<< Geibel, Johannes
Geiger. >>
Geigel, Nikolaus Alois
Mediziner,
* 17.4.1829 Würzburg,
† 10.2.1887 Würzburg. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V
Philipp (1794–1855), Stadt- u. Kreisger.rat in
W., dann Appellationsger.rat,
S d.
Aloys (1765–98), Hofkammerrat u. Architekt in
W., u. d. Regina
Ther. Broili;
M
Apollonia (1799–1842),
T d. Nikolaus Hartmann in Dettelbach u. d. Barbara Moehrung;
Ur-Gvv Joh. Phil. G. (1731-1800), Hofkammerrat u. Hofbauamtmann in
W., erbaute mit J. M. Fischer d. Michaelskirche, ferner
u. a. die Obelisken u. d. Gesandtenbau auf d. Residenzplatz u. d. Stephanskirche in
W. (s.
ThB); ⚭ 1855
Anna Thekla (1830–1910,
Cousine),
T d. Hauptm. Peter Geigel in
W. u. d. Maria
Magd. Kern; 2
S , 1
T ,
u. a.
Richard (1859–1930),
Prof. d.
Med. in
W. (s.
L).
Leben ↑
Geigel war, nach einem Medizinstudium in München und Würzburg, Assistent unter C. F. von Marcus und H. von Bamberger an der Inneren Klinik des Juliusspitals in Würzburg. 1863 wurde er, auf Vorschlag des Anatomen A. von Kölliker, als Nachfolger von F. von Rinecker Vorstand der medizinischen Poliklinik, 1870 - nach jahrelangen Kompetenzstreitigkeiten mit seinem Amtsvorgänger - Ordinarius „für Poliklinik und Hygiene“. Das Ordinariat für innere Klinik, auf das er gehofft hatte und das an C. Gerhard fiel, blieb ihm unerreichbar. - Geigels internistische Interessen galten der Kardiologie und der Lungenklinik, seine besondere Leistung war aber wohl seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege und die volksnahe Praxis in der Würzburger Poliklinik, die einer Armenklinik gleichkam. Geigel arbeitete unter primitivsten äußeren Bedingungen. Er erkannte - wie vor ihm R. Virchow am gleichen Ort - die Zusammenhänge zwischen Armut und Krankheit und ließ es an sozialkritischer Publizistik nicht fehlen. Aus seiner Klinik stammen wertvolle Statistiken über die Zusammensetzung des poliklinischen Krankengutes, eine Klientel von etwa 2000 Personen. Geigel bekannte sich öffentlich zum Atheismus und zu einer Schwärmerei für die nordische Sagenwelt.
Werke ↑
u. a.
Kindersterblichkeit in Würzburg, in:
Dt. Vj.schr. f. öffentl. Gesundheitspflege 3, 1871;
Öffentl. Gesundheitspflege, in: Ziemssens
Hdb. d. speziellen
Pathol. u. Therapie, 1874,
31882;
Hdb. d. Gesundheitspflege, 1875;
Von d. Klinikgasse auf d. Philosophenweg, in:
Festschr. z. Feier d. 300j. Bestehens d. Julius-Maximilians-
Univ., 1882. - Andwaranaut, Ueber Wissen u. Glauben, 1914.
Literatur ↑
ADB 49;
Richard Geigel, N. A.
G., in:
Ll. aus Franken I, 1919, S. 106-16;
BLÄ. -
Zu S Richard: Münchener
Med. Wschr. 78, 1931, S. 624-27;
Fischer.Portraits ↑
Phot., um 1880.
Abb. in: H. Franke u. J. Schröder, Die Würzburger
Med. Univ. Poliklinik 1807-1957, 1957, S. 41.
Autor ↑
Robert HerrlingerEmpfohlene Zitierweise ↑
Herrlinger, Robert, „Geigel, Nikolaus Alois“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
141
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118861638.html
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Geigel, Alois
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Geigel: Alois G., Arzt und Professor der Medicin in Würzburg, daselbst 1829 geboren und am 10. Februar 1887 verstorben, machte seine medicinischen Studien in Würzburg, München und Wien, war einige Zeit Assistenzarzt auf den Kliniken von v. Marcus und v. Bamberger, habilitirte sich 1855 als Privatdocent, wurde 1863 außerordentlicher Professor und Director der Poliklinik, 1870 ordentlicher Professor für die Poliklinik, ambulante Kinderklinik und Hygieine. In diesen Stellungen verblieb
G. bis zu seinem Lebensende. Er war ein tüchtiger Arzt und als akademischer Lehrer sehr anregend. Die Zahl seiner schriftstellerischen Arbeiten ist ziemlich beträchtlich. Die Titel einiger der wichtigeren sind: "Beitrag zur physikalischen Diagnostik mit besonderer Bezugnahme auf die Formen und Bewegungen der Brust" (Habilitationsschrift, Würzburg 1855); "Geschichte, Pathologie und Therapie der Syphilis" (ebd. 1867); "Oeffentliche Gesundheitspflege" (in v. Ziemssen's großem Handbuch der spec. Pathologie und Therapie, 1874.
|3. Aufl. 1882); "Das Schöpfradgebläse angewendet auf Pneumatotherapie" (Leipzig 1877, zusammen mit A. Mayr). Dazu kommen kleinere Arbeiten zur physikalischen Diagnostik, zur Lehre von der Cholera u. a.
G. war Mitherausgeber der "Medicinisch-chirurgischen Monatshefte" (Erlangen 1863) und Mitarbeiter an dem v. Ziemssen'schen Sammelwerk der Pathologie und Therapie.
Literatur ↑
Biogr. Lex. hervorr. Aerzte hrsg. v. A. Hirsch u. E. Gurlt II, 516; VI, 815.
Autor ↑
Pagel.Empfohlene Zitierweise ↑
Pagel, Julius Leopold, „Geigel, Alois“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
49
(1904), S.
274-275
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118861638.html?anchor=adb