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NDB-Artikel

<< Bamberger, Eugen     Bamberger, Ludwig >>

Bamberger, Heinrich von (seit 1864)

Mediziner, * 27.12.1822 Prag (Zwonarka bei Prag?), 9.11.1888 Wien. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Jakob Bamberger (1787–1861), Generalagent in Prag; M Theresia Henriette (1797–1888), T des Jakob-Josef Dormitzer und der Barbara Raudnitz; Gvv Wolfgang Bamberger, Steuer-Directions-Sekretär; Gmv Judith Katz; Auguste von Ambros-Rechtenberg (1833–1901), T des Hofsekretärs Titus von Ambros und der Klementine von Sartorius; 1 S, 1 T.

Leben  
Bamberger studierte in Prag und Wien, wurde 1851 Assistent an der medizinischen Klinik bei J. von Oppolzer in Prag und Wien, 1854 Professor der speziellen Pathologie und Therapie in Würzburg und kam 1872 als Nachfolger Oppolzers und Vorstand der II. medizinischen Klinik nach Wien, wo er sich als hervorragender Lehrer erwies, aber auch am Krankenbett staunenerregende diagnostische und therapeutische Erfolge aufwies. Seine Forschungsarbeiten galten insonderheit den Erkrankungen des Herzens, der Verdauungsorgane und der Nieren. Naturwissenschaftliches Denken und künstlerisches Handeln waren in ihm in gleich hohem Maße vertreten. Bamberger gründete die „Wiener klinische Wochenschrift“.

Werke  
u. a. Lehrb. d. Krankheiten d. Herzens, Wien 1857; Die Krankheiten d. Chylopoet. Systems, 21864 (auch ins Holländ. u. Ital, übers.); Üb. Bacon v. Verulam, bes. vom medizin. Standpunkte, in: Festschr. z. 500-Jahrfeier d. Univ. Wien, 1865.

Literatur  
ADB XLVI; E. Neusser, in: Wiener klin. Wschr. 12, 1899, S. 1084 ff.; M. Becker, Das Leben u. Wirken H. v. B.s, Diss. d. med. Ak. Düsseldorf 1937; L. Schönbauer, Das medizin. Wien, Wien 21947 (P); BLÄ I, 1929, Erg.-Bd. 1935 (L); Enc. Jud. III, 1929.

Portraits  
Holzschnitt, in: LIZ 91, 1888, S. 533.

Autor  
Karl Schadelbauer
Empfohlene Zitierweise  

Schadelbauer, Karl, „Bamberger, Heinrich von“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 572 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119034581.html

ADB-Artikel

<< Baltzer, Richard     Bamberger, Ludwig >>

Bamberger, Heinrich von

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Bamberger: Heinrich von B., Professor der medicinischen Klinik in Wien, geboren am 27. December 1822 zu Prag, † zu Wien am 9. November 1888, widmete sich dem Studium der Heilkunde in seiner Vaterstadt und erlangte hier 1847 die Doctorwürde. Zu seiner weiteren Vervollkommnung suchte er noch Wien auf und bildete sich hier besonders unter Skoda und Rokitansky fort. Nach Prag zurückgekehrt fungirte er hier zunächst einige Zeit als Secundararzt am allgemeinen Krankenhause in Prag und dann von 1849—50 als Assistent an der medicinischen Klinik. 1851 übernahm er die Stelle als Assistent bei dem mittlerweile von Leipzig nach Wien berufenen Oppolzer und verblieb hier drei Jahre lang, bis er 1854 einem Ruf als Professor der speciellen Pathologie und Therapie nach Würzburg folgte. Als Oppolzer 1872 starb, wurde B. als dessen Nachfolger nach Wien berufen, wo er bis zu seinem Lebensende verblieb. Bamberger's Bedeutung liegt vor allem in seiner anerkannten Lehrthätigkeit, die|ihm einen weit über die Grenzen seiner Wirksamkeit hinausgehenden Ruf verschaffte. Seine akademischen Vorträge zeichneten sich ebenso sehr durch edle, fesselnde, vornehme Sprache, wie durch den geistvollen Inhalt aus. B. besaß in hohem Grade die Gabe, die klinischen Krankheitsbilder klar und präcise zu zeichnen, in der Darstellungskunst am Krankenbette war er ein vollendeter Meister. Zur Hebung des klinischen Unterrichts an der Wiener Universität hat er außerordentlich viel beigetragen; u. a. ist von ihm auch die Berufung Nothnagel's ausgegangen. In wissenschaftlicher und schriftstellerischer Beziehung kommen vor allem Bamberger's Leistungen auf dem Gebiete der Pathologie der Circulationsorgane in Betracht. Seine beiden Hauptwerke sind: "Lehrbuch der Krankheiten des Herzens" (Wien 1857), "Die Krankheiten des chylopoetischen Systems" (2. Aufl. Würzburg 1864; auch ins Holländische und Italienische übersetzt). In weiteren, nicht ärztlichen Kreisen wurde B. auch durch seine schöne Monographie über Baco von Verulam (Würzburg 1865) bekannt.

Literatur  
Biogr. Lex. I, 278.

Autor  
Pagel.
Empfohlene Zitierweise  

Pagel, Julius Leopold, „Bamberger, Heinrich von“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 46 (1902), S. 192-193 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119034581.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 572
ADB 46 (1902), S. 192-193

PND: 119034581
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Index

Bamberger, Heinrich von

Name: Bamberger, Heinrich von
Namensvariante: Bamberger, Heinrich
Lebensdaten: 1822 bis 1888
Geburtsort: Prag (Zwonarka bei Prag?)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Mediziner
Konfession: katholisch
Autor NDB: Schadelbauer, Karl
Autor ADB: Pagel, Julius Leopold
PND: 119034581

Weitere Informationen

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Bamberger, Heinrich von

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119034581

Normdaten
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