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NDB-Artikel

<< Aehrenthal, Aloys Leopold Johann Baptist Graf Lexa von     Aemilie Juliane >>

Aelbl, Johannes

katholischer Geistlicher, * 1552 Weilheim, 1621 ebenda (?).


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Aelbl wurde 1579 Stadtpfarrprediger in Weilheim und war seit 1600 Stadtpfarrer, später|Dekan. 1579 erscheint von ihm eine in München gedruckte Neujahrspredigt, gewidmet dem Abte Benedikt von Benediktbeuern, einem geborenen Weilheimer, eine geistreiche und seinerzeit berühmte Predigt (Stadtpfarrarchiv). Die seit den ältesten Zeiten auf dem Weilheimer Platz (später Marienplatz) aufgeführten Passionstragödien mit Abschnitten aus der Leidensgeschichte Christi hat Aelbl zu einer großen Passion zusammengestellt und in Reime gebracht. Er griff dabei auf Freiburger Spiele von 1599 und 1604 sowie „Das Leyden unsers Herrn Jesu Christ“ des reformierten Zürchers Jakob Ruf von 1545 zurück. Es entstanden durch Aelbl zwei große und ein kleines Drama, so daß das Spiel drei Tage dauerte. Am Vorabend des Passionsspieles wurde aufgeführt: „Die von den drei Erzfeinden verführte, aber wiederum in sich gehende und von Gott zu Gnaden aufgenommene Seel“, am folgenden Tage die Passion, am dritten Tage die Auferstehung oder Urständ Christi. Als Prolog des Passionsspieles wurden die Vorbilder des Leidens Christi aus dem Alten Testament dramatisch dargestellt. Vielleicht gab Aelbls Spiel Anregung zu den lobenden Bildern der Oberammergauer Spiele, die auch nach 1680 einige noch heute erhaltene Teile aus Aelbls Spiel entlehnten. Aufführungen fanden statt zuerst 1600, dann 1610 und in längeren Abständen bei besonderen Anlässen, 1700 am Gründonnerstag und Karfreitag, zuletzt 1761; 90 Spieler wurden dafür benötigt.

Literatur  
Chron. d. Stadt Weilheim v. C. A. Böhaimb, 1805; Freiburger Passionsspiele, hrsg. v. E. Martin, in: Ztschr. d. Ges. f. Gesch., Altertums- u. Volkskde. v. Freiburg, Breisgau u. angrenzenden Landschaften 3, 1873/74, S. 1-206; Das oberammergauer Passionsspiel in s. ältesten Gestalt, hrsg. v. A. Hartmann, 1880, S. 237-69; Goedeke, II, 1886, S. 388; R. Wildhaber, J. Ruf, ein Zürcher Dramatiker d. 16. Jh.s, 1929; ferner Stadtpfarrarchiv).

Autor  
Philipp Madlener
Empfohlene Zitierweise  

Madlener, Philipp, „Aelbl, Johannes“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 89-90 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd133233960.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 89-90
Erwähnungen: 
NDB 20 (2001), S. 217*

PND: 133233960
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Index

Aelbl, Johannes

Name: Aelbl, Johannes
Namensvariante: Aelbl, Johann
Namensvariante: Albel, Johann
Namensvariante: Albel, Johannes
Lebensdaten: 1552 bis vermutlich 1621
Geburtsort: Weilheim
Sterbeort: ebenda Weilheim (?)
Beruf/Lebensstellung: geistlicher Dichter; katholischer Geistlicher
Konfession: katholisch
Autor NDB: Madlener, Philipp
PND: 133233960

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Aelbl, Johannes

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133233960

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