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NDB-Artikel

<< Baggesen, Jens Immanuel     Bahnmaier, Jonathan Friedrich >>

Bahder, Karl von

Germanist, * 15.7.1852 Heidelberg, 11.6.1932 Weinheim/Bergstraße. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Eduard von Bahder (1803–82), Konsistorialrat und Stadtpfarrer in Weinheim; M Auguste (1815–74), T des Generalsuperintendenten Johann Georg Leberecht von Richter und der Julia Lindner; Gvv Christof Ludwig von Bahder, Pfarrer; Gmv Charlott Elisabeth Bidder; ledig.

Leben  
Als Schüler von Karl Bartsch promovierte Bahder 1878 in Heidelberg und habilitierte sich 1880 in Leipzig mit der Schrift „Über ein vokalisches Problem des Mitteldeutschen". 1886 wurde er außerordentlicher Professor in Leipzig; seit 1906 von der Vorlesungspflicht entbunden, trat er 1918 in den Ruhestand und siedelte nach Darmstadt über. Bahders Haupttätigkeit war der Sprachwissenschaft gewidmet, besonders der frühneuhochdeutschen Periode; doch hat er auch auf das Urgermanische zurückgegriffen und sich als Editor mittelhochdeutscher und frühneuhochdeutscher Texte verdient gemacht. In einer Heidelberger Preisschrift über die Verbalabstrakta in den germanischen Sprachen (1880) hat er das Problem der laut-gesetzlichen Verschmelzung bestimmter Suffixe mit dem Wurzelauslaut und die dadurch bedingte Verdunklung der Ableitung, sowie die Neubelebung toter Primärsuffixe behandelt und damit ein Grundkapitel der Wortbildung erhellt. Seine wichtigsten Werke dienen der Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache: „Grundlagen des neuhochdeutschen Lautsystems“ (1890) und „Zur Wortwahl in der frühneuhochdeutschen Schriftsprache“ (1925) behandeln die Differenzierung der sog. frühneuhochdeutschen Lautgesetze, den Anteil der verschiedenen deutschen Dialekte an der Entwicklung der Schriftsprache und vor allem den Wettstreit gleichbedeutender Bildungen. Seit 1900 galt seine Hauptarbeit dem 13. Band des Deutschen Wörterbuchs, dem Anfang des W, der zu den besten Stücken des Werkes gehört. Von seinen Ausgaben sind der „König Rother“ (1884) und das „Lalebuch“ (1914) zu nennen. In seiner „Deutschen Philologie im Grundriß“ (1883) liegt ein bis heute nicht ersetztes bibliographisches Handbuch vor. Er kann den Hauptvertretern der junggrammatischen Schule zugeordnet werden, deren Methoden er besonders in seiner Wörterbucharbeit erweitern und verfeinern konnte und für die Geschichte der deutschen Schriftsprache fruchtbar machte.

Werke  
Weitere W Arbb. in: Germania, hrsg. v. K. Bartsch (Unterss. z. ,Rother' u. Joh. v. Soest); Indogerman. F; PBB; Ztschr. f. d. dt. Unterricht; sehr zahlr. Rezensionen, in: Lit.bl. f. german. u. roman. Philol., 1880–1931.

Literatur  
Wi. VI, 1912; Kürschner, Gel.-Kal. 1926 (W). – Qu.: Kurzer Lebenslauf in d. Leipziger Fakultätsakten.

Autor  
Ulrich Pretzel
Empfohlene Zitierweise  

Pretzel, Ulrich, „Bahder, Karl von“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 539 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11603940X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 539

PND: 11603940X
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Index

Bahder, Karl von

Name: Bahder, Karl von
Lebensdaten: 1852 bis 1932
Geburtsort: Heidelberg
Sterbeort: Weinheim/Bergstraße
Beruf/Lebensstellung: Germanist
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Pretzel, Ulrich
PND: 11603940X

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Bahder, Karl von

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