Name
Hennecke von Riga
Namensvarianten
Hennecke; Hannike; Hannike von Riga; Hans; Hans von Riga; Hanco; Hanco von Riga; Hanul; Hanul von Riga; Hanulo; Hanulo von Riga
Lebensdaten
erwähnt 1382, gestorben 1417
Geburtsort
-
Sterbeort
Krakau
Beruf/Lebensstellung
Vogt und Statthalter von Wilna
Konfession
katholisch
Autor NDB
Richard Breyer
Autor ADB
-
GND
135933943

Hennecke von Riga (Hannike, Hans, Hanco, Hanul[o]))

Vogt und Statthalter von Wilna, zwischen Februar 1417/Januar 1421 Krakau.

  • Genealogie

    Krakau 1386 Anna N. N., poln. Hofdame; 6 S.

  • Leben

    H. stammte aus der Bürgerschaft von Riga, die in wirtschaftspolitischem Gegensatz zum Deutschen Orden stand. Von dieser Rivalität war auch sein Lebenslauf bestimmt. Als „miles“, Wilnaer Bürger und „capitaneus“ stand er in der weitgehend deutschen und von dem litau. Großfürsten Gedymin mit Rigaer Recht ausgestatteten Bürgerschaft von Wilna in führender Stellung. Er nutzte sie 1382 in den Kämpfen zwischen Kejstut und Jagiello um die Vorherrschaft in Litauen zugunsten des letzteren und öffnete Jagiello die Tore der Stadt. Danach wurde er neben Skirgiello, dem Bruder und Vertrauten Jagiellos, bei diplomatischen Verhandlungen Litauens mit seinen Nachbarn mit der Federführung betraut, zum Beispiel 1382 und 1383 auf der|Dobissa-Insel in den schließlich gescheiterten Verhandlungen mit dem Deutschen Orden. Zur Umgehung und Überwindung der handelspolitischen Schranken, wie sie der Orden für den zwischen Ost und West vermittelnden Handelsverkehr Rigas und Wilnas darstellte, förderte H. die Beziehungen zu Polen, wobei Podlachien und Lublin eine Schlüsselstellung einnahmen. Aus gleichen Motiven ist H. zum Mitschöpfer der polnisch-litau. Union von Krewo 1385 geworden, nachdem er in der litau. Gesandtschaft nach Ungarn erfolgreich für Jagiello um die Hand Hedwigs von Polen, der Tochter Ludwigs und Elisabeths von Ungarn, geworben hatte. 1387 verzichtete er auf seine Wilnaer Statthalterschaft und folgte Skirgiello nach Polock. Seinen Landbesitz in „Hanulindorf“, und zwar als „heres in Nakyenny“, das ist Kijany bei Miednik in Litauen, schenkte er dem Franziskanerkloster auf dem Sande in Wilna. Seit 1393 weilte er, nun ohne diplomatische Tätigkeit, in Krakau, wo er im Stadtteil Kazimierz seßhaft wurde. Seine Witwe blieb im Besitz von Schwefelkiesgruben bei Krakau.

    • Literatur

        W. Semkowicz, Hanul, namiestnik wileński (1382-87) i jego ród (H., Statthalter v. Wilna u, s. Geschl.), in: Ateneum Wileńskie, Wilna 1930, Nr. 7, H. 1-2, S. 1-20 (L; Qu.)  ;   R. Breyer, Ein dt. Mitschöpfer d. poln.-litau. Union 1385, H. v. R., in: Dt.-poln. Nachbarschaft, Lb. dt. Helfer in Polen, hrsg. v. K. Lück u. V. Kauder, 1957, S. 35-42.

  • Autor

    Richard Breyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Breyer, Richard, "Hennecke von Riga)" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 541 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn135933943.html
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Hennecke von Riga

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