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Auersperg, Pankraz II. von
Leben
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Leben ↑
Auersperg: Pankraz II. v.
A.
(Auersberg, Aursberg), geb. 24. Febr. 1441, † 16.
April 1496, einer der hervorragendsten mittelalterlichen
Vertreter dieses alten, angesehenen Adelsgeschlechts, das der
Ueberlieferung zufolge im 10. und 11. Jahrhunderte aus Schwaben
ins Krainer Land eingewandert sein soll. Urkundlich gesicherteren
Boden für die Geschichte dieses Geschlechtes finden wir seit dem
13. Jahrhundert. Von Bedeutung erscheinen im 13. Jahrhunderte, als
Dienst- und Lehensmannen der Sponheim-Ortenburger Herzoge, der
Görzer Grafen und Patriarchen von Aquileja: Hanns II. von
A.
, † 1246, Herbart I., dessen Sohn und Herbart II., der Enkel des Hanns mit seinen Brüdern
(Stiftern von Seitenlinien.) Sie verbanden sich mit dem Bruder des
letzten Kärntner Herzogs Ulrich aus dem Hause Sponheim-Ortenburg,
Philipp, Patriarchen von Aglei, 1269—70 gegen König Ottokar von
Böhmen, als dieser sich der Kärntner Erbschaft zu bemächtigen
anschickte. Die alten Feindseligkeiten mit dem Hause Ortenburg
wurden durch einen Vergleich der Herrn Ott und Friedrich von
Ortenburg einerseits und der Brüder Volker (Volkhard) und Herbort
(Herbard III), Herrn von "Owersperch"
geschlichtet. Damals war dies Geschlecht, im Laufe der Zeiten mit
den Häusern Sulzbach, Ortenburg, Sounek, Wildon, Graben, Gradnek,
Khünburg, Stubenberg, Khreyg, Gall, Windischgräz mit den
Strutenbergern im Krainischen und andern Familien verschwägert, —
zu einem nicht unansehnlichen Güterbesitze und zur öffentlichen
Geltung längst emporgekommen. — Diese gipfelt dann im 15.
Jahrhunderte, in welchem das Geschlecht sich in Zweige zu spalten
beginnt und wichtige Landesämter, wie das Oberstkämmerer- und
Erblandmarschallamt von Krain, das Truchsessenamt und die
Hauptmannschaft in der Metlik und in beiden Hälften des genannten
Jahrhunderts auch die Landeshauptmannschaft in Krain zeitweilig
bekleidet.
Theobalds II. Söhne aus seiner Ehe mit
Ursula von Liechteneck, Engelhard I. und
Volkard VI., beide im Anfang des 15.
Jahrhunderts geboren repräsentiren die beiden damaligen
Hauptlinien. Der Erstere die Stammlinie, der Andere die sogenannte
Schönbergische, so genannt von dem Schlosse Schönberg als
Hauptsitze. Die Stammlinie wird nach dem erstgebornen Sohne
Engelhards, Pankraz II. auch die
Pankrazische genannt. Die Gütertheilung beider Linien ist vom
Jahre 1467 verbrieft. Die Herrschaft Seisenberg blieb beiden
Linien gemeinschaftlich. Um diese Zeit bestand auch eiue dritte,
außerkrainische Linie der Auersperge, die sogenannte
Volkhardisch-österreichische. Sie wird auf einen
|Bruder Pankraz' II., Voltard VIII. († 1508),
zurückgeführt. — Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erscheint die
Schönberger Linie mit Andreas von
A.
(geb. 1557 s. d.), im
Höhepunkte ihres Ansehens. Bald daraus erlischt sie (1604) und
wird von der Pankrazischen Stammlinie beerbt, welche unter Trojan,
dem Sohne Pankraz' II., (geb. 1495, † 1540), in den
Freiherrnstand (1531) erhoben wurde und um dieselbe Zeit einen
hervorragenden Repräsentanten an Herbard VIII. (geb. 1528, †
1575 s. d.) besaß. Herbards VIII. Sohn, Christoph II. (geb 1550., † 1592) pflanzt die Hauptlinie fort und dessen
Sprossen Herbard IX. und Dietrich
begründen einen neuen Aufschwung des Hauses, indem beide 1630 in
den Grafenstand erhoben werden und einerseits die Hauptlinie
fortsetzen, andrerseits neue Zweige begründen. Herbards IX. (XII.) Sohn, Johann Andreas († 1664) gilt als Stifter der älteren Krainer Linie
"Auersperg", durch den ersten Sohn Wolfgang Engelbert IV. († 1696)
eingeleitet, während der dritte Sohn Johann Herbard († 1701) die Nebenlinien Kirchberg am Wald und
Mokritz begründet. Dietrich II. († 1634) Herbards IX.
Bruder, welcher in den Gütern der Schönberger Linie succedirte und
das Prädicat von Gottschee erhielt, hat zugleich als Stifter der
jüngern Krainer Linie zu gelten, die sich mit dem zweitgebornen
Sohne, Herbard XI. (XIII.), † 1668, in dessen Descendenz als Linie Schönberg
und Thurn am Hart abzweigte und unter dem jüngsten Sohne Johann
Weikard, (s. d.), 1653 die Fürstenwürde erwarb.
Pankraz II. fiel von K. Friedrich III. ab, verband sich mit E. Albrecht VI. und sagte jenem 1462 Fehde an. Dagegen
befand sich Wilhelm von
A.
, wegen seiner Erwerbungen später der Reiche genannt,
als Dienstmann des Habsburgers, dazumal in der belagerten Wiener
Hofburg und seine beiden Brüder, Johann und Georg, die Söhne
Volkards von der Schönberger Linie, waren unter den
innerösterreichischen Edeln, die dem bedrängten Kaiser zu Hülfe
zogen. Doch erwarb Pankraz II. bald wieder
Kaiser Friedrichs Huld, wie dessen Gnadenurkunde für ihn und die
jüngern Brüder Laurenz und Volkard vom Jahre 1469 bezeugt. Während
die Vettern von der Schönberger Linie (4. Januar 1463, W.
Neustadt) mit dem Erbmarschallamte in Krain und in der windischen
Mark belohnt wurden, erscheint Pankraz II.
als kaiserlicher Truchseß, ob. Erbkämmerer in Krain und in der
windischen Mark. Er war bereit, den Kreuzzug wider König Georg
Podiebrad von Böhmen (s. 1468) mitzumachen, ließ sich aber dann,
bei veränderter Sachlage (29. April 1469,) davon dispensiren. Mit
Anna, Tochter des Grafen Thiemo von Frangepani (Veglia-Modrusch),
vermählt und Vater einer zahlreichen Familie, schied er den 16.
April 1496 aus dem Leben.
Literatur ↑
Schönleben, Genealogia illustr. fam. princ.
com. et baronum ab Auersperg. Laibach 1681. — Richter, Die
Krain. Auersberge, in Horm., Archiv, Jahrg. 1821 Nr. 40—57. —
Richter, Die Fürsten, Grafen, Freiherrn und Herrn von Auersperg —
im Neuen Archiv f. Gesch., herausg. von Megerle und Mühlfeld. II. Jahrg. 1830. (S. 600 ff.) Vgl. auch Radics
und C. von Wurzbach's Biogr. Lex.
Autor ↑
Krones.
Empfohlene Zitierweise ↑
, „Auersperg, Pankraz II. von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
(1875), S.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135951828.html?anchor=adb