<< Aelbl, Johannes
Aemilius, Georg >>
Aemilie Juliane
Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, Kirchenlieddichterin,
* 19.8.1637 Heidecksburg bei Rudolstadt,
† 3.12.1706 Rudolstadt. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Albert Friedrich Graf von Barby;
M Sophie Ursula Gräfin von Oldenburg-Delmenhorst;
⚭ 1665 Graf Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt (1641–1710);
S Ludwig Friedrich I., Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt; 1
T.
Leben ↑
Aemilie Juliane gehörte der „Fruchtbringenden Jesusgesellschaft“ des durch den Pietismus geprägten, gelehrten Rudolstädter Kanzlers A. Fritsch an und hinterließ beinahe 600 Lieder: für den Tag, die Woche, Tischlieder, Gewitter- und Reiselieder, Tauf-, Beicht- und Abendmahlslieder, Kranken- und Sterbelieder. Die bekanntesten sind „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“ und „Bis hierher hat mich Gott gebracht“. Der Inhalt zwingt die oft eigenwillige Form immer wieder in seinen Dienst und hält das Spiel mit der Sprache in seinen Grenzen.
Werke ↑
Weitere W Der Freundin d. Lammes geistl. Brautschmuck, 1714
(ist beinahe wie ein in Strophen geschriebenes Tagebuch).
Literatur ↑
ADB I;
Goedeke III, 1887, S.325;
O. Vater, Das Haus Schwarzburg, 1894;
B. Rein,
A. J., in: Schwarzburgbote,
Beil. z. Landesztg. Rudolstadt, 1926;
W. Frels, Dt. Dichterhss. v. 1400-1900, 1934;
P. Gabriel, Das Frauenlied d. Kirche, 1936
(P);
ders., Das Kirchenlied der Frau im mitteldeutschen Raum, in: Thür. Fähnlein, 1936, S. 398 f.;
B. Rein,
A. J.,
Gfn., Gutsherrin u. Dichterin, ebenda, 1937, S. 615;
RGG;
PRE.
Autor ↑
Paul GabrielEmpfohlene Zitierweise ↑
Gabriel, Paul, „Aemilie Juliane“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
90
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104070404.html
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Aemilius, auch Aemylius >>
Aemilie Juliane
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Aemilie Juliane, Gräfin zu
Schwarzburg-Rudolstadt, bekannte fromme
Liederdichterin, Gemahlin des Grafen Albert Anton, geb. Gräfin zu
Barby und Mühlingen, geb. 19. Aug.
1637 in Rudolstadt,
woselbst ihre Eltern sich aufhielten, um den zu jener Zeit um
Barby wüthenden Kriegsverheerungen zu entgehen, † 2 Dec. 1706. — Fünf Jahre alt kam sie nach
der Eltern Tode wieder nach Rudolstadt und wurde mit den fünf
Kindern des Grafen Ludwig Günther I.
gemeinschaftlich erzogen, wobei sich schon frühzeitig das innige
Verhältniß zu Ludomilie Elisabeth (s. diese), der zweiten
schwarzburgischen Liederdichterin auf gleichem Gemüths- und
Glaubensleben entwickelte. Graf Albert Anton von
Schwarzburg-Rudolstadt erkor sie 1665 zu seiner Gemahlin und als
solche wirkte sie nicht nur für ihr Land, in allem Guten, in
Frömmigkeit und Gottesfurcht vorangehend (sie war Mitglied der vom
Kanzler
A.
Fritsch gegründeten "fruchtbringenden
Jesusgesellschaft"), sondern lebt auch bis heute fort in den
frommen Liedern, die sie in edlem Wetteifer mit ihrer
Pflegeschwester Ludomilie Elisabeth dichtete, und deren Anzahl
sich auf 600 belaufen mag; sehr viele davon sind in die
Gesangbücher aufgenommen worden, obwol sie zunächst zu ihrer
eigenen Erbauung dichtete. Die dritte Ausgabe des ersten
Rudolstädter Gesangbuches enthält deren 46; in der von ihr
veranstalteten Sammlung: "Geistliche Lieder und Gebete vor und
nach Erlangung des göttlichen Ehesegens aus landesmütterlichem
Herz, Mund und Hand ihren Landeskindern zu erwünschter Erbauung
mitgetheilt", Rudolstadt 1683, gehören ihr dreißig. 1685 erschien
eine zweite Sammlung unter dem Titel: "Tägliches Morgen-, Mittags-
und Abendopfer, bestehend in Gebet-Seufzern und geistlichen
Liedern", Rudolstadt (auch Lieder von Ludomilie Elisabeth und
Anderen enthaltend); eine dritte Sammlung: "Kühlwasser in großer
Hitze des Kreuzes und der Trübsalen oder christliche Kreuz-Lieder
und Sprüche", Rudolstadt 1685, darunter 12 Lieder von ihr; eine
vierte erbauliche Schrift ohne Lieder: "Allerlei Specerey zum
süßen Geruch für den Herrn, d. i. geistliche Reimgebete und
Seufzerlein", Rudolstadt 1685, 2. Aufl. 1714. Nach ihrem Tode
erschien 1714 eine vermehrte Sammlung ihrer Lieder: "Der Freundin
des Lammes täglicher Umgang mit Gott." Eine weitere Sammlung 1742:
"Der Freundin des Lammes geistlicher Brautschmuck", der als
zweiter Theil "Der Freundin des Lammes täglicher Umgang mit Gott"
und als dritter Theil 1770 (zum Ersatze für "Das Kühlwasser") "Der
Freundin des Lammes Kreutz-Schule und Todes-Betrachtungen"
hinzugefügt wurden. Doch finden sich hierin auch viele von
A.
J. nicht herstammende Lieder. Das bekannteste ihrer
Lieder, zum Volkseigenthum geworden, ist: "Wer weiß, wie nahe mir
mein Ende" etc., auch dadurch bemerkenswerth, daß über dessen
Verfasser ein heftiger Streit unter den Hymnologen jener Zeit
entstand.
Literatur ↑
Programme und Funeralien, erschienen nach der Gr. Aemil.
Juliane und ihres Gemahls Tode. Pasig, Der Gr. Aemilie Juliane von
Schwarzburg-Rudolstadt geistliche Lieder, Halle 1855.
Autor ↑
Anemüller.
Empfohlene Zitierweise ↑
Anemüller, Ernst, „Aemilie Juliane“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
127
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104070404.html?anchor=adb
Aemilie Juliane
Name: Aemilie Juliane
Namensvariante: Schwarzburg-Rudolstadt, Aemilie Juliane Gräfin von
Namensvariante: Barby, Aemilie Juliane Gräfin von
Namensvariante: Emilie Juliane
Lebensdaten: 1637 bis 1706
Geburtsort: Heidecksburg bei Rudolstadt
Sterbeort: Rudolstadt
Beruf/Lebensstellung: Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt; Kirchenlieddichterin
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Gabriel, PaulAutor ADB:
Anemüller, ErnstPND: 104070404