kadettenkorps und die höheren Schulen sowie die wissenschaftliche Ausbildung des Thronfolgers. Die letzten drei Jahre lebte er im Ruhestand in Dorpat. - Seine zahlreichen, zumeist von der Berliner und der Petersburger Akademie veröffentlichten Arbeiten behandeln mathematische, physikalische und astronomische Fragen. Er hat auch die russisch geschriebene, kurze Einleitung zur mathematischen und natürlichen Geographie des Tübinger Professors G.W.Krafft, der 1730-44 als Petersburger Akademiker wirkte, in 2. Auflage herausgegeben. In die Wissenschaftsgeschichte ist Aepinus als Physiker eingegangen durch seine Ideen und Versuche, die die spätere quantitative Behandlung elektrischer und magnetischer Vorgänge vorbereiteten. Einen noch heute fesselnden Eindruck seines physikalischen Schaffens erhält man aus seiner akademischen Rede von 1758 „Tentamen Theoriae Electricitatis et Magnetismi“ (1759), in der die Entdeckung der elektrischen Influenz und durch Versuche an Turmalin die Pyroelektrizität mitgeteilt wird (gekürzt in: F. Dannemann, Erläuternde Abschnitte aus den Werken hervorragender Naturforscher aller Völker und Zeiten, 1896, S. 157-62).

Literatur  
ADB I (auch für V Franz Albert A.); Pogg. I (W); BLÄ I, 1929; W. Hees, Geschichtl. Bibliogr. v. Mecklenbg., 1944, Nr. 13444.

Autor  
Wilhelm Lorey
Empfohlene Zitierweise  

Lorey, Wilhelm, „Aepinus, Franz Ulrich Theodosius“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 91 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd100006132.html

ADB-Artikel

<< Aepinus, Franz Albert     Aepinus, Johann >>

Aepinus, Franz Ulrich Theodosius

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Aepinus: Franz Ulrich Theodosius A. , Mathematiker und Physiker, geb. 13. Dec. 1724 in Rostock, studirte dort und in Jena Mathematik und Medicin und wurde 1747 nach Vertheidigung seiner Dissertation über die Curven, welche ein fallender Körper beschreibt, Doctor und Privatdocent. Nachdem er von 1755—1757 das Amt eines Professors der Astronomie bei der königl. Akademie der Wissenschaften in Berlin bekleidet hatte, wurde er in letzterem Jahre Mitglied der Akademie in Petersburg, erhielt die Aufsicht des Unterrichts der Cadetten und wurde Studiendirector des Großfürsten, nachmaligen Kaisers Paul. Von der Kaiserin Katharina mit der Aufsicht der Normalschulen betraut, wurde er 1797 vom Kaiser Paul zum Geheimrath ernannt, zog sich bald darauf nach Dorpat in das Privatleben zurück und starb dort 10. August 1802. Die Schriften der Berliner und Petersburger Akademie enthalten zahlreiche mathematische, physikalische und astronomische Arbeiten von ihm (vgl. Meusel, G. T. und Poggendorf, Biogr. Handwörterbuch). Für die Geschichte der Elektricität ist sein "Tentamen theoriae electricitatis et magnetismi", Petrop. 1759, insofern von Bedeutung, als er darin zum ersten Male die Erscheinungen der Rechnung zugänglich machte. Auch gab er zuerst die Theorie des elektrischen Condensators und des Elektrophor.

Autor  
Carus.
Empfohlene Zitierweise  

Carus, Victor, „Aepinus, Franz Ulrich Theodosius“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 129 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd100006132.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 91
ADB 1 (1875), S. 129

PND: 100006132
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Index

Aepinus, Franz Ulrich Theodosius

Name: Aepinus, Franz Ulrich Theodosius
Namensvariante: Hoeck, Franz Ulrich Theodosius
Namensvariante: Huck, Franz Ulrich Theodosius
Namensvariante: Hoch, Franz Ulrich Theodosius
Lebensdaten: 1724 bis 1802
Geburtsort: Rostock
Sterbeort: Dorpat
Beruf/Lebensstellung: Mathematiker; Physiker
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Lorey, Wilhelm
Autor ADB: Carus, Victor
PND: 100006132

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Aepinus, Franz Ulrich Theodosius

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100006132

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