<< Baczko, Ludwig Franz Adolf Josef von
Badenfeld, Eduard Karl Franz Heinrich Eusebius Johann Sarkander Freiherr von >>
Badehorn, Leonhard
Jurist und Bürgermeister,
* 6.11.1510 Meißen,
† 1.7.1587 Leipzig. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Sigismund Badehorn, Tuchmacher, später Stadtrichter und Ratsherr in Meißen;
Gvv vermutlich Thomas Badehorn, Tuchmacher in Meißen;
⚭ 1) Leipzig (?) 1547 Anna,
T des kurfürstlich sächsischen Leibarztes Dr. Sebastian Roth, 2) (nach dem frühen Tod der ersten
|Frau) Leipzig (?) Veronika,
T des
Dr. med. Martin Drempbach; 2
S, 7
T aus 1), 2
S, 6
T aus 2),
u. a. Johann Badehorn (1554–1610), Jurist, kursächsischer Geheimrat.
Leben ↑
Der hochbegabte Badehorn bezog bereits elfjährig die Universität Leipzig, an der er früh zu den höchsten Würden aufstieg, nachdem er zwischendurch zwei Jahre als Schulrektor in Annaberg im Erzgebirge amtiert hatte. Im Wintersemester 1537/38 war er Rektor der Universität, 1538 Dekan der Artistenfakultät, 1538/39 Vicekanzler und seit 1538 auch Kollegiat des kleinen Fürstenkollegs. 1539 ging er zu juristischen Studien nach Italien und promovierte 1544 in Padua zum
Dr. jur. Seitdem wiederum in Leipzig, war er im Wintersemester 1545/46 abermals Rektor, dann Beisitzer des Schöppenstuhls, bei dessen Reorganisation durch Kurfürst August 1574 er ebenso wie schon 1572 bei der Abfassung der „Constitutionen“ mitwirkte, und des Oberhofgerichtes, seit 1552 Senior der Juristenfakultät, Ratsassessor und 1562-71 viermal regierender Bürgermeister. 1552 vertrat er (mit Wolfgang Koller) den Kurfürsten Moritz auf dem Konzil zu Trient, später auch bei anderen wichtigen Gelegenheiten. - Badehorn hat nichts veröffentlicht, war aber als praktischer Jurist so angesehen, daß seine Ansichten und Entscheidungen in zeitgenössischen Werken häufig zitiert wurden. Er war
u. a. mit Melanchthon und Joachim Camerarius befreundet.
Literatur ↑
ADB I;
Jöcher I, 1750;
R. Stintzing-Landsberg I, 1880, S. 553;
G. Buchwald, L.
B., in:
Mitt. d.
Ver. f.
Gesch. d. Stadt Meißen,
Bd. 2, 1891, S. 20-23,
s. a. S. 37;
2 Leichenpredigten, in:
Kat. d.
fürstl. Stolberg-stolberg. Leichenpredigten-
Slg.,
hrsg. v. W. K. Arnswaldt,
Bd. 1, 1927;
Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques VI, 1932,
Sp. 138 f.;
Schottenloher I.
Portraits ↑
Gem. v. L. Cranach
d. J., Berlin, Kais.-Friedr.-
Mus.;
Gem. v. Jan de Perre, Leipzig,
Univ.-
Bibl.Autor ↑
Bruno SauerEmpfohlene Zitierweise ↑
Sauer, Bruno, „Badehorn, Leonhard“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
509 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104080582.html
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Bädeker >>
Badehorn, Leonhard
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Badehorn: Leonhard
B.
, Magister der freien Künste und der Philosophie,
auch beider Rechte Doctor, geb. 6. Nov.
1510 zu Meißen, †
1. Juli 1587 (nicht 1588) zu
Leipzig. Er studirte in Leipzig, wurde dann Schulrector in
Annaberg, dankte aber nach 2 Jahren ab und begab sich wieder nach
Leipzig, wo er im Wintersemester 1537/38 Rector der Universität,
im Sommer 1538 Decan der Artistenfacultät, 1538/39 Vicekanzler
war, auch 1538 Collegiat des kleinen Fürstencollegs wurde. Hierauf
ging er nach Italien, hielt sich dort 5 Jahre auf, und wurde 1544
in Padua zum Dr. iuris utr. promovirt.
Nach Leipzig zurückgekehrt, war er im Winter 1545/46 zum zweiten
Male Rector, sodann Beisitzer des Schöffenstuhls und des
Oberhofgerichts, seit 1552 Senior der Juristenfacultät, 1556 und
1559 Assessor des Rathes, und in den Jahren 1562, 65, 68, 71
regierender Bürgermeister. 1552 trat er als Gesandter des Herzogs
Moritz von Sachsen auf dem tridentinischen Concil gegen das
Papstthum auf. An den Streitigkeiten, welche die Reorganisation
des Leipziger Schöffenstuhls durch Kurfürst August im J. 1574
herbeiführten, nahm er lebhaften Antheil. Sein Ansehen als Jurist
war so groß, daß Schriftsteller seiner Zeit sorgfältig über seine
mündlich geäußerten Ansichten referiren, so namentlich Modestinus
Pistoris in seinen "Illustr. quaestion." part.
I. II. Auch in den "Scabinorum Lipsiensium
resolutiones" im 1. Band der "Consultationes constitutionum Saxonicarum"
wird er häufig angezogen. In einer handschriftlichen Sammlung von
Leipziger Schöffenurtheilen haben sich Erkenntnisse mit seinem
Namen erhalten. — Casp. Jungermann, Oratio in
funere Leonbarti Badhorni. Lipsiae 1587. 4°. Laband in der
Zeitschrift f. Rechtsgeschichte VI. 335
(1866) mit der dort angeführten Litteratur. Zarncke, Die
urkundlichen Quellen zur Gesch. der Universität Leipzig
(Abhandlungen der Kgl. Sächs. Gesellsch. der Wissenschaften, Bd.
III.) S. 597, 598, 766, 797, 816, 917.
Autor ↑
Steffenhagen.
Empfohlene Zitierweise ↑
Steffenhagen, „Badehorn, Leonhard“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
759
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104080582.html?anchor=adb
Badehorn, Leonhard
Name: Badehorn, Leonhard
Lebensdaten: 1510 bis 1587
Geburtsort: Meißen
Sterbeort: Leipzig
Beruf/Lebensstellung: Jurist; Bürgermeister von Leipzig; sächsischer Staatsmann
Konfession: katholisch; lutherisch
Autor NDB:
Sauer, BrunoAutor ADB:
SteffenhagenPND: 104080582