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Bach, Karl Philipp Heinrich
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Bach: Karl Phil.
Heinrich, berühmter Kartograph für geognostische
Darstellungen, geb. 30. Juni 1812 zu
Großingersheim, O.-Amt
Besigheim in Würtemberg, † 15. Dec.
1870 zu Stuttgart.
B.
besuchte die Lateinschule zu
Markgröningen und Ulm,
kam 1827 ins Guidecorps des G. Quartiermeisterstabes, an dessen
Arbeiten und Uebungen er lebhaften Antheil nahm und erhielt 1833
auf seinen Wunsch den Abschied, um beim
kgl. stat. topographischen Büreau
eine Verwendung und 1837 eine Anstellung als Topograph zu
erhalten. In dieser Stellung arbeitete
B.
an dem großen top. Atlas von Würtemberg mit vielem
Glücke, namentlich in Darstellung der Terrainverhältnisse. Seine
Theilnahme an geognostischen Studien bethätigte er zuerst in einer
Schrift: "Theorie der Bergzeichnung in Verbindung mit der
Geognosie". 1853. In dieser Abhandlung gelang es
B.
die Abhängigkeit der Oberflächenform der Erde von den
geogn. Verhältnissen so überzeugend klar zu machen, daß Alex. v.
Humboldt selbst dieser Arbeit mit großer Anerkennung gedachte. Als
eigentlicher kartographischer Geognost trat er erst in seiner
großen Karte: "Geogr. Uebersichtskarte von Deutschland etc." in 9
Blättern 1855, bei J. Perthes, vor ein größeres Publicum. Diese
Karte stellt durch kräftige Farbentöne leicht kenntlich die
Hauptabtheilungen der Gebirgsformationen in klarer Weise, wie
keine frühere Karte der Art, dar, und macht sich durch Genauigkeit
der Zusammenstellung und Anschaulichkeit für Schul- und Lehrzwecke
zu einem unentbehrlichen Hülfsmittel. Gleichsam als ein Auszug
daraus erschien 1859 eine geologischen Karte von Centraleuropa in
einem Blatte. Seit 1859 nahm
B.
als Mitglied der zur geogr. Detailaufnahme bestellten
Commission an der geol. Kartirung Würtembergs den lebhaftesten
Antheil und ist auf fast allen bisher erschienenen Blättern
entweder als Mitarbeiter oder als Revisor genannt. Als Frucht
dieser Untersuchungsarbeit erschien 1869 eine kleine vortreffliche
Abhandlung "Die Eiszeit" mit einer Karte. Es ist dies eine
gründliche Studie über die Verbreitung der alpinen Gletscher
innerhalb einer doppelten Phase bis hoch nach Oberschwaben herein,
welche auch die berühmten Funde von vorhistorischen
Culturüberresten bei
Schussenried mit in ihr Bereich zieht. 1870
erschien eine Uebersichtskarte unter dem Titel: "Geogr. Karte von
Würtemberg, Baden und Hohenzollern" in gleich vortrefflicher
Ausführung wie die früheren Karten, als eine seiner letzten
Publicationen. Als praktischer Geognost war er zuletzt noch mit
geogn. Aufnahmen in Oberschwaben beschäftigt.
B.
erhielt zur Anerkennung seiner Verdienste 1851 die
große goldene Civil verdienstmedaille von Würtemberg, sowie die
Medaille bene meriti von
Hohenz.-Sigmaringen und 1856 den Charakter als Hauptmann. Ein
Herzschlag setzte plötzlich inmitten seiner vorbereitenden
geognostischen Arbeiten seinem Leben ein Ziel. (Nach
Familienmittheilungen).
Autor ↑
Gümbel.
Empfohlene Zitierweise ↑
Gümbel, Wilhelm von, „Bach, Karl Philipp Heinrich“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
752
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116024577.html?anchor=adb
Bach, Karl Philipp Heinrich
Name: Bach, Karl Philipp Heinrich
Lebensdaten: 1812 bis 1870
Beruf/Lebensstellung: Kartograph; Geognost
Konfession: evangelisch?
Autor ADB:
Gümbel, Wilhelm vonPND: 116024577