<< Henneberg, Johann Wilhelm Julius
Hennecke von Riga) >>
Henneberg, Wilhelm Hermann
Gärungsbakteriologe,
* 6.1.1871 Magdeburg, 16.1.1936 Kiel.
Genealogie
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Genealogie ↑
B Richard (s. 1);
Ov Wilhelm (s. 2); -
⚭ Berlin 1902 Charlotte (1877–1936),
T d.
Landgerichtsdir. Herm. Schwerin u. d. Agnes Kaempffe; 1
S, 2
T,
u. a. Georg (
* 1908),
Prof.,
Vizepräs. d. Bundesgesundheitsamts.
Leben ↑
Henneberg studierte Chemie, Zoologie, Botanik und Mikrobiologie in Göttingen und Rostock (hier doctor philosophiae 1896). Es folgten 2 Semester Mikrobiologie bei W. Zopf in Halle, die sein besonderes Interesse für diesen Problemkreis erkennen lassen. 1898-1922 war er zunächst Assistent, ab 1906 Abteilungsleiter im Institut für Gärungsgewerbe in Berlin (1912 Professortitel). Hier führte Henneberg umfangreiche Arbeiten über Hefen, Essig- und Milchsäurebakterien durch und befaßte sich eingehend mit der Wirksamkeit der Sporenbildner in Lebensmitteln und Futterstoffen. 1922 wurde er als Direktor des Bakteriologischen Instituts der Preußisch Versuchs- und Forschungsanstalt nach Kiel berufen (Nachfolger Weigmanns). Die Lebensbedingungen zahlreicher Schimmelpilze, Hefen und Bakterien, die mit Milch und Milcherzeugnissen in Berührung kommen, zu ergründen, war sein Hauptanliegen an seiner neuen Wirkungsstätte. Außerdem wandte er sich den Erregern der chronischen Tierseuchen zu und verfolgte ihre Verbreitung durch Milch und Milcherzeugnisse. Schließlich galt sein Studium den Bakterienviren (Phagen), die für die Technologie der Käse- und Butterbereitung von großer Bedeutung sind. Er setzte durch, daß die schonenden Erhitzungsverfahren vervollkommnet und für die Entkeimung der Trinkmilch eingesetzt wurden. – Henneberg hat seine wissenschaftlichen Erfahrungen vor allem in seinem „Handbuch der Gärungsbakteriologie“ (2 Bände, 1926) niedergelegt. Daneben lieferte er Beiträge zu anderen Nachschlagewerken und verfaßte zahlreiche Einzelpublikationen, Leitfäden und Unterrichtswerke. Er war Mitglied des Reichsgesundheitsrates und vertrat an der Universität Kiel als Honorarprofessor die nichtmedizinische Bakteriologie.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Zur Kenntnis d. Milchsäurebakterien d. Brennereimaische, d. Milch, d. Bieres, d. Preßhefe, d. Melasse, d. Sauerkohls, d. sauren Gurken u. d. Sauerteiges, sowie einige Bemerkungen
üb. d. Milchsäurebakterien d. menschl. Magens, in:
Zs. f. Spiritusindustrie, 1903,
Nr. 22-31;
Einfluß d. Züchtung auf d. mikroskop. (morpholog.) u. d. physiolog. Zustand d. Kulturhefezellen,
ebd., 1910,
Nr. 25-29;
Gärungsbakteriolog. Praktikum. Betriebsunters, u.
Pilzkde. unter
bes. Berücksichtigung d. Spiritus-, Hefe-, Essig- u. Milchsäurefabrikation, 1909,
21926;
Die wichtigsten Käsesorten in Wort u. Bild, 1929;
Dauererhitzung u. Hocherhitzung, in: Molkerei-
Ztg. 44, 1930, S. 47-49 (mit W. Christiansen);
Die Gärungsgewerbe u. ihre
naturwiss. Grundlagen, 1933 (mit G.
Bode);
Bakteriolog. Molkereikontrolle, 1934;
Bakteriolog. u.
Mykol. d. Milch u. Milcherzeugnisse, in:
Hdb. d. Lebensmittelchemie III, 1935, S. 429-87.
Literatur ↑
P. Lindner, in: Molkerei-
Ztg. 45, 1931, S. 1-3
(P);
ebd. 50, 1936, S. 4 f.
(P);
Nekr.,
ebd., S. 136
(P);
H. Damm, in: Milchwirtsch. Forschungen 17, 1936, S. 283-85;
Rhdb. (P).
Autor ↑
Andreas LembkeEmpfohlene Zitierweise ↑
Lembke, Andreas, „Henneberg, Wilhelm Hermann“,
in: Neue Deutsche Biographie
8
(1969), S.
541
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd139650210.html
Henneberg, Wilhelm
Name: Henneberg, Wilhelm
Namensvariante: Henneberg, Wilhelm Hermann
Lebensdaten: 1871 bis 1936
Geburtsort: Magdeburg
Beruf/Lebensstellung: Bakteriologe; Gärungsbakteriologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Lembke, AndreasPND: 139650210