<< Auersperg, Pankraz II. von
Auerswald, Alfred von >>
Auerswald, Adalbert von
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Auerswald: Adalbert v.
A.
, zweiter Sohn Rudolfs v.
A.
(s. d.), geb. am 20. Juli
1822, trat im Jahre 1840 in das Garde-Dragoner-Regiment
(das jetzige 1. Garde-Dragoner-Regiment) ein und avancirte in
demselben bis zum Major, als welcher er 1866 den Feldzug in Böhmen
und die Schlacht bei Königgrätz mitmachte. Nach dem Feldzuge wurde
er Commandant des in Frankfurt a. O. stehenden Dragoner-Regiments,
im Anfange des Jahres 1869 aber wieder nach Berlin als Commandeur
des 1. Garde-Dragoner-Regiments versetzt. Dasselbe gehörte, wie
das ganze Gardecorps, im Anfange des Feldzugs von 1870 zur zweiten
Armee, unter dem Oberbefehl des Prinzen Friedrich Karl. Am 16.
August, als das 3. Armeecorps, unterstützt von Theilen des 10.
Armeecorps, der
|französischen Armee unter dem
Marschall Bazaine die blutige Schlacht von Vionville lieferte, um
derselben den Rückzug von Metz auf der Straße nach Paris zu
verlegen, wurde auch die Garde-Dragoner-Brigade den gegen die
französische Uebermacht ringenden preußischen Truppen zu Hülfe
geschickt. Das 1. Garde-Dragoner-Regiment unter dem Oberst von
Auerswald war einen großen Theil des Tages bei Mars la Tour in
verschiedenen Stellungen zur Deckung der Artillerie verwendet
worden. Da drangen gegen 6 Uhr Abends starke Colonnen
französischer Infanterie gegen Mars la Tour, um die dieses Dorf
durchschneidende Chaussee zu gewinnen, und warfen die schwächere
preußische Infanterie zurück. Oberst von
A.
erhielt jetzt von dem Brigade-Commandeur, Grafen von
Brandenburg, den Befehl, das Vordringen des Feindes aufzuhalten.
Er führte sofort sein an der Westseite von Mars la Tour stehendes
Regiment auf einem Feldwege nördlich um das Dorf herum,
überschritt dann an der Ostseite des Dorfes mehrere Hecken, sowie
die Chaussee und warf sich an der Spitze seiner Reiter der auf dem
Felde nahe der Chaussee anrückenden feindlichen Infanterie
entgegen, die durch den heftigen Choc zusammengerollt und zum
Stehen gebracht wurde. Die Verluste des dem Eisenhagel der
Chassepots ausgesetzten Regiments waren jedoch furchtbar. Nur
wenige Officiere kehrten unverletzt aus dem Kampfe zurück. Oberst
v.
A.
hatte eine tödtliche Wunde in der rechten Seite des
Unterleibs erhalten, gleichwol führte er das Regiment selbst aus
dem Gefecht, sammelte es und sprach es noch kurz mit den folgenden
Worten an: Dragoner, Ihr seid gut und brav hineingeritten, ich
freue mich über Euch Alle; ich bin tödtlich verwundet. Es lebe S.
Majestät der König hoch! Er wurde darauf zum Verbandplatz
gebracht, und starb fünf Tage später, am 21. August, in Folge
seiner schweren Verwundung im Lazareth zu Mariaville. v.
A.
wurde mit den übrigen gefallenen Officieren auf dem
Kirchhofe von Mars la Tour bestattet; kurz darauf wurde aber die
Leiche durch seinen Bruder nach seiner Heimath Ostpreußen gebracht
und dort beigesetzt.
Autor ↑
R. v. Bardeleben.
Empfohlene Zitierweise ↑
Bardeleben, R. von, „Auerswald, Adalbert von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
641-642
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135838312.html?anchor=adb
Auerswald, Adalbert von
Name: Auerswald, Adalbert von
Lebensdaten: 1822 bis 1870
Beruf/Lebensstellung: preußischer Oberst
Konfession: evangelischer Vater
Autor ADB:
Bardeleben, R. vonPND: 135838312
Informationsangebote zu
Auerswald, Adalbert von
PND
135838312
Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)
Lexika
Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
Nachlässe
Kalliope