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Bach, Johann Nicolaus
Leben
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Leben ↑
Bach: Joh. Nicolaus
B.
, Philolog und Schulmann, geb. 4. Aug. 1802 zu Montabaur, † 17.
Jan. 1841. Nachdem
B.
seine Schulbildung auf dem Pädagogium seiner
Vaterstadt und am Gymnasium zu Weilburg erhalten hatte, begab er
sich 1821 auf die Universität in Bonn, um classische Philologie zu
studiren. Sein warmer Eifer für den erwählten Beruf verschaffte
ihm dort zahlreiche Gönner, die es dem begabten, aber
unbemittelten jungen Manne möglich machten, seine Studien
glücklich zu vollenden. Noch in Bonn zum Doctor der Philosophie
ernannt, besuchte er im Sommersemester 1825 die Universität zu
Berlin, wo er besonders an Wilhelm von Humboldt einen
wohlwollenden und einflußreichen Gönner gewann. Noch im Spätherbst
desselben Jahres zum ordentlichen Lehrer am Gymnasium zu Oppeln
ernannt, wurde er 1828 Oberlehrer am Leopoldinischen Gymnasium zu
Breslau, wo er sich auch als Privatdocent an der Universität
habilitirte. 1835 erhielt er einen Ruf als Director des Gymnasiums
zu Fulda. Die schwere Aufgabe, die dort seiner wartete, eine
herabgekommene Anstalt wieder in Flor zu bringen, verfolgte er
trotz vielfacher Anfechtungen, besonders von Seiten der
katholischen Geistlichkeit, die gegen
B.
sowol als Laien, wie als Ausländer schon von
vornherein eingenommen war, mit männlichem Muthe und rastlosem
Eifer, aber ein frühzeitiger Tod hat es ihm nicht vergönnt, die
vollen Früchte seiner erfolgreichen Wirksamkeit zu erndten. Als
Philolog erwarb sich
B.
einen geachteten Namen durch seine Arbeiten über die
griechischen Elegiker und Lyriker, deren Kenntniß er theils durch
Sammlung ihrer Fragmente (Solon 1825, Mimnermos 1826, Kritias
1827, Philetas, Hermesianax und Phanokles 1828, Kallinos, Asios
und Tyrtäos 1831), theils durch litterarhistorische Abhandlungen
("Ueber den Ursprung und die Bedeutung der elegischen Poesie der
Hellenen" 1829. "Ueber
|die erotische Poesie der H."
1833. "De lugubri Graecorum elegia specimina
II." 1835—36. "De symposiaca Graecorum elegia" 1837. "Quaestionum
elegiacarum spec. I." 1839. "Historia critica poesis Graecorum
elegiacae" 1840) bedeutend gefördert hat. Minder glücklich
war er in der Bearbeitung des Tacitus (Leipz. 1834—35) mit kurzem
lateinischen Commentar. Von seinen kleineren Schriften ist noch
hervorzuheben ein Programm über "Rhabanus Maurus als Schöpfer des
deutschen Schulwesens", Fulda 1835.
Literatur ↑
N. Nekrol. XIX (1841) S. 125 ff.
Autor ↑
Halm.
Empfohlene Zitierweise ↑
Halm, Karl Ritter von, „Bach, Johann Nicolaus“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
750-751
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116024739.html?anchor=adb