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Kloeppel, Peter >>
Kloepfer, Hans
österreichischer Mundartdichter,
* 18.8.1867 Eibiswald (Steiermark),
† 27.6.1944 Köflach (Steiermark). (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann (1834–1905), Arzt,
S d. Georg, Messerschmied u. Chirurg. Instrumentenmacher in Giengen/Brenz (
Württ.);
M Ludovica (1840–1901),
T d. Patriz Fuchs, Schullehrer in Frauental
b. Deutschlandsberg (Steiermark);
Om Joh. Nepomuk Fuchs (
† 1899),
Komp. (s.
NDB V), Robert Fuchs (
† 1927),
Komp. (s.
NDB V);
entfernte Verwandte väterlicherseits Margarethe Steiff (1847–1909), Schöpferin d. „Steiff-Tiere“; -
⚭ Martha (1875–1954),
T d. Bergverwalters Thomas Steiner aus Vordersdorf
b. Eibiswald; 2
S, 1
T ,
u. a. Hans Georg (1904–58), Lehrer in Graz, Lyriker, Thomas (
† 1962), Arzt in
K.Leben ↑
Kloepfer besuchte das Gymnasium und seit 1885 die Universität Graz, wo er 1891 zum doctor medicinae promoviert wurde. 1894 wurde er Werksarzt der Alpinen Montangesellschaft und praktischer Arzt in Köflach. Durch seine berufliche Tätigkeit gewann er Einblick in die sozialen Verhältnisse der Arbeiter und Bauern seiner Heimat; es drängte ihn frühzeitig, die hierbei gewonnenen Eindrücke in Vers und Prosa zu verarbeiten. Er verfaßte zunächst heimatkundliche Aufsätze, die er, ermutigt durch den Begründer der steirischen Volkskunde, Viktor von Geramb, in den beiden Werken „Vom Kainachboden“ (1912) und „Aus dem Sulmtale“ (1922) sammelte. Erst 1924 veröffentlichte Kloepfer „Gedichte in steirischer Mundart“ und hochdeutsche „Gedichte“. Vorbilder waren ihm die Gedichte von Klaus Groth, Theodor Storm, Eduard Mörike und vor allem seines Landsmannes Peter Rosegger. Unter den Dichtern seiner Generation standen ihm Emil Ertl, Anton Wildgans, Max Mell und Franz Nabl besonders nahe; letzterer hat sich zu Kloepfers Dichtung in mehreren Aufsätzen bekannt. Als Lyriker ist Kloepfer am ursprünglichsten in seinen Mundartgedichten, während er in seinen hochdeutschen Gedichten den großen Realisten, aber auch den schwäbischen Romantikern Justinus Kerner und Ludwig Unland verpflichtet ist. In vielem zeigt er Verwandtschaft mit der heimatverbundenen österreichischen Lyrik Herm. von Gilms, Adolf Pichlers und Ferdinand von Saars. Kloepfer gilt neben Rosegger und Franz Stelzhamer als bedeutendster österreichischer Mundartdichter. In seinen Dialektgedichten ist er Menschenschilderer, humorvoller Betrachter von Bauerntypen im Jahreslauf, von Arbeit und Brauchtum, aber auch der Handwerker- und Kleinbürgerwelt weststeirischer Orte. Es ist sein Anliegen, Eigenart und Gemüt seiner Landsleute darzustellen, die Wirklichkeit ihres Lebens, Denkens und ihrer Sprache unverfälscht wiederzugeben.
Kloepfers Prosadichtungen sind novellistische Gestaltungen von Geschichte und Gegenwart seiner engeren Heimat; „Aus dem Bilderbuch meines Lebens“ (1936) schildert sein Werden als Arzt und Dichter. Auch in der Prosa bewährt sich Kloepfer als realistischer Menschendarsteller. Für ihn ruht jeder Mensch in einer geordneten, in Gott geborgenen Welt, er sieht ihn der Landschaft organisch verwachsen. Die Thematik seiner Novellen entsprang Kloepfers eigenen Erlebnissen oder seinem geschichtlichen und heimatkundlichen Wissen. In seinen historischen Novellen gestaltet er Stoffe aus der Völkerwanderungszeit, den Kriegen des ausgehenden Mittelalters, den Streitigkeiten innerhalb des Adels, den Bauernnöten unter dem Joch hochmütiger Grundherrn, der Aufhebung der Leibeigenschaft unter Maria Theresia und aus den Kriegsnöten durch die Franzoseninvasion 1809. Das vertraute heimatliche Milieu verläßt Kloepfer dabei nie. Seine Prosa zeugt in ihrem Wohlklang von der lyrischen Begabung Kloepfers, Satzbau und Redewendungen sind vom Sprachgebrauch der engeren Heimat geformt.
|Werke ↑
Weitere W u. a.
Steir. Bilderbuch, Novellen, 1930;
Eibiswald, 1932;
Aus alter Zeit,
steir. Geschichten, 1933;
Neue Gedichte in
steir. Mundart, 1935;
Joarlauf, Gedichte, 1937;
Was mir d. Heimat gab, 1937;
Bergbauern, 1937;
Erntedank, 1939;
Aus d. Franzosenzeit, 1939;
Um d. Zigöllerkogel, 1940;
Dahoam, Gedichte, 1942;
Von meinen Wegen, 1950;
Steir. Roas, Gedichte, 1960;
Bei meinem Volk zu Gast, 1966;
Ges. Werke, 5
Bde., 1936-54;
Gesamtausg.,
hrsg. v. W. Danhofer, 3
Bde., 1967;
Drei Welten,
Ausw. aus d. Werken, 1968.
Literatur ↑
J. Papesch, H.
K., Nachwort zu d. Ausw.bd.:
K., Erntedank, 1941, S. 285-99;
Nagl-Zeidler-Castle IV
(P);
E. Frauwallner, H. Giebisch u. E. Heinzel, Die Weltlit. II, 1951/54, S. 945;
N. Langer, Dichter aus Österreich II, 1957, S. 70-74;
Adalb. Schmidt, Dichtung u. Dichter Österreichs im 19. u. 20.
Jh. II, 1964, S. 84 ff.;
ÖBL (W, L).
Portraits ↑
Phot. Wien, Bildarchiv d.
Nat.bibl.Autor ↑
Heinz RiederEmpfohlene Zitierweise ↑
Rieder, Heinz, „Kloepfer, Hans“,
in: Neue Deutsche Biographie
12
(1979), S.
111 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119342766.html