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Aepinus, Franz Albert
Leben
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Leben ↑
Aepinus: Franz Albert
A.
, Theologe u. Philosoph, geb. 15. Nov. 1673 zu Wanzke im Mecklenburgischen, † 14. Febr. 1750. Nachdem er zu Rostock und
Jena studirt, wurde er 1696 Magister der Philosophie und übernahm
1709 das Rectorat der Domschule zu Ratzeburg. Darauf wurde er 1712
als außerord. Professor der Logik nach Rostock berufen, trat 1721
als ord. Professor in die theologische Facultät über, übernahm
auch seit 1723 höhere kirchliche Aemter und starb als
Consistorialrath und Generalsuperintendent.
A.
ist ein sehr fruchtbarer Schriftsteller auf dem
Gebiete der Theologie und Philosophie (vgl. Meuser's Lex.). Er
gehört mehr der Geschichte der protestantischen Theologie, als der
Philosophie an. Wir heben indessen seine "Indroductio in philosophiam" 1714, vermehrt
1718, hervor, die das ganze System der Wissenschaften, Logik,
Metaphysik, Physik, natürliche Theologie, Ethik und Politik umfaßt
und in einer Geschichte der Encyclopädie der Philosophie zu
berücksichtigen wäre.
A.
verräth die Schule von J.
A.
Schmid und charakterisirt sich durch ein gewisses
eklectisches Verfahren, eine theologisirende Richtung und die
Opposition gegen die Philosophie seiner Zeit. Seiner theologischen
Richtung nach huldigt er der damals zu Rostock herrschenden
strenglutherischen, antimystischen, antipietistischen und
antirationalistischen Orthodoxie. Seine theologische Antrittsrede
handelt von den jetzigen innern Plagen der lutherischen Kirche und
den Pflichten eines Gottesgelehrten bei derselben. Beim
Reformationsjubiläum 1717
|erweist er in einer eigenen
Dissertation, daß Luther's Reformation ein opus
divinum; in verschiedenen Thesenreihen (1713—28) behandelt er
die neueren in der lutherischen Kirche entstandenen Controversen;
vertheidigt die lutherische Kirche gegen den Vorwurf der Häresie
(1711), aber auch die lutherische Abendmahlslehre gegen die damals
in Magdeburg aufgekommene Ketzerei des Frankfurter Mathematikers
und Rostocker Baumeisters Leonh. Christian Sturm, den sogen.
Toiutismus (s. Frank, Gesch. der prot. Theol. II. S. 239); besonders aber betheiligte er
sich an dem Kampfe der lutherischen Orthodoxie gegen den
Pietismus, Chiliasmus ("De pietatis ad
christianismum necessitudine" 1728, "De evangelio aeterno")
und gegen die Lehren des Schmärmers J. C. Dippel: seine Schrift
"Mataeologiae fanaticae compendium ex Dippelii
scriptis collectum etc. " 1721 bezeichnet Buddeus als die
ausführlichste und pünktlichste Widerlegung der Schwärmerei des
christlichen Demokritus.
Literatur ↑
J. Ch. Bergmann, Progr. funebr. memoriae
monumentum, Rostoch 1750, fol. H. Becker: Sacrum exequiis F.
A.
Aepini, Rostoch 1750, fol. Schmersahl,
Nachrichten Th. II. S. 136. Rostochium litteratum p. 363.
Autor ↑
Richter. Wagenmann.
Empfohlene Zitierweise ↑
Richter; Wagenmann, Julius August, „Aepinus, Franz Albert“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
128-129
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11559437X.html?anchor=adb
Aepinus, Franz Albert
Name: Aepinus, Franz Albert
Namensvariante: Hoeck, Franz Albert
Namensvariante: Huck, Franz Albert
Namensvariante: Hoch, Franz Albert
Lebensdaten: 1673 bis 1750
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe; Philosoph; Professor für Logik und Theologie in Rostock
Konfession: evangelisch
Autor ADB:
Richter; Wagenmann, Julius AugustPND: 11559437X