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Adam, Wilhelm >>
Adam, Melchior
Schulmann und Lexikograph,
* Grottkau (Schlesien),
† 23.3. (26.12.?) 1622 Heidelberg. (calvinistisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
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| Zitierweise
Genealogie ↑
⚭ vor August 1605 Emerentia.
Leben ↑
Adam, über dessen Leben wenig bekannt ist, besuchte das Gymnasium in Brieg und studierte seit 1598 in Heidelberg, wo er 1600 zum Magister Artium promoviert wurde. Im selben Jahr erscheint er in der Heidelberger Matrikel als
studiosus theologiae. Etwa gleichzeitig arbeitete er auch als Regens am Casimirianum in Heidelberg. 1601 wurde Adam Magister an dem damals von weither besuchten Heidelberger Paedagogium. An ihm rückte er 1606 zum Konrektor und 1613 zum Rektor auf, welches Amt er bis zu seinem wohl relativ früh erfolgten Tod im Jahr der Einnahme Heidelbergs durch die Liga innehatte.
In vier nach den alten Fakultäten geordneten biographischen Lexika, welche die Zeit von
ca. 1420 bis 1620 umfassen, stellte Adam Lebensläufe deutscher Theologen, Juristen und Politiker, Mediziner und Humanisten dar. Damit kommt ihm das Verdienst zu, in Deutschland als einer der ersten biographische Nachschlagewerke großen Stils verfaßt zu haben. Adam kehrt in seinen Werken bewußt seine schlesische Herkunft, ebenso wie seine Zugehörigkeit zu jenen Kreisen des mittel- und ostdeutschen Protestantismus hervor, die sich allmählich mit dem Calvinismus im Westen des Reiches verschmolzen. Wie die zahlreichen anderen reformierten Schlesier, die zu Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts wichtige Posten in der Pfalz bekleideten, trug Adam damit kraft seines Lehramtes und der starken Verbreitung seiner enzyklopädischen Werke viel dazu bei, dort in weiteren Kreisen das so folgenreiche Interesse für Schlesien und Böhmen zu wecken und im pfälzischen Calvinismus trotz aller auch von Adam bewiesenen Ablehnung des orthodoxen Luthertums den irenischen Zug zu verstärken, der nach einem Zusammengehen mit dem Luthertum inner- und außerhalb des Reichs strebte.
Werke ↑
Apographum monumentorum Heidelbergensium …, Heidelberg 1612; Disce mori
od. Sterbekunst …, Neustadt
a. d. H. 1615; Vitae Germanorum philosophorum…, Heidelberg u. Frankfurt a. M. 1615
(2 versch. Ausg.) u. ö.; Parodiae et metaphrases Horatianae, Frankfurt a. M. 1616; Decades duae continentes vitas theologorum exterorum principum …, ebenda 1618; Vitae Germanorum medicorum …, Heidelberg 1620
u. ö.; Vitae Germanorum iureconsultorum et politicorum …, ebenda 1620
u. ö.Literatur ↑
ADB I;
F. Lucae, Schlesiens curieuse Denkwürdigkeiten, Frankfurt a. M. 1689;
J. H. Cunradi, Silesia Togata, Liegnitz 1706;
J. F. Hautz, Die erste Gelehrtenschule
ref. Glaubensbekenntnisses
od. d.
Gesch. d. Pädagogiums zu Heidelberg, 1855;
E. Toepke, Die Matrikel d.
Univ. Heidelberg, T. 2, 1886;
G. Bauch, V. Trotzendorf u. d. Goldberger Schule, 1921;
G. Hecht, Schles.-
kurpfälz. Beziehungen im 16. u. 17.
Jh., in:
ZGORh,
NF 42, 1928-29, S. 176 bis 222;
F. Babinger, J. Lewenklaws Lebensende, in: Basler
Ztschr.,
Bd. 50, Basel 1951, S. 5;
Jöcher I, 1750,
Sp. 84.
Autor ↑
Friedrich Hermann SchubertEmpfohlene Zitierweise ↑
Schubert, Friedrich Hermann, „Adam, Melchior“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
53
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd12005860X.html
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Adam, Melchior
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Adam: Melchior
A.
, Literarhistoriker, geb. in Grotkau in Schlesien,
ward 8 Jahre lang auf dem Gymnasium zu Brieg vorbereitet, studirte
auf Kosten seines Gönners Joachim v. Berg an verschiedenen
Hochschulen; 1601 als Magister an die Heidelberger Stadtschule
berufen, ward er später Conrector und Professor daselbst und starb
23. März (nach anderen Angaben 26. Dec.) 1622. Ueberhaupt
kränklich und von schwacher Constitution, zog er sich den frühen
Tod durch angestrengtes Arbeiten zu. — Neben einigen unbedeutenden
philologischen und moralischen Schriften (vgl. Adelung) hat er
sich ein bleibendes Verdienst durch seine litterargeschichtlichen
Biographien erworben, welche zuerst in Heidelberg und Frankfurt
1615—20 in 5 Bänden erschienen: Deutsche Philosophen (mit
Einschluß der Philologen, Poeten, Mathematiker und Physiker),
Theologen, ausländ. Theologen, Juristen und Politiker, und
Mediciner. Diese fünf Theile wurden 1653—63 sehr fehlerhaft wieder
aufgelegt und erschienen in einer dritten Gesammtausgabe 1706.
Außer den zwei Decaden ausländ. Theologen sind nur Deutsche
besprochen. Die Todesjahre der Theologen fallen zwischen
1420—1617, der Juristen und Politiker zwischen (1276) 1430—1616,
der Mediciner zwischen (1320) 1460—1619 und der Philosophen
zwischen 1440—1614. Die Einzelnen werden chronologisch geordnet
und zwar nach dem Datum ihres
|Todes. Adam's wichtigste
Quellen sind Einzelbiographien, theils den Werken der besprochenen
Männer entnommen, theils ihm von ihren Freunden mitgetheilt.
Ferner Leichenreden, akadem. Leichenprogramme und sonstige acta academica (von Wittenberg, Heidelberg,
Leiden, Basel), Briefe und Collectaneen Gelehrter, wie des
Melanchthon, dessen declamationes
besonders häufig citirt werden, des Camerarius, Eoban Hesse,
Mathiolus. Vielfach benutzt ferner sind von allgemeinen
Geschichtswerken der Thuanus, Schardii rerum
German. scriptores, Eleri calendarium, Chytraei Saxonia, Albini
Chron. Misn., Crusii Annales Suevicae; von speciell
biographischen Werken der Tritheim, Pantaleon, Fichard,
Geldenhauer, Suffridus Petri, des Miraeus Elogia, Zwinger's Theatrum, Reusner's und Boissard's Icones. — Jo. Schmidius (vgl. Witten, Memor. theol. Vorrede) urtheilt von ihm: als
schlesischer Calvinist steche er heftig auf die Lutherischen
Theologos, wo er Gelegenheit habe.
Autor ↑
Kelchner.
Empfohlene Zitierweise ↑
Kelchner, Ernst, „Adam, Melchior“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
45-46
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd12005860X.html?anchor=adb
Adam, Melchior
Name: Adam, Melchior
Lebensdaten: erwähnt 1598, gestorben 1622
Sterbeort: Heidelberg
Beruf/Lebensstellung: Schulmann; Lexikograph; Literaturhistoriker; Biograph
Konfession: calvinistisch
Autor NDB:
Schubert, Friedrich HermannAutor ADB:
Kelchner, ErnstPND: 12005860X