<< Bach, Johann Nicolaus
Bach, Karl Philipp Heinrich >>
Bach, Karl Daniel Friedrich
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Bach: Karl Daniel
Friedrich
B.
, geb. im Mai 1756 (in der
Todesanzeige vom 8. April 1829 sagt seine Frau, er sei im 74.
Lebensjahre verschieden; er müßte also schon 1755 geboren sein) zu Potsdam, wo sein Vater
(Baecher) als Kaufmann und Ober-Landes-Aeltester der jüdischen
Gemeinden in der Mark lebte, gestorben als k. Hofrath, Professor
und Director der Breslauer Kunst- und Bauschule am 8. April 1829.
Den ersten Unterricht erhielt er von dem Potsdamer Maler A.
B.
Krüger, besuchte darauf durch Vermittlung des Obersten
Guichard (Quintus Icilius) die unter Le Sucur's Leitung stehende
Akademie zu Berlin und erwarb sich um diese das Verdienst, die
Aufnahme der Actstudien in den Lehrcursus anzuregen. Durch Copiren
alter Werke eignete er sich bald eine gewisse Geschicklichkeit an
und fand in Warschau, wohin er 1780 mit dem Grafen Ossolinski
ging, vielfach Arbeit und Beifall. Der Graf Johann Potocki
beabsichtigte seine auf einer Orientreise gemachten Skizzen in
Kupfer stechen zu lassen und eine "Voyage
pittoresque d'Égypte" herauszugeben;
B.
wurde von ihm gewonnen diese Skizzen zum Stiche
vorzubereiten, indessen unterblieb die Publication, obschon
bereits einige Platten gestochen waren. Er begleitete den Grafen
auf seinen Reisen, copirte in Düsseldorf und wurde dort am 15.
Dec. 1785 zum Mitgliede der Akademie ernannt; in Paris machte er
die Bekanntschaft von Wille und David, in Italien, wo er mehrere
Jahre, seit 1786 auf Kosten seines Gönners lebte, die von Goethe
und den ersten Koryphäen damaliger Kunstübung. In Rom studirte er
besonders Rafael und Michel Angelo, in Portici herculanensische
Alterthümer. Auf der Rückreise wurde er in Florenz am 9. Dec. 1788
Mitglied der Akademie, verweilte dann noch länger in Venedig und
Wien und kehrte dann nach Berlin zurück, wo er seine Arbeiten,
meist Copien italienischer Gemälde, ausstellte und 1790 Umrisse
nach Köpfen von Rafael herausgab, eine Arbeit, die zwar den
Beifall der Florentiner Akademie fand, aber schon von Zeitgenossen
gebührend getadelt wurde. 1792 wurde ihm die Direction der
Breslauer Kunstschule übertragen und er zum Hofrath und Professor
ernannt. Mitglied der Berliner Akademie wurde er am 23. Juni 1794.
In Breslau wirkte er für Erweckung des Kunstsinnes und seine
Sammlung, obgleich die Bezeichnung der Gemälde meist unberechtigt,
regte vielfach an. Er versuchte 1796 mit C. F. Benkendorf den
"Torso, eine Zeitschrift, der alten und der neueren Kunst
gewidmet" herauszugeben, mußte dies Unternehmen jedoch, nachdem
der erste Band vollendet, fahren lassen. Die Handwerker förderte
er durch Unterricht im Zeichnen und erwarb sich noch in seinen
letzten Lebensjahren das Verdienst, eine Anzahl der
interessantesten Monumente durch seine Schüler Mützel und
Hillebrandt aufnehmen zu lassen. Seine eigenen Arbeiten fanden
Beifall; mehrere derselben sind von Nagler aufgezählt. In den
spätem Jahren wurde er wol nicht ohne seine Schuld vielfach
angegriffen, und seine Gemälde besonders von August Kopisch
(Schles. Provbl. 1869 S. 174) in witzigen Epigrammen verspottet.
Er erscheint als Künstler, nach den wenigen vorliegenden Proben zu
urtheilen, herzlich unbedeutend, in schwülstigen Allegorien sich
bewegend, dagegen für seine Zeitgenossen immerhin anregend und
fördernd.
|Literatur ↑
Nachträge zu den Büsten Berlinischer Gelehrter, Schriftsteller
und Künstler. Berl. 1792. Schummel, Breslauer Almanach. Bresl.
1801. — Meyer's Künstlerlexikon.
Autor ↑
Alwin Schultz.
Empfohlene Zitierweise ↑
Schultz, Alwin, „Bach, Karl Daniel Friedrich“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
751-752
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135772621.html?anchor=adb
Bach, Karl Daniel Friedrich
Name: Bach, Karl Daniel Friedrich
Lebensdaten: 1755 oder 1756 bis 1829
Beruf/Lebensstellung: Kunsthistoriker
Konfession: jüdisch?
Autor ADB:
Schultz, AlwinPND: 135772621