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Badehorn, Leonhard >>
Baczko, Ludwig Franz Adolf Josef von
Historiker und Schriftsteller,
* 8.6.1756 Lyck (Ostpreußen),
† 27.3.1823 Königsberg. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Adolf von Baczko, österreichisch-ungarischer Offizier, später preußischer Husarenrittmeister;
M Sophie Charlotte,
T des Bürgermeisters Dullo aus Goldap;
⚭ 1792 Magdalena Johanna von Montowt.
Leben ↑
Baczko studierte in Königsberg die Rechte, verlor mit 21 Jahren sein Augenlicht und wandte sich dann der Schriftstellerei zu. Eine Zeitlang wurde er als Geschichtslehrer an der Artillerie-Akademie in Königsberg verwendet. Wiederholte Versuche, eine Professur an der dortigen Universität zu erhalten, schlugen fehl, was Baczko nie verwand. Sein Hauptinteresse galt der Geschichtsschreibung seiner ostpreußischen Heimat. Seine Romane, Novellen und Dramen sind heute vergessen. Den Höhepunkt seines Schaffens bildete die „Geschichte Preußens“, die er aber, verstimmt durch die Zurücksetzung von seiten des Staates, nicht zu Ende führte. Sein letztes Werk, die sehr breit angelegte „Geschichte meines Lebens“ wurde erst nach seinem Tode veröffentlicht.
Werke ↑
u. a. Hdb. d.
Gesch. u. Erdbeschreibung Preußens, Dessau 1784, Königsberg
21802/03; Die Folgen einer
akadem. Mädchenerziehung, Libau 1786;
Gesch. Preußens, 6
Bde., Königsberg 1792-1800; Hans
v. Boysen, Thorn 1795; Die Mennoniten,
Fam.-Gemälde in 3 Akten, 1809; Legenden, Volkssagen, Gespenster- u. Zauber-Geschichten, 3
Bde., 1815–18; Poet. Versuche eines Blinden, 1824;
Gesch. meines Lebens, 3
Bde., 1824;
Hrsg.: Preuß. Tempe, eine
Mschr., 2
Bde., Königsberg 1780/81;
Preuß. Magazin, Königsberg 1782;
s. a. Goedeke V, 1893, S. 495 f.
Literatur ↑
ADB I;
Frels, 1934; G.
v. Selle,
Gesch. d. Albertus-
Univ. zu Königsberg i. Pr., 1944, S. 226 f., 280, 315; H. Gollupp, in:
Altpreuß. Biogr. I, 1941;
Kosch, Lit.-Lex. I
(W, L);
Kosch, Theater-Lex. I, Wien 1951 ff.
(W, L).
Portraits ↑
Kupf. v. F. W. Bollinger (
Staatl. Kupf.-
Kab. Dresden).
Autor ↑
Helmut MotekatEmpfohlene Zitierweise ↑
Motekat, Helmut, „Baczko, Ludwig Franz Adolf Josef von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
509
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104275197.html
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Baczko, Ludwig von
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Baczko: Ludwig von
B.
, Schriftsteller, geb. 8.
Juni 1756 zu Lyck in
Ostpreußen, † 27. März
1823. Er stammte aus einer ursprünglich polnischen, später
mit dem ungarischen Indigenat ausgestatteten Familie. Sein Vater,
von dem Ruhme Friedrich d. Gr. angezogen, hatte, obwol gläubiger
Katholik, den österreichischen Kriegsdienst mit dem preußischen
vertauscht und im Laufe des siebenjährigen Krieges es bis zum
Rittmeister gebracht. Ludwig von
B.
wuchs unter wenig wohlthätigen Familienverhältnissen
auf und hatte das Unglück, eben als er in Königsberg das Studium
der Rechte vollendet hatte, schon in seinem 21. Lebensjahre völlig
zu erblinden. Dieses Unglück wurde die nächste Veranlassung, daß
er unter die Schriftsteller ging, ohne gerade einen entschiedenen
Beruf dazu mitzubringen, und zu gleicher Zeit, schon seiner
Existenz zu liebe, die mannigfaltigsten Unternehmungen versuchte,
die einen Mann in normaleren Verhältnissen in den Ruf eines
Projectenmachers hätten bringen müssen. Eine Stellung als
Professor an einer Universität zu erhalten ist ihm trotz
wiederholter Versuche nicht gelungen; dagegen wurde er längere
Zeit als Lehrer der Geschichte an der Artillerie-Akademie zu
Königsberg verwendet. Baczko's Schriftstelleri bewegte sich in den
verschiedensten Gebieten, in erster Linie aber der Geschichte und
der Dichtkunst. Seine Laufbahn als Geschichtschreiber eröffnet er
mit einem "Handbuche der Geschichte, Erdbeschreibung und Statistik
Preußens". Darauf ließ er in Verbindung mit dem geh. Rath Schmalz
die "Preußischen Annalen", und endlich seine "Geschichte Preußens"
in 6 Bdn. (Königsberg 1795—1800) folgen. Noch später entstand auf
Bestellung eine "Geschichte des 18. Jahrh." (3 Bde.), eine
"Geschichte der französischen Revolution" (2 Bde.). Ein Lehrbuch
der vaterländischen (preußischen) und ein gleiches der Welt- und
Menschengeschichte hat
B.
im Auftrag für die neuen ostpreußischen Schulen
geschrieben. Der wissenschaftliche Werth dieser geschichtlichen
Werke war von Anfang an nicht erheblich, heut zu Tage sind sie
entwerthet. Den meisten Beifall hat bei ihrem Erscheinen mit Recht
die "Geschichte Preußens" gefunden; sie ist nicht ohne
wissenschaftlichen Gehalt: verstimmt über zu geringe
Berücksichtigung seiner Leistungen von Seiten der Staatsregierung
hat er sie aber nicht zu Ende geführt. Baczko's bereits berührte
schöngeistigen Erzeugnisse waren sehr zahlreich, namentlich im
Gebiete des Romans, ohne aber irgendwie über die Linie des
Gewöhnlichen sich zu erheben. Gegenwärtig sind sie auch in
Leihbibliotheken verschollen. Sein letztes Werk war die seyr
ausführliche "Geschichte seines Lebens", die nach seinem Tode sein
Sohn (Königsberg 1824, 3 Bde.) veröffentlicht hat. Oft
unerträglich breit wie sie ist, macht diese Autobiographie, wie
lehrreich sie oft sein mag, einen wenig günstigen Eindruck. Einen
Auszug daraus hat der "Neue Nekrolog der Deutschen" (Jahrgang
1833, S. 338 ff.) gebracht.
Autor ↑
Wegele.
Empfohlene Zitierweise ↑
Wegele, Franz Xaver von, „Baczko, Ludwig von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
758-759
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104275197.html?anchor=adb
Baczko, Ludwig von
Name: Baczko, Ludwig von
Namensvariante: Baczko, Ludwig Franz Adolf Josef von
Lebensdaten: 1756 bis 1823
Geburtsort: Lyck (Ostpreußen)
Sterbeort: Königsberg
Beruf/Lebensstellung: Historiker; Schriftsteller
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Motekat, HelmutAutor ADB:
Wegele, Franz Xaver vonPND: 104275197