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Auerswald, Hans Adolf Erdmann von
Leben
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Leben ↑
Auerswald: Hans Adolf
Erdmann v.
A.
, geb. in Ostpreußen
1792, † am 18. September 1848, war der älteste Sohn
des Landhofmeisters Hans Jakob von Auerswald und der Gräfin Sophie
zu Dohna-Lauck. Der Vater nahm an der Vorbereitung der Erhebung
Preußens 1812 und 1813 einen hervorragenden Antheil, war Schön und
den Grafen Alexander und Friedrich Dohna befreundet. Die Familie
stammte aus Sachsen, das Stammhaus war Auerswald bei Chemnitz.
Doch war die Familie dort seit 1719 ausgestorben und nur ein Zweig
— seit dem 15. Jahrhundert in Ostpreußen und im Besitze der Güter
Plauth und Tromnau — pflanzte sie fort. Der zweite Sohn des
Landhofmeisters war Rudolph, später Generallandschaftsrath, dann
1848 Minister-Präsident, bsi General von Pfuel das
Minister-Präsidium übernahm. Der dritte, Alfred, war
Regierungsrath, und 1848 kurze Zeit Minister des Innern. Alle drei
Brüder, namentlich Rudolf, waren Jugendbekannte des Königs
Friedrich Wilhelm IV. und des Kaisers
Wilhelm. Hans v.
A.
trat 1813 in die Armee, wurde 1818 zum Generalstabe
versetzt, 1831 Major im Generalstabe, 1841 Commandeur des 1.
Dragoner-Regiments, bald darauf Oberst, erhielt 1846 die 12.
Cavallerie-Brigade und wurde 1848 zum Generalmajor ernannt. Bei
den Wahlen zum Frankfurter Parlament wurde er in drei Wahlkreisen
gewählt und schloß sich dort der conservativen Partei an, trat
aber weder als Redner, noch als Parteiführer hervor. Am 17. Sept.
1848 wurde unter Leitung von Zitz eine
|Volksversammlung auf der Pfingstweide bei Frankfurt
abgehalten, in welcher die Majorität des Parlaments, die den
Waffenstillstand zu Malmoe genehmigt, für Verräther am Vaterland,
Freiheit und Ehre erklärt und dieser Beschluß dem deutschen Volke
bekannt gemacht wurde; der Aufstand am nächsten Tage war eine
Folge dieser aufreizenden Versammlung. Eine Rotte von
Aufständischen suchte den Reichsminister Hekscher und den Fürsten
Felix Lichnowsky, wenn überall bei den Thaten eines trunkenen und
aufgeregten Pöbelhaufens von Plan und Absicht die Rede sein kann.
—
A.
war mit dem Fürsten Lichnowsky ausgeritten; vor dem
Friedberger Thor wurden sie angegriffen, versuchten auszuweichen,
aber bei der Bethmann'schen Villa wurde
A.
durch einen Pistolenschuß getroffen, der ihn sofort
tödtete. Fürst Lichnowsky wurde später ergriffen, erlitt die
grausamsten Mißhandlungen und starb erst am folgenden Morgen.
Obwol v.
A.
dem Majoritätsbeschluß beigestimmt hatte, so scheint
das Attentat nicht gegen ihn gerichtet gewesen zu sein; er wurde
nur als Begleiter Lichnowsky's ermordet, welcher eines der Ziele
der sogenannten Volkswuth war. —
A.
war ein großer, schöner Mann, von großer Herzensgüte
und festem Charakter. Er galt für einen ausgezeichneten Officier
von gründlicher Bildung und ausgebreitetem Wissen. Die warme
patriotische Begeisterung, welche die Jahre seiner Jugend erwärmte
und erhob, hat ihn nie verlassen. —
Autor ↑
v. Meerheimb.
Empfohlene Zitierweise ↑
Meerheimb, von, „Auerswald, Hans Adolf Erdmann von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
650-651
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116377666.html?anchor=adb
Auerswald, Hans Adolf von
Name: Auerswald, Hans Adolf von
Namensvariante: Auerswald, Hans Adolf Erdmann von
Lebensdaten: 1792 bis 1848
Beruf/Lebensstellung: preußischer Generalmajor; Abgeordneter
Konfession: evangelischer Vater
Autor ADB:
Meerheimb, vonPND: 116377666